Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Hallo Biggi, mein Sohn ist nun 8 1/2 Monate alt und ich möchte nicht mehr stillen. Ich stille nur noch morgens sowie Abends zum Einschlafen (obwohl er in letzter Zeit beim Stillen nicht mehr einschläft, sondern dann bei mir im Arm) und dann Nachts. (ca. alle 3 Stunden) Da er an Neurodermitis (starker Juckreiz) leidet, haben mein Mann und ich seitdem er ca. 2 Monate ist, kaum geschlafen. Nun seit ca. 3-4 Wochen ist die Haut von unserem Sohn richtig toll (Behandlung mit Siriderma). Auch der Juckreiz scheint so gut wie weg zu sein!!! :-))) Er schläft nun zwar wieder besser, aber wird trotzdem sehr oft wach. Da ich mittlerweile einfach nur noch müde bin, nehme ich ihn schnell zu mir und stille ihn, damit er weiterschläft. Den Nucki nimmt er leider gar nicht mehr. (kann ich ihm dem Nucki irgendwie "angewöhnen") Ich habe oft das Gefühl, dass er nur an meinem Busen "nuckelt". Ich habe schon mal versucht, ihm die Flasche zu geben (Pre HA von Beba und Humana), aber die will er absolut nicht. Er scheint sich richtig zu "ekeln". Abends bekommt er daher auch nur einen Brei mit Wasser und Obst. Sobald auch nur ein bisschen von der Folgemilch im Brei ist, dass isst er den Brei nicht mehr. Heute Abend habe ich ihm einen Brei mit HA 2 von Milupa gemacht. Auch den mochte er nicht wirklich. Hast du einen Tipp für mich, was ich machen kann? Ich würde gerne mal wieder ein paar Stunden mehr schlafen und möchte auch nicht mehr stillen. Welche Milch sollte ich ihm geben? Vielen lieben Dank und viele Grüße!


Biggi Welter

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Liebe Lalelu2009, selbst wenn dein Baby die Flasche nehmen würde, wären deine Nächte höchstwahrscheinlich nicht länger! Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Abstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, könntest Du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Das Schlafverhalten hängt nicht unbedingt oder nur in extrem geringem Maße von der Ernährung ab. Gerade in diesem wachen viele Babys (wieder) vermehrt auf. Dies liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung auch keine Garantie für angenehmere. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Am besten besprichst Du mit deinem Kinderarzt, welche Nahrung Du nehmen solltest, er kann beurteilen, welche Milch wegen der Neurodermitis am besten vertragen wird. Ein Baby muss erst lernen, was sie mit dem Sauger tun soll und mit welcher Technik es aus der Flasche trinken muss. Dazu kommt, dass es sich denkt "Was soll ich denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". Daher funktioniert es oft besser, wenn nicht die Mutter die Flasche gibt, sondern der Vater, die Oma, ein Babysitter usw. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Du kannst versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken mag. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Manchmal hilft es auch, dem Baby den Sauger nicht in den Mund zu stecken, sondern so wie beim Stillen durch Berührung mit der Brustwarze der Suchreflex ausgelöst wird, mit dem Sauger die Unterlippe des Babys zu berühren und zu warten, bis es den Sauger selbst nimmt. Es kann auch helfen, den Sauger mit Hilfe von warmem Wasser auf Körpertemperatur zu bringen. Weitere Tipps sind: o das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln o den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen o verschiedene Saugerformen und Lochgrößen ausprobieren o verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen o versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern o geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Geduld dürfte das Wichtigste sein. Dein Baby wird es schon noch lernen. LLLiebe Grüße Biggi


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