Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Hallo Biggi, ich bin gerade dabei, meine Tochter (1 Jahr) abzustillen. Bisher bekam sie morgens und abends die Brust und nachts noch 2-3 mal. Da sie bei uns im Bett schläft, ging das mehr oder weniger von allein. Seit vorgestern bekommt sie nur noch abends die Brust, und zwar eine Seite zum einschlafen und die zweite Seite, wenn sie sich zum ersten mal meldet (ca. 1 Stunde nach dem Einschlafen). Nachdem sie in der ersten Nacht beim nächsten Aufwachen ziemlich lange geschrien hat, weil sie die Brust nicht mehr bekommen hat (mit viel herumtragen, trösten und kuscheln ist sie nach 1 Stunde wieder eingeschlafen und ohne meinen Mann wäre ich wahrscheinlich weich geworden), ist sie das nächste mal sowie in der zweiten Nacht (da hat sie 7 Stunden am Stück geschlafen und sich überhaupt nur noch einmal gemeldet) jeweils nach ein paar Minuten und ein bisschen Tee wieder recht friedlich eingeschlafen. Morgens ab 5 bzw. 6 Uhr hat sie dann ein Fläschchen mit Kuhmilch bekommen, von dem sie aber mit mäßiger Begeisterung nur 150 ml (am ersten Tag) und 60 ml (am zweiten Tag) getrunken hat. Meine Fragen: 1. Ich habe durch das Stillen keine Vorstellung von der Menge, die sie morgens (da müsste sie ja hungrig sein) trinken „sollte“ – reicht das, was sie zu sich genommen hat? Wieviel Milch braucht ein einjähriges Kind überhaupt am Tag? Und wie viel sonstige Flüssigkeit? 2. Falls sie Kuhmilch einfach nicht mag: soll ich es doch mit Folgemilch probieren? Oder denkst Du, dass sie einfach noch ein bisschen Zeit zur Umstellung braucht, bis sie auf den Geschmack kommt? Und wie bzw. mit welchen Mengen könnte ich Milch noch ersetzen (Joghurt, Käse, etc.)? 3. Durch das relativ schnelle Umstellen auf nur noch einmal stillen am Tag (das war so gar nicht geplant, ich wollte ihr eigentlich übergangsweise auch noch morgens die Brust geben, aber es klappt eben so gut) machen mir meine Brüste ziemlich zu schaffen – sie fühlen sich an wie tonnenschwere Klötze und sind auch ziemlich schmerzempfindlich (wie beim Milcheinschuss) bevor die Kleine sie abends leertrinkt. Was kann ich da tun? Oder geht die Umstellung recht schnell und ich kann einfach abwarten? Entschuldige die lange mail, aber die Fragen haben sich halt angestaut – so wie die Milch:-) Vielen Dank und Gruss, Anja


Mitglied inaktiv

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Liebe Anja, ein einjähriges Kind sollte etwa 700 bis 1000 ml pro Tag trinken. Allerdings bekommt ein Kind, dass noch viel breiartige Kost isst über die Nahrung relativ viel Flüssigkeit. Eine gute Richtschnur, wenn es um die Flüssigkeitszufuhr geht ist der Urin des Kindes. Er sollte hell sein und kaum riechen. Ist der Urin dunkel und konzentriert, bekommt das Kind zu wenig Flüssigkeit. Nach dem ersten Geburtstag benötigt ein Kind etwa 350 ml Milch (oder etwas mehr als einen kleinen Joghurt) und 20 g Käse, um seinen Milchbedarf zu decken. Das heißt, dass ein Kind keineswegs zwingend Milch trinken muss und es ist sogar möglich, dass sich der Mensch nach dem Abstillen ganz milchfrei ernährt. Der Mensch ist ja ohnehin das einzige Säugelebewesen, das nach dem Abstillen noch weiter Milch einer anderen Art auf seinem Speiseplan stehen hat und auch beim Menschen gibt es eine ganze Reihe von Kulturen, die milchfrei und dennoch gesund leben. Notwendig ist die Milch auch wenn das in unserer Kultur oft nicht geglaubt wird nicht. Es gibt eine ganze Menge an kalziumreichen Nahrungsmitteln, mit denen sich der Kalziumbedarf decken lässt. Eine Tasse (227 g) gekochter Chinakohl ist eine alternative Möglichkeit zur Kalziumversorgung und bietet 86 % des Kalziumgehaltes einer Tasse (240 ml) Milch. Eine halbe Tasse (113 g) Sesamkörner die zu Backwaren und Pfannkuchenteig hinzugefügt oder über Salat oder Getreide gestreut werden können enthält doppelt so viel Kalzium wie eine Tasse (240 ml) Milch. Weitere Kalziumlieferanten sind Melasse, mit Kalzium angereicherter Tofu, Spinat, Broccoli, Zwiebelkraut, Winterkohl, Leber, Mandeln und Paranüsse sowie Dosensardinen und Lachs (die allerdings beide mitsamt der weichen Gräten gegessen werden). Wenn Sie absolut nicht mehr stillen wollen oder können, dann ist es unbedingt notwendig, dass Sie die Brust nun entweder durch Handausstreichen oder Abpumpen immer dann, wenn sie spannt, so weit entleeren, dass die Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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