VanessaMelek
Hallo liebe Frau Welter, ich bin aktuell sehr verzweifelt, meine Tochter ist 11 Monate und ich stille sie. Ich möchte gerne abstillen, da ich bald wieder das arbeiten anfange und mir sonst die Energie fehlt, da sie nachts alle 30-60min an die Brust möchte. Es ist für mich sehr anstrengend geworden nachts zu stillen. Tagsüber habe ich damit kein Problem. Wenn ich ihr den Schnuller gebe verweigert sie ihn meistens sofort und fängt an zu weinen. Sie sagt direkt, dass sie an die Brust will. Das andere Problem ist, das Sie tagsüber fast garnichts isst. In der Früh isst sie garnichts, Mittags isst sie wenn es hochkommt ein kleines Stück Avocado. Obst mag sie sehr gerne und kann davon schon mehr essen. Abends isst sie manchmal einen Getreidemilchbrei oder auch bei uns mit, ich biete ihr meistens beides an Aber selbst davon isst sie nur 5-6 Mini Löffel. Wasser/Tee trinkt sie auch kaum und spuckt es meistens wieder aus! Ich stille sie Tagsüber 3-4 mal. Wie soll ich sie am besten abstillen? Muss ich ihr nachts noch pre anbieten? Sie verweigert auch die Flasche. liebe Grüße und vielen Dank michelle :)
Liebe michelle :), es scheint, dass dein Kind viel Nähe braucht, wenn du nun abstillst, wird dein Kind deswegen sicherlich nicht weniger anhänglich sein und genauso oft aufwachen wie bisher. Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Abstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls du diese Vorstellung haben solltest, könntest du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben Wenn du nicht mehr stillen magst, wird es ohne Tränen nicht klappen. Die Ansätze von Elizabeth Pantley, der Autorin von "Schlafen statt Schreien", könnten dir dann vielleicht helfen. Von ihr stammt auch eine Idee zur Einführung einer stillfreien Zeit in der Nacht. Hier fasse ich dir kurz zusammen, wie es geht: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird (sie verstehen es auch dann, wenn wir denken, sie seien noch viel zu klein um zu begreifen, was los ist!), und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die stillfreie Zeit allmählich länger, und du findest Schritt für Schritt mehr Ruhe in der Nacht. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch Weinen oder Schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst du ihm während der stillfreien Zeit einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du die stillfreie Zeit nicht zu lang ausdehnen solltest pro Nacht, oder vielleicht doch noch ein bisschen warten und durchhalten solltest. Die Autorin selbst meint, dass ca. 11-monatige noch recht jung für diese Form von Schlaftraining sind. Allerdings ist ihr Ansatz um Welten besser als jede Ferber-Methode, bei der ein Baby schreien gelassen wird nach bestimmten Schemata bzw. Zeitintervallen. Du schreibst, dass dein Baby kaum isst, vielleicht hat es einen Eisen- oder Zinkmangel, der für die Appetitlosigkeit verantwortlich ist. Wurden die Werte schon einmal kontrolliert? Lieben Gruß Biggi
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