Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Liebe Biggi! Da mein Sohn bald 6 Monate alt ist, möchte ich nun bald beginnen abzustillen. Da er bisher immer noch satt geworden ist,-kommt tagsüber alle 3,5h und schläft nachts mal bis 1 oder 5 Uhr oder durch(wieso eigentlich so komisch?)-weiß ich nicht, ob ich mit der Beikost beginnen sollte oder ob ich ihn erst noch an die Flasche gewöhnen sollte. Wenn ja, dann welche Milchnahrung? (Pre-, 1 oder schon 2 ?)Mein Sohn ist auch relativ groß für sein Alter und gut genährt. Danke! Grit&Oli


Biggi Welter

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? Liebe Grit, wie rasch möchtest Du den abstillen? Wenn dein Sohn alle Anzeichen für die Bereitschaft zu Beikost zeigt, kannst Du nun allmählich mit der Einführung der festen Nahrung (auch Brei ist feste Nahrung) beginnen und so allmählich immer mehr Beikost anbieten und deinen Sohn langsam bis etwa zum ersten Geburtstag abstillen. Wenn Du pro Monat eine Stillzeit durch andere Nahrung ersetzt und dein Kind parallel dazu an den Becher gewöhnst, kannst Du ganz um die Flasche herumkommen und auch künstliche Säuglingsnahrung ist nicht zwingend erforderlich. Schau dir dein Kind einmal in Hinblick auf die folgenden Anzeichen an: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, • der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Auch Babys, die mit künstlicher Säuglingsnahrung gefüttert werden, sollten in den ersten sechs Monaten keine andere Nahrung erhalten. Größe und Gewicht sind keine Kriterien für den Beginn der Beikost, denn beides hat nicht sehr viel mit der Reife des Kindes zu tun (Schau dir im gelben Vorsorgeuntersuchungsheft einmal in den Kurven an, wie groß die Schwankungsbreite in Größe und Gewicht bei Babys im gleichen Alter sein kann). Falls Du schneller abstillen magst, wirst Du um die Einführung von Flasche und künstlicher Säuglingsnahrung nicht herumkommen. Pre-Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Bei einem allergiegefährdeten Kind kann eine HA-Nahrung sinnvoll sein, allerdings ist umstritten, ob HA-Nahrung im zweiten Lebenshalbjahr noch sinnvoll ist.. Folgenahrung (2er-Nahrung) ist ernährungsphysiologisch nicht notwendig und darf - wenn sie überhaupt verwendet wird - nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden, da sie nicht als alleinige Nahrung geeignet ist. Schwankungen im Schlafverhalten sind absolut normal und wenn wir Erwachsenen ehrlich sind, schlafen wir auch nicht jede Nacht gleich. LLLiebe Grüße Biggi


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