Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, ich habe meinen Sohn jetzt 7 Monate voll gestillt. Da ich aber das Gefühl habe, dass mein Körper doch ziemlich abbaut, und auch mein Kinderarzt meint, dass ich zufüttern sollte, versuche ich gerade, ihn abzustillen. Leider klappt das nicht so gut. Die ersten zwei Löffelchen gehen so einigermaßen, danach ist erstens alles andere interessanter, und zweitens kneift er so dermaßen den Mund zu, dass ich unmöglich den Löffel hinein bekomme. Mit der Flasche kann ich ihn leider auch nicht füttern, da er die noch nie genommen hat, was natürlich auch ein Problem beim Teetrinken ist. Wie kann ich ihn denn nur abstillen ? Liebe Grüße, Rebecca


Biggi Welter

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Liebe Rebecca, leider wird immer wieder gesagt, stillen lauge die Mutter aus oder führe zu Erschöpfungszuständen usw. . Wenn das Stillen so anstrengend und für die Mutter belastend wäre, würden anerkannte Organisationen wie die WHO (Weltgesundheitsorganisation) nicht eine mindestens zweijährige Stillzeit für ALLE Kinder empfehlen (nicht nur für die, die in Entwicklungsländern leben, wie diese Empfehlung fälschlicherweise immer wieder ausgelegt wird). Die WHO setzt sich auch das Wohl der Frauen ein. Das Stillen laugt die Mütter nicht aus und schwächt auch nicht ihr Immunsystem, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Die Tatsache, dass Muttersein einer der härtesten und anstrengendsten Berufe der Welt ist, der sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr einen 24 Stunden Dienst ohne Urlaubsanspruch und Krankschreiben bedeutet, führt dazu, dass Mütter von kleinen Kindern oft anfälliger sind als kinderlose Frauen oder Frauen mit älteren Kindern. Es stellt sich außerdem die Frage, ob das Abstillen und das damit verbundene Mehr an Arbeit (dann müssen Flaschen vorbereitet und gereinigt werden, Flaschennahrung eingekauft werden, nachts muss die Mutter aufstehen, um die Teeflasche zu geben, statt sich einfach nur umzudrehen und ihr Kind im Halbschlaf anzulegen und weiterzuschlafen usw.) die Frauen nicht um ein Vielfaches MEHR belastet als weiterzustillen, bis die Mutter und ihr Kind bereit sind, die Stillbeziehung zu beenden. Dein Kind ist für alleinige Beikost auch noch viel zu klein, wenn Du jetzt abstillen möchtest, solltest Du dein Baby zur Flasche hin abstillen. Warum belässt Du es bei der Beikost nicht einfach bei der Menge, die dein Sohn gerne und ohne Tricks und Ablenkungsmanöver isst? Es ist nicht sinnvoll ein Kind zum Essen zwingen zu wollen. Dein Kind sollte essen dürfen, nicht müssen. Wenn es ohne Zwang geht, wird dein Kind sicher bald von alleine langsam immer mehr essen. Biete ihm auch einmal fingergerechte Kost zum Selberessen an, vielleicht gefällt ihm das besser, als gefüttert zu werden. Nun zum praktischen Vorgehen. Beim Abstillen solltest Du langsam und allmählich vorgehen und auch nicht gleich komplette Stillzeiten ausfallen lassen, sondern eine Stillzeit nach der anderen langsam immer weiter verkürzen und verringern. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche kannst Du dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Du beginnst, bleibt dir überlassen. Nach Möglichkeit sollten nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzt werden. Sollte die Brust auch bei dieser langsamen Vorgehensweise zu voll werden und zu spannen beginnen, kannst Du gerade soviel Milch vorsichtig ausstreichen oder abpumpen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Die Erfahrung zeigt, dass es beim Abstillen hilfreich sein kann, wenn die Frau den Salzkonsum einschränkt. Keinesfalls einschränken solltest Du deine Trinkmenge. Du solltest dich weiterhin nach dem Durstgefühl richten. Ehe sich die Milchmenge durch eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr vermindern würde, bekommst Du massive Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Die Empfehlung die Trinkmenge zu reduzieren gehört wirklich endgültig in die Mottenkiste der nicht ratsamen Tipps. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Du dich hierfür interessierst, wenden dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. Stillkinder müssen erst lernen, wie sie aus einer Flasche trinken müssen. Die Techniken beim Trinken der Brust bzw. der Flasche unterscheiden sich völlig voneinander. Das Baby empfindet den Flaschensauger wahrscheinlich als etwas Befremdliches, dem es nichts abgewinnen kann. Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt "Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie dein Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: o die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist o das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln o den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut o den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen o verschiedene Saugerformen und Lochgrößen ausprobieren o verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen o versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern o geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Ich hoffe, dir weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi


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Hi Rebecca, ich habe meine Tochter (10 Mon.) 5 1/2 Monate voll gestillt und bis sie 6 1/2 Monate war,hat sie auch immer nur 1- 2 Loeffel gegessen,wobei sie die dann manchmal noch ausgespuckt hat.Du koenntest doch einfach immer mal wieder anbieten und dazu stillen,brauchst ja nicht unbedingt ganz abzustillen.Meine Tochter hat heute noch Tage,wo sie lieber nur gestillt wird und dann wieder welche,wo sie gut Beikost ist.Nur kein Zwang,dann klappt das schon.Und mit dem Trinken:meine Tochter mag bis heute lieber aus 'nem Glas trinken als aus 'nem Trinklernbecher oder einer Flasche und sie mag lieber abgekochtes Leitungswasser als Tee.Kannst du ja vielleicht mal ausprobieren.Habe das Trinken aus dem Glas so mit 6 Monaten angefangen,am Anfang ist es zwar 'ne ganz schoene Matscherei,aber jetzt gehts.Und mittlerweile trinkt sie auch aus einem Trinklernbecher,aber nur,weil sie damit selber darf und doch schon so selbstaendig sein will. Schoenen Gruss Nadine


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