Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abstillen

Frage: abstillen

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Hallo! Ich möchte gerne abstillen und hab auch schon die Tabletten Parlodel zuhause. Allerdings steht auf der Packung, dass man ab der 1. Tablette nicht mehr stillen darf. Wie schnell wirken denn die Tabletten (ich soll sie 1 Woche nehmen)? Kommt da trotzdem noch viel Milch nach, die ich dann ausstreichen muss, da ich ja dann ganz plötzlich mit dem Stillen aufhören muss, oder darf man das Baby schon noch ab und zu anlegen? Liebe Grüße, zwergi1


Biggi Welter

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Liebe Zwergi, Du kannst schon weiterhin anlegen, allerdings wird die Brust dann wieder Milch produzieren. Ich möchte dir aber trotzdem ans Herz legen, dein Baby ohne dieses Medikament abzustillen. Zu deinem Präparaten steht in dem Buch "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Spielmann, Steinhoff, Schaefer und Bunjes: "Erfahrungen. Bromocriptin (z.B.Pravidel) ist ein Ergotaminabkömmling. Als Prolaktinhemmstoff vermindert er die Milchproduktion und wird zur Behandlung des Prolaktinoms eingesetzt. Aufgrund beobachteter bedrohlicher kardiovaskulärer Wirkungen bei der Mutter ist heute die Anwendung zum Abstillen stark eingeschränkt (Arzneimittelkommission, 1989; vergl. Kap. 3.3). Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin zum Abstillen widerrufen (Herings et al., 1995)." Ich habe dir hier zu einigen der üblichen Mittel einmal die in der Roten Liste angegebenen Nebenwirkungen kopiert: Pravidel® (Parlodel) Nebenw.: GI Trakt: Leichte Übelkeit u. Erbrechen, Magen Darm Beschw., Appetitlosigkeit, Verstopfung, Mundtrockenheit. In Einzelfällen Berichte über Blutungen im Magen Darm Trakt sowie über Magen und Zwölffingerdarmgeschwüre. In diesen Fällen Behandlungsabbruch erforderlich. ZNS: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, gel. psychomotorische Unruhe, Schlafstör., Sehstör., Halluzinationen, Psychosen, Verwirrtheit. Außerdem Dyskinesie, Gefühl der verstopften Nase, Ödeme und Krämpfe in den Beinen, Miktionsbeschwerden, allerg. Hautreaktionen und Haarausfall. Im allg. treten diese Nebenerscheinungen nur bei hoh. Dosen auf und sind durch Dosisred. beherrschbar. Herz Kreislauf System: Selten Blutdruckabfall, insbes. bei Lagewechsel (Orthostase), bis hin zum Kollaps. Bradykardie. Blutdruckmessungen über die ges. Behandlungsdauer. Arrhythmien und Angina pectoris Anfälle mögl. Bei Langzeittherapie in hohen Dosen gelegentl. durch Kälte ausgelöste, vasospastisch bedingte Durchblutungsstörungen der Finger und Zehen, insbes. bei Morb. Raynaud in der Anamnese. Anw. im Wochenbett: Selten Bluthochdruck, Herzinfarkt, Krampfanfälle, Schlaganfall oder psychische Störungen. Bei einigen Pat. gingen dabei einem Krampf oder Schlaganfall starke Kopfschmerzen und/oder Sehstörungen voraus. Der Zusammenhang mit der Bromocriptineinnahme ist nicht gesichert. Blutdruck über die ges. Behandlungsdauer regelmäßig kontrollieren. Bei Bluthochdruck sowie bei schweren, sich verstärkenden oder langanhaltenden Kopfschmerzen (mit oder ohne Sehstörungen) oder sonstigen Zeichen einer Beeinträchtigung des ZNS Behandlung sofort abbrechen und Patientin eingehend untersuchen. Nebenw. Bei hochdos., langdauernder Anw.: In einigen Fällen Pleuraergüsse und pleuropulmonale Fibrosen. Bei einigen Pat. retroperitoneale Fibrose (nach mehrjähr. Behandl. mit über 30 mg Bromocriptin pro Tag). Bei Pat. Unter hochdos. Langzeittherapie auf die entspr. Symptome (z. B. Rückenschmerzen, Nierenfunktionsstörungen, Beinödeme) achten. Bei Diagnose fibrot. Veränd. im Retroperitonealraum oder Verdacht darauf ist die Behandl. abzubrechen. Es ist möglich auch ohne Abstillmedikamente auszukommen. Du kannst deine Brust durch kühlen und bei Bedarf vorsichtiges Ausstreichen oder Abpumpen (gerade soviel, dass die Spannung, die entstanden ist, nachlässt) dazu bringen, die Milchproduktion, die nach der Geburt zunächst einmal beginnen wird (auch wenn das Baby nicht angelegt wird) wieder zum Versiegen zu bringen. Zusätzlich kannst Du unterstützend naturheilkundliche Mittel (zum Beispiel Salbeitee) und homöopathische Mittel (lass dich da bitte von deiner Hebamme oder einem entsprechend ausgebildeten Arzt beraten) verwenden. Ein Einschränken der Flüssigkeitszufuhr ist nicht notwendig, hilfreich kann jedoch eine Einschränkung des Salzkonsums sein. Ich hoffe, deine Frage beantwortet zu haben. LLLiebe Grüße Biggi


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