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Hallo Biggi, meine Tochter ist jetzt 2,5 Jahre alt und ICH möchte sie abstillen. Sie wurde immer nach ihrem Bedarf gestillt (7 Monate voll) und seit einigen Monaten lasse ich sie nur noch stillen wenn sie eine Auszeit braucht (wehgetan oder sehr müde) ansonsten sage "nein, die Mama möchte jetzt nicht stillen"....aber abends ist es soooo bequem sie in den Schlaf zu stillen, aber irgendwie möchte ich einfach nicht mehr. Kann das jemand verstehen ? Wie schafft man nach so langer Stillzeit den konsequenten Absprung? Nachs schläft sie bei mir im Bett und ich versuche immer öfter ihr nachts wenn sie aufwacht (und das tut sie jede Nacht) nicht die Brust zu geben, sondern sie mit kuscheln und reden zu beruhigen.... Ratlose und stillmüde Grüße Steffi
Liebe Steffi, viele Frauen erleben zwischendurch eine Phase der Stillmüdigkeit. Sie wünschen sich wieder mehr Freiraum für sich und auch wieder mehr Verfügungsrecht über ihren Körper. Dieses Gefühl kennt vermutlich jede Frau, die längere Zeit stillt. Doch das ist letztlich nicht wirklich etwas, was sich durch Abstillen erreichen ließe, denn es ist nicht wirklich so, dass das Stillen die Frau "anbindet" und müde macht, sondern es ist die Mutterschaft. Wir alle haben irgendwann oder immer wieder einmal Sehnsucht nach dem Leben v.K. (= vor dem Kind) als "Mama noch eine Frau war". Vermutlich kennt mindestens die Hälfte aller Mütter dieser Erde das Gefühl "bitte nur zehn Minuten ganz für mich alleine, niemand der "Mama" ruft, niemand der mich anfasst und niemand der irgendetwas von mir will!!!" Diese Erschöpfung und Berührungsmüdigkeit befällt von Zeit bis Weilen Mütter von Kindern aller Altersklassen, bevorzugt aber Mütter von Kleinkindern zwischen 12 Monaten und drei Jahren. Je weiter Du jedoch versuchst, dich von deinem Kind abzugrenzen, um so mehr wird es deine Nähe suchen. Deine Tochter braucht diese grenzenlose Sicherheit, dass Du immer für sie da bist, um selbst zu einer sicheren Persönlichkeit heranreifen zu können. Dennoch heißt das nicht, dass Du jetzt bis zur Selbstaufgabe weitermachen musst. Ein liebevoller Vater kann durchaus einspringen und ein wenig Protest kann in Kauf genommen werden, denn schließlich ist dein Partner ja wohl kaum ein wildfremder Mensch für euer Kind. Sprecht mit eurem Kind, lass es spüren, dass ihr für es da seid und es beschützt, dass sie sich geborgen fühlen kann. Sie versteht schon mehr, als viele Menschen glauben. Gleichzeitig ist auch liebevolle Konsequenz angesagt und wenn Du dich sehr genervt und unter Druck gesetzt fühlst, dann gönne DIR eine Auszeit. Ein radikaler Brustentzug wird für dein Kind sicher sehr schwierig sein und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Ich wünsche dir, dass es klappt! LLLiebe Grüße Biggi
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