Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen und Beikost

Frage: Abstillen und Beikost

Kbetti

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Liebes Expertenteam! Meine Tochter ist 5,5 Monate alt und wird komplett gestillt. Da ich endlich wieder gerne eine Nacht durchschlafen möchte (sie trinkt alle 3 Stunden) würde ich gerne versuchen die Abendmahlzeit durch ein Fläschchen (würde premilch geben) zu ersetzen: Ist dies ratsam (oder sollte ich lieber mit einer anderen Tageszeit beginnen um zu sehen wie sie es verträgt)? Ich würde gerne noch weiterstillen und nur abends oder eventuell mal zu Ausnahmefällen dazu die Flasche geben - wie kann ich sicherstellen, dass ich trotzdem genug Milch habe (ohne Entzündung)? Zudem wollen wir in 2 Wochen mit Beikost beginnen - ist dies ratsam oder sollten zwischen Umstellung auf Flasche und Beikost mehr Zeit liegen? Vielen vielen Dank! LG Bettina


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Bettina, es ist leider ziemlich normal, wenn ein Baby in diesem Alter so schlecht schläft. Als Eltern glauben und hoffen wir immer auf eine lineare Weiterentwicklung der Fähigkeiten unserer Kinder. Beim Schlafverhalten können wir jedoch nicht davon ausgehen, dass die Entwicklung kontinuierlich verläuft, im Gegenteil, relativ viele Babys schlafen mit zwei Monaten deutlich länger und anhaltender als mit vier oder acht Monaten. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Du brauchst also keine Angst zu haben, dass deine Milch nicht nahrhaft genug ist. Eine Flasche würde ich anfangs nicht am Abend geben. Mit der Beikost kannst Du schon beginnen, allerdings anfangs nur löffelweise, es wird nicht gleich eine Mahlzeit ersetzt. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt dir in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Als stillende Mutter hast Du den ungeheuren Vorteil, dass Du dein Kind durch diese für alle anstrengende Zeit begleiten kannst, ohne dass Du richtig wach werden und aufstehen musst. Genieße dieses Privileg, dich einfach nur umdrehen zu müssen, so dass dein Kind an deine Brust kann und dann, wenn schon nicht sofort weiterschlafen zu können, so doch zumindest ruhen kannst. Wenn Du gerne liest und ein Buch lesen möchtest, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich dir wärmstens „Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Du im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen kannst. Sehr empfehlenswert ist auch von Sibylle Lüpold das Buch: "Ich will bei euch schlafen - Ruhige Nächte für Eltern und Kinder." Von ihr ist auch die Broschüre "Kinder brauchen uns auch nachts", in der 20 namhafte Experten wie Dr. William Sears, Prof. Dr. Gerald Hüther und Prof. Dr. Remo Largo gute Argumente liefern , weshalb von der Anwendung eines Schlaftrainings, wie zum Beispiel der Ferber-Methode, abzuraten ist. http://www.fuerkinder.org/files/broschre_kinder_brauchen_uns_auch_nachts_de.pdf LLLiebe Grüße Biggi


Kbetti

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Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort! Stimme vollkommen zu und werde daher weiterhin die Brust in der Nacht anbieten. Dennoch werde ich bald schrittweise die Flasche einführen (eventuell morgens/ nachmittags)- ist dies in Ordnung mit gleichzeitiger Beikosteinführung (so wie Sie es beschrieben haben)? DANKE!


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