Mitglied inaktiv
Hallo Mein Sohn ist jetzt 6 Monate alt und bekommt seit 4 Tagen Mittags Frühkarotten. Klappt auch gut. Heute hat er schon ein halbes Gläschchen geschaft. Ansonsten wird er noch voll gestillt. Ich möchte allerdings jetzt gerne bis auf Nachts und Morgens auf Flaschenmilch umsteigen. (Habe meine Gründe dafür.) Wie mach ich das am besten? Ich dachte, am besten stille ich als erstes die Mittagsmahlzeit komplett ab. Also nach den Möhrchen ein Fläschchen? Darf er dann noch die kompletten für dieses Alter angegebenen 210 ml Milch trinken? Falls er noch so viel Hunger haben sollte solange er noch nicht das ganze Gläschen ist? Dann ja besser Wasser oder Tee hinterher, oder? Als nächstes wollte ich in ca. 2 Wochen nachmittags nicht mehr stillen. Und in 4 Wochen dann auch Abends Beikost einführen und Flasche und 2 Wochen später vormittags nicht mehr stillen. Darf ich ihn den Nachts dann noch nach Bedarf stillen oder bekommt er dann zu viel Milch? Und wenn ich dann nur noch morgens stille, kann er abundzu ein Fläschchen bekommen anstatt Mumilch? Es dauert doch eigentlich ein paar Tage bis der Körper das merkt. Da müßte es doch mit dem stillen eigentlich noch weiterhin klappen? Und dann noch eine Frage. Haben im Dezemter eine große Party. Darum auch meine Frage mit Morgens mal Flasche. Wenn ich also Abends und Nachts Alkohol trinke und erst 1,5 Tage später wieder stille, müßte doch der Alkohol weg sein. Oder besser nicht machen? Mal ein dickes Lob an dich. Hab hier unter der Suchfunktion schon viele hilfreiche Tipps gefunden. Du machst das wirklich super. Kompliment. Melanie
Liebe Melanie, hab Dank für deine lieben Worte :-). Wenn Du die Mittagsmahlzeit ersetzen magst, kannst Du deinem Baby nach der Beikost noch eine Flasche geben. 100 ml Muttermilch haben etwa 70 kcal, 100 g Karotten haben etwa 20 kcal. Um also die gleiche Kalorienzahl wie mit 100 ml Muttermilch zu bekommen, müsste dein Kind mehr als 400 g Karotten essen. Stell dir diese Menge einmal vor. Du kannst deinem Baby Pre-Milch füttern, damit kannst Du es nicht überfüttern, Unter einer Pre-Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre-Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Vollständig auf feste Nahrung umstellen kann man mit etwa einem Jahr, dann können auch die Milchmahlzeiten aus Milchprodukten bzw. Milch aus dem Becher bestehen. Sicherlich kannst Du versuchen, dein Baby weiter zu stillen und ihm auch ab und zu eine Flasche zu geben. Leider passiert es aber oft, dass ein Baby sich recht schnell zur Flasche hin abstillt und die Brust verweigert. Zum Thema Alkohol in der Stillzeit gilt folgendes: Das Komitee für Medikamente der Amerikanischen Akademie der Kinderärzte betrachtet Alkoholgenuß in der Stillzeit als vertretbar, obwohl beim Konsum großer Alkoholmengen Nebenwirkungen beobachtet wurden. Es konnten keine Schädigungen durch gelegentliches Trinken oder regelmäßiges Trinken geringer Alkoholmengen (ein Glas oder weniger täglich) festgestellt werden. Alkohol geht unbehindert in die Muttermilch über. Man hat herausgefunden, dass die Konzentrationsspitze in der Muttermilch 30 bis 60 Minuten nach dem Trinken bzw. 60 bis 90 Minuten nach dem Genuß von alkoholhaltigen Nahrungsmitteln erreicht wird (Lawton 1985). Alkohol wird auch unverändert aus der Milch und dem Kreislauf der Mutter ausgeschieden. Bei einer Frau mit einem Gewicht von 55 kg dauert es etwa zwei bis drei Stunden, bis die Alkoholmenge von einem Glas Bier oder Wein von ihrem Körper abgebaut wird (Schulte 1995). Allerdings dauert es um so länger, den Alkohol abzubauen, je mehr davon aufgenommen wurde. Bei einer Frau von 55 kg dauert es bis zu 13 Stunden, bis ein Glas eines hochprozentigen Getränks abgebaut wird. Die Auswirkungen von Alkohol auf ein gestilltes Baby stehen in direktem Zusammenhang zu der von der Mutter konsumierten Menge. Mäßiger bis starker Alkoholgenuß einer stillenden Mutter kann den Milchspendereflex beeinträchtigen, die Milchaufnahme des Babys hemmen, die motorische Entwicklung des Babys beeinträchtigen, langsame Gewichtszunahme und andere Nebenwirkungen beim Baby verursachen. Solltest Du noch Fragen haben, bin ich gerne für dich da. LLLiebe Grüße Biggi
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