Mitglied inaktiv
Liebe Biggi! Du hast mir schon einige Male toll geholfen und so ist mir auch bei diesem Thema deine Meinung besonders wichtig. Mein Sohn, 5mon+ 1Woche wird noch vollgestillt. Ich wollte immer 6 mon vollstillen und dann zufüttern, aber viel weiterstillen. Naja und wie das immer so ist... man wird von allen Seiten zugequatscht wann was das Beste für UNS wäre. Lasse mir aber eigentlich net so schnell reinreden, aber verunsichert bin ich nun. Mein Sohn hat bisher keinen Schnuller und keine Nukelflasche gesehen. Nun die vielen wirren Fragen-- sorry dafür: -wie fändst du Abstillen am sinnvollsten? -Wäre es gut oder übertrieben auf eine Nukelflasche ganz zu verzichten und z.b. viel weiterstillen und zu den Mahlzeiten einen Trinklernbecher etc zu geben? -bin bisher immer für mein baby dagewesen, habe noch nie abgepumpt... nun würde ich aber gerne abends schwimmen gehen, das beisst sich leider mit der letzten Stillmahlzeit. Frage: kann man zufüttern auch mit dem Abendbrei beginnen oder ist das eher ungünstig? Habe seit einiger Zeit eh daS Gefühl das er abends nicht allzuviel Milch mehr bekommt, er zieht dann immer sehr heftig und unruhig. Werde aber morgen mittag mit Stilltee anfangen. (hatte bis vor kurzem immer Milch für Drillinge :-) Ich hoffe du steigst durch mein Gedankenwirrwarr durch. Ich danke dir schon mal sehr und finde wirklich , das du dir besonders viel Mühe hier gibst und sehr individuell antwortest. Das viele Mitlesen hat mich schon oft schlauer gemacht, nur bem Abstillen war für mich noch nicht das passend dabei. Schönen Abend noch, Gruss Mieke
Liebe Mieke, sicher ist es richtig und gut, einem sechs Monate alten Baby, das Interesse an fester Nahrung zeigt, diese dann auch anzubieten. Doch diese Einführung der Beikost sollte langsam erfolgen und keinesfalls kann die feste Kost die Muttermilch jetzt bereits in größerem Maße ersetzen. Generell ist es so, dass ein Kind in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden sollte und dann wenn das Kind seine Bereitschaft dazu erkennen lässt wird ERGÄNZEND zur Muttermilch die Beikost eingeführt. Ich weiß, dass fast überall steht: „zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird „eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. In welcher Reihenfolge die Stillzeiten durch andere Mahlzeiten ersetzt werden, bleibt jeder Mutter selbst überlassen. Es wird lediglich empfohlen neue Nahrungsmittel nicht am Abend einzuführen, da dann eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen in die Nacht fallen können und nach Möglichkeit sollten nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Mahlzeiten direkt nacheinander ersetzt werden. Wenn Du abends beim Schwimmen bist, solltest Du besser abgepumpte Milch geben lassen, evtl. mit einem Becher. Allmählich wird sich die Menge der Beikost von selbst steigern und etwa ab den ersten Geburtstag werden sich das Verhältnis Beikost zu Muttermilch langsam umkehren, bis sich das Kind (wenn es dazu die Gelegenheit erhält, die Entscheidung selbst zu treffen) schließlich irgendwann ganz abstillen wird. Im gesamten ersten Lebensjahr kann der Flüssigkeitsbedarf eines Babys vollständig über die Muttermilch gedeckt werden, vorausgesetzt, es wird weiterhin nach Bedarf gestillt. Dennoch ist es sinnvoll parallel zur Einführung der Beikost auch den Becher mit Wasser einzuführen. Biete deinem Kind zur Beikost einfach Wasser an. Wenn es durstig ist, wird es trinken, wenn nicht, wird es eben nichts trinken. Wasser ist das optimale Getränk für Erwachsene wie für Kinder, Tee oder Saft sind nicht notwendig. In Heft 1/2003 des „buLLLetin die andere Elternzeitschrift für den Still und Erziehungsalltag" mit dem Titel „Tischlein deck dich" wird das Thema Beikost ebenfalls ausführlich behandelt werden. Sicher wäre dieses Heft auch etwas für Sie. Das buLLLetin kann sowohl im Abonnement als auch als Einzelheft (buLLLetin Versand, Simone Kamer, Neumattstraße 20, CH3053 Münchenbuchsee oder auch beim Stillshop auf dieser Seite) bezogen werden. Ich hoffe, ich konnte dir alle Fragen beantworten, wenn nicht, melde dich wieder. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Guten Morgen! Dankeschön! Hört sich gut an, habe nun erstmal damit zutun, das richtig zu verstehen und für mich umzusetzen. DANKE!! Mieke
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