Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen weil Kind in die Krippe geht?

Frage: Abstillen weil Kind in die Krippe geht?

danniisa

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Hallo, Ich lese schon lange eure Tipps hier im Forum jetzt hab ich selber eine Frage. Meine Tochter ist jetzt 15 Monate und soll in 2 Monaten dann in die Krippe gehen (von 8-14 Uhr). Ich stille sie noch bei Bedarf und vor dem Einschlafen. Bei der Anmeldung in die Krippe legte mir die Erzieherin jetzt nahe abzustillen. Das wäre dann für die Erzieherinnen leichter da diese ja auch nicht zum trösten oder einschlafen stillen könnten. Ist es wirklich notwendig abzustillen? Falls ja wie stell ich das an ohne Geschrei? Ich würde eigentlich gern so lange weiterstillen wie es die Kleine verlangt und ich genieße auch die Nähe die ich dadurch zu meinem Kind habe. Vielen Dank schon mal :)


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe danniisa, dein Kind weiß ganz genau, dass es nur bei DIR stillen kann und es wird die neue Situation akzeptieren. Gerade jetzt ist es wichtig, dass zu Hause nicht auch noch Veränderungen kommen, dein Kind braucht Sicherheit! Es ist immer gut, sich auch seine eigenen Gedanken zu machen und aufs Mutterherz zu hören... tatsächlich macht es keinen Sinn, dein Baby abzustillen, denn es tut ihm wirklich gut, in der Zeit, die ihr zusammen seid, "Normalität" tanken zu können. Leider lässt uns unser Alltag wirklich wenig Alternativen, und für viele kleine Kinder ist die intensive Fremdbetreuung und das Leben in der Gruppe einfach eine riesige Herausforderung. Ich bedauere es sehr, dass manche Erzieherinnen Mütter so verunsichern und irgendwelche Empfehlungen aussprechen, die nur ihre eigene Meinung spiegeln :-(. Weißt du, was ich auch erschreckend finde: Dass wir Mütter uns immer so schnell verunsichern lassen. Und das meist noch von Leuten, die überhaupt keine eigene Erfahrung vorweisen können, sondern nur aus dem Vorurteil heraus! Geh doch noch mal in der Kita selbst vorbei und stelle das klar: Ihr stillt und werdet das auch weitermachen. Und dass du sie darum bittest, das zu respektieren, auch wenn sie selbst das für völlig verquer halten. Also: Angriff blasen. Ich gehe davon aus, dass danach alles ruhig sein wird (na ja, vermutlich werden sie dir schon bei passender Gelegenheit unter die Nase reiben, dass dein Kind das einzige ist, das dies oder jenes nicht kann oder macht. Auch dann: Bleib locker und denk dir: Daraus können die Erzieherinnen ja wieder was dazu lernen, dein Kind auf jeden Fall wird es schaffen, denn unsere Kleinen sind Weltmeister im anpassen!!!). Wie soll dein Kind es verstehen, wenn es nicht nur von den Betreuerinnen, sondern auch noch von dir abgelehnt wird? Es ist ja nicht so, dass dein Kind auf einmal keine Nähe mehr braucht, wenn es abgestillt ist, im Gegenteil, es wird das Kuscheln noch viel mehr einfordern. Dein Kind muss sich jetzt daran gewöhnen, dass es nur bei dir an die Brust darf und das WIRD es auch lernen, wenn die Betreuerinnen liebevoll und konsequent sind, aber das erreichen sie nicht damit, dass Du abstillst. Für mich sieht es auch ein wenig so aus, dass der scheinbar einfachste Weg gesucht wird und das würde ich auch klären. Sprich mit den Erzieherinnen, erkläre ihnen deinen Weg und steh für dich und dein Kind ein. Frag sie doch mal, was sie sich erhoffen, wenn Du nicht mehr stillst, denn dein Kind wird ja dadurch nicht weniger Nähe brauchen….. Der Einstellung, dass das Langzeitstillen die Loslösung beeinträchtige oder ein Problem in Hinblick auf die Theorie des Übergangsobjektes darstellt, ist keineswegs bewiesen. Dieser Vorstellung liegt eine Hypothese zugrunde, für die es keinen Beweis gibt. Diese Überlegungen beruhen auf Beobachtungen in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe die vor langer Zeit gemacht wurden. Dem Stillen oder gar dem längeren Stillen wurde dabei überhaupt keine Aufmerksamkeit entgegengebracht (wohl auch, weil kaum bzw. nicht lange gestillt wurde). Die Praxis zeigt jedenfalls, dass langzeitgestillte Kinder nicht unselbständiger sind als kurz oder gar nicht gestillte Kinder und auch keine vermehrten Probleme mit der Loslösung haben, im Gegenteil: Oft haben sie ein so starkes Vertrauen in sich und die Welt, dass sie recht forsch die Welt entdecken wollen. Außerdem spricht gegen diese Theorie, dass es dann weltweit gesehen sehr viele Kinder Probleme mit der Selbstregulation haben müssten, denn es gibt ja nun mal viele Kulturen, in denen das lange Stillen deutlich über das Babyalter hinaus üblich ist und es gibt Kulturen, in denen keine Übergangsobjekte bekannt sind. Das lange Stillen führt definitiv nicht zu einer verspäteten Loslösungsphase. Wichtig ist, dass Du klar bist und auch den Erzieherinnen zuhörst, dass ihr gemeinsam einen Weg findet, der für alle passt! Ich wünsche dir von Herzen, dass es ein gutes Gespräch wird und würde mich wirklich sehr über eine Rückmeldung von dir freuen. Ganz liebe Grüße Biggi


zweizwerge

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Huhu, ich hab auch nicht abgestillt, als es in die Krippe ging. Es hat mir allerdings geholfen, vorher schonmal auszuprobieren, dass die Kinder während der Zeit, die sie in der Krippe verbringen sollen, problemlos ohne Stillen sein können. Das kann man ja z.B. ausprobieren, indem mal der Papa oder Oma einen langen Vormittag mit den Kindern verbringt - ich habe auch getestet, dass es mit mir und Füttern/anders ablenken geht. Dadurch hatte ich selbst keine Zweifel und keine Angst, dass der Faktor Stillen es für die Kinder in der Krippe schwer machen würde - und drumherum haben wir trotzdem fleißig weitergestillt, was für die Kinder ganz wichtig war :-). Zudem könnte es bei der Kommunikation mit den Erzieherinnen langfristig helfen, wenn Du ihnen sagen kannst, klar, Du stillst, aber die Kinder können auch mal ohne, wie z.B. mit Papa oder Oma getestet. Einschlafen ist üblicherweise in der Krippenumgebung kein Problem, auch wenn es daheim meist mit Stillen funktioniert. Viel Glück!


danniisa

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Vielen Dank für die ermutigende Antwort. Ich fühl mich jetzt bestärkt das Stillen weiter so beizubehalten. Ich werde nochmal mit den Erzieherinnen reden.


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