Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Hallo Biggi, mit zwei kindern kommt man einfach nicht mehr zum Fragenstellen; aber jetzt muß ich doch endlich mal wieder hierher kommen. Tobias, unsere Nummer zwei, wird heute genau acht Monate alt und ich stille und stille noch. Manchmal sogar noch voll. Mittags nimmt er zwar Löffel vom Möhren-Kartoffel-Brei und abends manchmal eine ganze Portion selbstgemachten Wasser-Reisflocken-Obst-Brei, aber das scheint alles keinerlei Auswirkungen auf sein Trinkverhalten an der Brust zu haben. Insbesondere nachts stille ich zwischen 20 Uhr und 6 Uhr bis zu viermal. Ich will aber doch endlich mal mehr abstillen. kann ich abends schon mal mit Kuhmilch anfangen? (Bei uns besteht keine Allergie-Gefahr.) Wenn ich ihm mittags einen Fleischbrei löffele, dann lehnt er ihn ab, auch Kürbis oder mais mit Möhren geht nicht; wirklich nur Möhren mit Kartoffel, aber davon bekomme ich ihn ja nun mal nicht satt. Und ich mische echt etwas Butter mit drunter. Das Stillen dient bei uns sehr oft auch noch zum Einschlafen, eine Gewohnheit, auf die ich mich leider eingelassen habe, und von der ich gerade nicht wegkomme. Einschlafen alleine macht er nur manchmal unter langem Geschrei, das pack ich meist nicht, denn ich will nicht, daß eines meiner Kinder so weinen muß, ich bin doch da. Und das mit dem mangelnden Durchschlafen raubt wirklich auch die Kräfte. Zuerst will ich mich aber dem Abstillen widmen, damit ich wieder mehr körperliche Kräfte habe. An die Flasche soll er vorerst noch nicht, dafür trinkt er auch schon viel zu schön aus dem offenen Becher. Mit dem Löffel haben wir kurz vor Vollendung des ersten Lebenshalbjahres begonnen und das Essen vom Löffel klappt auch gut, nur halt nicht genug von der Menge her. Ich habe ihn recht viel an der Brust, abe res wird schon irgendwie etwas besser. Oder rätst Du mir zu einer anderen Reihenfolge? Vielleicht erst das Alleine-Einschlafen oder erst das Durchschlafen in Angriff nehmen? Oder soll ich einfach noch zu warten. Er ist ja doch noch sehr klein. Ist meine Milch denn immer noch so gut für ihn? Insgesamt scheint er sich grobmototrisch sehr langsam zu entwickeln, was mich nicht stört, was aber dazu passen könnte, daß er halt noch viel an mir dran ist. Den Daumen hat er nicht gefunden, einen Schnuller nie erhalten, von daher brauchte ich anfangs die brust auch zu beruhigen. Eine andere Mutter machte mir kürzlich ihre Meinung klar: Die Brust sei nur zum Füttern, aber nicht zum Beruhigen dar. Habe ich da wohl falsche Weichen gestellt? Für jeden Tip dankbar, Gruß, Lisa


Biggi Welter

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? Liebe Lisa, ich kann verstehen, dass Du dich nach längeren Schlafphasen in der Nacht sehnst. Welche Mutter mit Baby oder kleinem Kind tut das nicht:-). Doch Du weder das Abstillen noch eine deutliche Erhöhung der Beikostmenge werden dir eine Garantie für ruhigere Nächte verschaffen. Auch das Alleine-Einschlafen wird nicht zu längeren Schlafphasen führen. Denn ein Baby schläft dann „durch", wenn es dazu reif ist und das Reifen unserer Kinder können wir nur begleiten, aber nicht beschleunigen oder gar erzwingen. Deine Milch ist immer noch ein extrem hochwertiges Nahrungsmittel für dein Kind und bringt ihm noch immer unzählige Vorteile (und auch für dich hat das Stillen noch eine Menge gesundheitlicher Vorteile, so verringert das Stillen zum Beispiel dein Osteoporoserisiko). Außerdem ist Stillen viel, viel mehr als eine Methode ein Kind mit Nahrung zu versorgen. Die Meinung der anderen Mutter kann ich da absolut nicht teilen. Seit Jahrtausenden ist Stillen auch eine Möglichkeit ein Kind zu trösten, es zu beruhigen und in den Schlaf zu begleiten. Stillen gibt Geborgenheit und ist ein sicherer Hafen, auch und besonders für ein älteres Baby und ein Kleinkind. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Deshalb kann man nicht davon sprechen, dass einem Baby das Einschlafen an der Brust angewöhnt wurde, sondern es ist vielmehr so, dass dies dem natürlichen Verhalten entspricht. Dein Sohn ist noch so klein und er braucht dich und deine Nähe, gleich ob Du stillst oder nicht. Das Stillen macht dir das Leben sogar einfacher - auch wenn Du das nicht immer so sehen wirst im Moment. Vielleicht gibt es Wege, wie Du dir den Alltag erleichtern kannst, so dass Du zu mehr Ruhe und Erholung finden kannst. In fast jedem Haushalt gibt es Arbeiten, die eingespart oder reduziert werden können und die dabei gewonnene Zeit kannst Du für dich nutzen. Lass dein Baby einfach Baby sein und suche dir Nischen, in denen Du etwas für dich tun kannst. LLLiebe Grüße Biggi


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