Mitglied inaktiv
Hallo Frau Heindel, unsere Tochter ist fast 13 Monate und ich möchte sie nun langsam abstillen. Nur habe ich zweierlei Probleme. 1. Problem: Sie trinkt keine normale Kuhmilch und "Industriemilch". Sie kennt seit Geburt nur die Muttermilch. Auch nimmt sie keine Flasche, sondern trinkt Wasser und Säfte aus Trinklernbechern. Habe ihr schon oft normale Kuhmilch (3,5 % Fett) angeboten, aber sie mag sie nicht. Kann ich erst abstillen, wenn sie auch bereit ist, Kuhmilch zu trinken? Ich muß ja ihren täglichen Milchbededarf decken. Sie bekommt abends einen Milchbrei mit Wasser angerührt. 2. Problem: Morgens gegen 8 frühstückt sie und ißt dabei Brot oder Toast. Dann stille ich sie noch gegen 9 damit sie ihre Vitamin D Tablette bekommt. Um Vormittags und Nachmittags in den Schlaf zu kommen, braucht sie ebenfalls die Brust. Anders geht es überhaupt nicht. Abends ißt sie dann gegen 6 Uhr den Milchbrei und gegen 7 Uhr geht sie schlafen und trinkt nochmal eine volle Mahlzeit aus der Brust und schläft dann auch an dieser ein. Nachts wird sie durchschnittlich 2 mal wach und läßt sich auch nur durch stillen beruhigen. Aber Hunger kann sie ja eingentlich nicht haben. Ich denke das ist Gewohnheit. Vielleicht hätte ich es gar nicht so weit kommen lassen dürfen, aber ich kann sie einfach nicht schreien lassen. Wie bekomme ich sie denn jetzt am schonensten von der Brust weg? Haben Sie da vielleicht ein paar Tipps für mich? Vielen, lieben Dank für Ihre Antwort. Rebekka
Kristina Wrede
Liebe Rebekka, tatsächlich ist es so, dass es einem 13 Monaten altes Kind meist sehr schwer fällt, auf das Stillen zu verzichten. Das wird wieder "besser", wenn es etwas älter ist. Die Tatsache, dass deine Tochter Kuhmilch ablehnt könnte darauf schließen lassen, dass sie die (noch) nicht verträgt. Ein paar Monate können auch hier einen großen Unterschied machen... Mein Vorschlag wäre also: Schenk deiner Tocher noch 2 oder 3 Monate und schau, ob es dann nicht einfacher geht. Wenn du allerdings doch baldmöglichst abstillen möchtest, dann nenne ich dir hier ein paar Tips, die sich in anderen Familien bewährt haben: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Lieben Gruß, Kristina
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