Mitglied inaktiv
Hallo Frau Welter! Meine Kleine ist nun fast 13 Monate alt. Und sie nuckelt und nuckelt... Kann ich noch hoffen, daß sie sich noch von selbst abstillt? :-) Es ist soweit alles o.k., aber nach einem Jahr würde ich doch ganz gern mal wieder durchschlafen. ;-) Wenn sie sich nicht selbst abstillt, wie kann ich sie jetzt abstillen? Vielleicht sollte ich noch etwas warte, bis sie versteht!? Danke Nyah
? Liebe Nyah, selbstverständlich können Sie davon ausgehen, dass sich Ihre Tochter von selbst abstillen wird. Doch es ist unwahrscheinlich, dass sie dies innerhalb der allernächsten Zukunft tun wird. Kinder, denen der Zeitpunkt des Abstillens selbst überlassen wird, stillen sich in aller Regel irgendwann zwischen den zweiten und vierten Geburtstag ab, ein früheres selbstbestimmtes Abstillen ist eher selten. Sie sollten jedoch an das Abstillen keine allzu großen Hoffnungen auf das Durchschlafen knüpfen. Abstillen ist keine Garantie für ruhigere Nächte. Wenn Sie zu dem Schluss gekommen sind, das Sie jetzt abstillen wollen, dann ist das eine Entscheidung, die nur Sie treffen können, doch rechnen Sie nicht damit, dass damit automatisch längere Schlafphasen erreicht werden, Sie könnten eine herbe Enttäuschung erleben. Ich werde Ihnen nun einige Methoden vorstellen, die sich beim Abstillen eines älteren Babys oder Kleinkindes bewährt haben: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre „punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. Denken Sie daran, Stillen ist viel mehr als nur Nahrungsaufnahme. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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Versehentlich doppelter Beitrag
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