Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, meine Tochter wird bald 10 Monate alt. So langsam möchte ich abstillen. Grds. stille ich sie noch morgends und abends und nachts auch häufiger. Tagsüber bekommt sie morgends etwas Obstbrei, Mittags Gemüsebrei und Nachmittags Obst- bzw. Getreidebrei. Ein großer Esser ist sie allerdings nicht. Nach ca. 100 gr. ist sie meist satt und will weiter spielen :-)). Manchmal habe ich das Gefühl, sie hat zum Essen einfach keine Zeit. Nun will sie seit ein paar Tagen auch tagsüber wieder gestillt werden. Ich will aber Abstillen. Ersetzen der Abendmahlzeit hat bisher auch noch nicht geklappt, da sie dann einfach hundemüde ist (geht gegen halb 7 ins Bett). Habe jetzt vor, sie tagsüber nicht mehr zu stillen. Allerdings weint sie dann, besonders, wenn sie müde ist und ein Schläfchen machen möchte. Hast Du einen besseren Vorschlag, wie ich vorgehen kann? Habe erst vor Abends/Nachts abzustillen, wenn sie am Tag ohne Brust auskommt. LG Anna
? Liebe Anna, ein Baby oder Kleinkind abzustillen bedeutet mehr als nur das Ersetzen der Muttermilch durch andere Nahrung, denn Stillen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Dies wird leider leicht einmal vergessen, wenn eine Mutter ihr Kind abstillen will, vor allem, wenn das Kind schon älter ist. Wenn Du deinem Kind am Tag die Brust vorenthältst, dann ist sehr gut möglich, dass es in der Nacht vermehrt danach verlangt, weil es nachholen muss, was es am Tag versäumt hat und Nachts noch viel mehr Mama-Tanken muss. Das von dir gewünschte möglichst baldige Abstillen wird bei deinem Kind deshalb nun kaum ohne Protest abgehen und von wird einerseits sehr viel liebevolle Zuwendung und andererseits die Bereitschaft, den Protest und die Tränen deines Kindes mit ihm gemeinsam durchzustehen verlangt werden. Eventuell kann dich auch dein Partner unterstützen und zumindest einen Teil der nächtlichen Betreuung übernehmen. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Ich werde dir nun noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. LLLiebe Grüße Biggi
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