Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Liebe Biggi! Nach fünf Monaten möchte ich nun (und den Entschluss habe ich mir reiflich überlegt) abstillen. Zu meiner völligen Überraschung lehnt aber mein Baby die Flasche völlig ab und beginnt nach einigen Versuchen fürchterlich zu schreien. Er hält das bis zu sechs Stunden durch, dann werde ich in der Regel weich und gebe ihm (manchmal ziemlich widerwillig dann die Brust). Wie kann man ein Kind dazu bringen aus der Flasche zu trinken? Ich sehe keine Grausamkeit darin, ein Kind auf die Flasche umgewöhnen zu wollen - bin aber völlig ratlos wie ich es machen soll. Gerade bei so warmen Tagen wie jetzt will ich nicht nach der Methode - wenn der Durst groß genug ist, wird er schon die Flasche nehmen - vorgehen, weil das kann bei meinem hartnäckigen Kind sehr lange dauern. Wäre sehr dankbar für jede Art der Hilfestellung! Mit lieben Grüßen Elisabeth


Biggi Welter

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? Liebe Elisabeth, als Stillberaterin überrascht es mich überhaupt nicht, dass Ihr Kind die Flasche ablehnt. Wenn Sie unbedingt zur Flasche hin abstillen wollen, dann sollten Sie sich mit etwas Geduld wappnen, denn da die Trinktechniken an Brust und Flasche vollkommen voneinander unterscheiden, wissen viele Stillkinder zunächst nicht, was sie mit der Flasche anfangen sollen. Dazu kommt, dass sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab.Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt „Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: • die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist • das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln • den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut • den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen • verschiedene Saugerformen und Lochgrössen ausprobieren • verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen • versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern • geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und sicher der bessere Weg als das Kind dursten oder hungern zu lassen. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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