Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo, ich möchte kurz die Situation mit meiner Tochter schildern: Sie ist 16 Monate alt und wird noch regelmäßig gestillt. Tagsüber möchte sie regelmäßig an die Brust und zum Einschlafen braucht sie auch dringend die Brust. Einen Schnulli nimmt sie nicht. Auch hat sie es nie akzeptiert, dass man ihr ein Fläschchen gibt. Insgesamt isst sie schlecht. Sie interessiert das Essen gar nicht, das auf dem Tisch steht, sie interessiert nicht, was wir essen essen und ihr natürlich auch geben wollen. Auch Brei mag sie nicht besonders. Statt dessen ruft sie "Mimi" (ihr Wort für's Stillen)und drängt sich ganz dicht an mich ran. Langsam möchte ich jedoch abstillen. Mich stört zwar das Stillen nicht (ich genieße die Zweisamkeit mit ihr sogar sehr), aber durch das Stillen habe ich meine Regel seit der Geburt noch nicht (mein Frauenarzt sagte auch, dass bei mir vor dem Abstillen nicht mit einem Eisprung zu rechnen sei). Wir möchten jedoch gerne noch ein zweites Kind. Und da ich nicht mehr die Jüngste bin habe ich Angst, dass es nicht mehr klappen könnte. Deshalb bleibt wohl nur das Abstillen, denke ich. Nur wie gehe ich vor? Ich habe keine Ahnung, wie wir das Abstillen hinkriegen sollen. Soll ich vielleicht anfangen, tagsüber das Stillen einzustellen? Wie das Einschlafen ohne Stillen gelingen soll, ist mir auch ein Rätsel. Ich habe einfach keine Alternative, die ich ihr anbieten kann. Kannst Du mir Tips zum Abstillen geben? Ich dank Dir! Grüße von Franzi


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Liebe Franzi, wenn du wirklich keine Alternative siehst, dann ist dein Kind vielleicht auch noch nicht soweit! Manchmal dauert es einfach ein wenig länger... Trotzdem gebe ich dir mal die Tips zum allmählichen Abstillen, die anderen Müttern schon geholfen haben: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Das Abstillen in der Nacht ist meist das Schwierigste. Vielleicht hilft es, wenn Sie zunächst einmal die Tage "stillfrei" bekommen, und dann, wenn sich das gut eingespielt hat, an die Nächte gehen. Könnten Sie sich das vorstellen? Vielleicht hast du Lust, das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern“ von Norma J. Bumgarner zu lesen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Auch die neue LLL-Broschüre "Abstillen, aber wann" von Cordelia Koppitz könnte hilfreich sein. herzlichen Gruß, Kristina


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