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Meine Tochter Julia ist jetzt knapp 10 Monate alt. Sie ist ein Frühchen und kam 7 Wochen zu früh auf die Welt, hat aber lt. Kinderarzt keine Defizite in ihrer Entwicklung. Ich habe 6 Monate voll gestillt und seit nunmehr 4 Monate "üben" wir das Löffeln. Sie kann ganz gut essen, wenn sie nicht zu hungrig oder zu müde ist. Die Milchflasche verweigert sie kategorisch und auch aus der Trinklerntasse nimmt sie die Babymilch nicht an. Ich stille nachts ca. 2.00 Uhr, morgens ca. 7.00 Uhr, manchmal noch um 9.30 Uhr, aber eigentlich isst sie dann Butterbrot-Stückchen, ca. 12.15 Uhr Karotten-Rindfleisch-Kartoffeln-Brei ca. 130 g (selbstgekocht), ca. 16.00 Uhr Birne mit Naturreisschleim, oder Hirse oder Birne mit Reismehl aus dem Glas (1/2-3/4 Glas), ca. 18.30 Uhr Milchbrei Grieß oder Brot, da sie in letzter Zeit den Brei kategorisch ablehnt und nur schon schreit, wenn sie den Löffel sieht. Am liebsten würde ich nur noch morgens stillen, aber die Abendstillerei kann ich ihr irgendwie nicht abgewöhnen. Was kann ich tun. Denn ohne Stillen hat sie ja einfach nicht genug gegessen, wenn sie auch über den Tag verteilt ja auch eher bescheidene Portionen zu sich nimmt?! Nachts kam sie neulich diverse Nächte bis zu 5 Mal und wollte an die Brust. Die Phase scheint vorbei zu sein. Dennoch kommt sie jetzt wieder um 2.00 Uhr. Einmal habe ich sie schreien lassen und nach einer 1/2 Stunde ist sie unter heftigem Protest nach einigen Schlucken Wasser wieder eingeschlafen. Jetzt ist sie wieder erkältet, kriegt schlecht Luft und ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich ihr die Brust verweigere. Was kann ich tun, wenn sie doch keine Babymilchflaschen zum Eindösen am Abend akzeptiert?
? Liebe Katja, ich nehme an, dass Sie jetzt in absehbarer Zeit vollständig abstillen wollen. Dabei ist es jedoch nicht so, dass das Abstillen nur bedeutet, dass Sie die Muttermilch durch andere Nahrung ersetzen und das Abstillen wird Ihnen auch nicht automatisch ruhigeres Nächte mit einem durchschlafenden Kind bringen. Stillen ist viel mehr als Ernährung und Abstillen bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass sich „alle Probleme" in Luft auflösen oder der Alltag für die Mutter/Eltern einfacher wird. Die erste Frage, die Sie sich selbst jetzt beantworten müssen ist: Warum will ich abstillen? Die zweite lautet: Was erhoffe ich mir vom Abstillen? Und die Dritte: Wie realistisch ist es, dass sich meine Hoffnungen erfüllen und wie gehe ich damit um, wenn sie sich nicht erfüllen? Geben Sie sich ganz ehrliche Antworten auf diese Fragen und treffen Sie dann Ihre Entscheidung, wie Sie weiter vorgehen. Wenn Ihre Entscheidung abstillen lautet, dann versuchen Sie es einmal mit den unten aufgeführten Vorgehensweisen, die sich beim Abstillen eines älteren Babys bewährt haben: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Beim nächtlichen Abstillen kann es hilfreich sein, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Baby auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie ihm zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Versuchen Sie Ihrer Tochter auch einmal fingergerechte Nahrung zum Selberessen anzubieten. Es gibt Kinder, die sehr wohl essen würden, aber absolut keinen Brei wollen. Viele Kinder hassen es auch gefüttert zu werden und wollen selbst essen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, denn schließlich lässt sich sehr viel an fingergerechter Nahrung anbieten und außerdem hat es den Vorteil, dass diese Kinder in aller Regel sehr bald sehr gut selbst mit Besteck umgehen können und so problemlos am Familientisch mitessen können. Probieren Sie es doch einmal mit fingergerechter Nahrung und lassen Sie Ihr Kind selbst essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse- und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Auch Brot kann ab acht Monaten angeboten werden. Letztlich kann Ihr Kind inzwischen schon sehr viel vom Familientisch essen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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