Katydid
Liebe Fr. Welter, Mein Sohn ist fast ein Jahr und derzeit stille ich ihn noch abends und bei Bedarf in der Nacht. Momentan trinkt er 3-4 mal in der Nacht da er Schnupfen hat und ca alle 2 Stunden wach wird. Generell habe ich ihn immer 2 mal in der Nacht gestillt (einmal um ca 0 Uhr und einmal um ca 4 Uhr). Ist er öfters wach geworden gabs sonst keine Brust, was er auch akzeptiert hat - ausser eben jetzt wo er Schnupfen und Husten hat. In der Früh bekommt er ein Fläschchen, dass er ratzeputz austrinkt. Wie schon erwähnt möchte ich komplett abstillen, was meinem Sohn gar nicht gefallen wird. Wie mache ich das am Besten? Schritt für Schritt, also abends ein Flascherl geben und nachts weiterhin stillen und erst in ein paar Wochen auch nachts nicht mehr stillen? Oder gleich komplett aufhören? ich frage mich ob er, wenn er am abend die Flasche bekommt und nachts weiterhin gestillt wird nicht total verwirrt ist. Was ich auf keinen Fall möchte ist, ihn in der Nacht ein Fläschchen geben. Kann ich das beeinflussen oder komme ich da anfangs nicht drum rum da er ja gewohnt ist in der Nacht zu essen und er somit auch Hunger hat? Was kann ich tun wenn er protestiert und das wird er. Ihm Tee geben oder herumtragen oder versuchen ihm im Bett zu beruhigen - was empfehlen sie hier? Das sind jetzt sehr vielen geworden ich hoffe sie können mir weiterhelfen. FG Birgit
Liebe Birgit, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Anfangs können Sie nachts noch Milch anbieten, wenn sich Ihr Baby gar nicht beruhigen lässt, später können Sie es mit Wasser probieren. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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