Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen und Babyernährung

Frage: Abstillen und Babyernährung

Mitglied inaktiv

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Hallo, meine Tochter ist knapp 5 Monate alt und wurde bis vor 3 Wochen voll gestillt. Ich arbeite seit September und wollte eigentlich abpumpen und mein Mann sollte ihr dann die Mumi mit der Flasche oder Becher geben bis ich zurück bin, aber die Kleine hat bis heute keine Mumi aus der Flasche getrunken (auch nicht Becher, nicht mit Fencheltee oder Fertigmilch gemischt, gar nicht), aber den Tee trinkt sie immer aus der Flasche (habe auch andere Sauger bzw. Schnäbel ausprobiert). In meiner Verzweiflung hatte ich ihr in der letzten Woche zuhause Milch-Grießbrei angeboten - ißt sie tatsächlich sehr gern und gut vom Löffel. Jetzt haben wir es mit der Mumi aufgegeben. Es ist soooo nervig. Sie trinkt dann auch nach 4 Stunden länger nicht davon. Mein Mann gibt ihr vormittags den Brei (manchmal mit etwas Mumi drin) und dann Birne. Ich denke, es läuft aufs Abstillen hinaus, auch weil ich schon sehr, sehr dünn geworden bin und mich recht schwächlich fühle. Ich wollte in 1-2 Wochen mittags Gemüsebrei geben und das Stillen zunächst auf abends bis morgens reduzieren (auch wenn ich am WE zuhause bin). Dann hätte sie tags 3 Breimahlzeiten und sonst Brust. Aber sollte sie nicht auch Folgemilch bekommen, wenn ich irgendwann ganz abgestillt habe? Denn die hat sie ja auch nicht getrunken. Oder reicht die aus dem Milch-Grießbrei? Und seit ich arbeite, habe ich noch mehr Milch, nicht nur, weil die Kleine nicht zum Trinken da ist, sondern auch weil sie mir fehlt, wenn ich an sie denke, habe ich sofort den Milchspendereflex und es kommt immer mehr Milch. Jetzt versuche ich, die Milchmenge zu reduzieren (weniger trinken, Salbeitee), aber meist muß ich 1x/Tag bei der Arbeit pumpen, sonst tut es sehr weh und ich habe Angst vor Milchstau bzw. Mastitis. Wie schnell bekommt man das denn, merke ich das rechtzeitig? Ich versuche, möglichst wenig zu pumpen, damit ich es nicht noch mehr anrege. Außerdem bin etwas verunsichert, weil alles so schnell geht, nicht 2-4 Löffel am Tag und über Wochen als Brei ersetzen, sondern gleich fast 2 Mahlzeiten/Tag. Aber sie ißt sehr gut vom Löffel. Und trinkt auch weiterhin ihren Fenchel-Kümmel-Anis-Tee aus der Schnabel-Flasche. Ich möchte gern wissen, ob das alles überhaupt akzeptabel ist oder was ich besser machen kann und soll. LG Ayshe


Biggi Welter

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? Liebe Ayshe, als erstes sollten Sie sich selbst klar werden, was SIE wollen! Selbstverständlich können Sie teilweise weiter stillen auch wenn Sie arbeiten, das steht absolut außer Frage. Das Stillen laugt Sie auch nicht aus, im Gegenteil: Durch das Stillen können Sie in den Zeiten, in denen Sie mit dem Baby zusammen sind, Ruheinseln finden. Ihre Tochter braucht keine künstliche Säuglingsnahrung (und erst recht keine Folgemilch, ernährungsphysiologisch sind Folgenahrungen überflüssig, das Baby kann bis zum ersten Geburtstag eine Pre-Nahrung erhalten). Sie können seinen Milchbedarf weiter mit Muttermilch decken, indem Sie entweder immer dann stillen, wenn Sie mit dem Baby zusammen sind oder aber auch, indem die Kleine die abgepumpte Muttermilch, die Sie während ihrer Arbeitszeit abpumpen, bekommt. Wenn Ihre Tochter keine abgepumpte Milch trinken mag, kann daraus auch ein Milchbrei zubereitet werden. Falls Sie sich dazu entschließen, tagsüber abzustillen, dann gehen Sie jetzt langsam vor und schränken Sie KEINESFALLS Ihre Trinkmenge ein. Ehe durch ein Einschränken der Flüssigkeitszufuhr die Milchmenge zurückgeht, haben Sie Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme! Pumpen Sie immer dann, wenn die Brust unangenehm voll wird und spannt gerade so viel Milch ab, dass Sie sich wieder wohl fühlen und die Spannung nachlässt. Anschließend können Sie die Brust kühlen (kleine Coldpacks lassen sich auch in den BH legen und wenn Sie weite Oberbekleidung tragen, fällt das nicht sehr auf). Allmählich wird sich Ihre Brust daran gewöhnen, dass tagsüber keine Milch mehr benötigt wird und Sie können das Abpumpen zunehmend einschränken und schließlich ganz sein lassen. Als Getränk zum Durststillen ist es ratsam, dass Sie ganz normales Wasser für Ihre Tochter einführen. Kräutertees sind aufgrund ihrer Wirkungen und auch Nebenwirkungen wie ein Medikament zu betrachten und nicht für den Dauergebrauch geeignet. Lassen Sie sich in den nächsten Tagen wirklich einmal in Ruhe durch den Kopf gehen, was Sie wirklich wollen. Falls Sie dann zu dem Schluss kommen, dass Sie baldmöglichst vollständig abstillen wollen, melden Sie sich nochmals, damit ich Ihnen dafür nähere Informationen geben kann. Falls Sie teilweise weiter stillen wollen, ist das oben Beschriebene eine durchaus praktikable Lösung. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Liebe Biggi Welter, erstmal vielen Dank für die Antwort. Ich persönlich wollte ursprünglich nicht wegen der Arbeit mit dem Stillen aufhören, zumal meine Kleine noch sehr unter Blähungen leidet, deshalb auch der Tee (inzwischen verbessert durch Cranio-Sacral-Therapie) und sich besonders abends an der Brust tröstet (nuckelt). Sie braucht das noch und zeigt mir immer, wie glücklich sie das macht. Aber weil sie nicht dazu zu bewegen ist, die abgepumpte Mumi zu sich zu nehmen, auch keine Fertigmilch, habe ich mit Brei angefangen. Irgendetwas muß ihr der Papa ja in meiner Abwesenheit geben können. Und da ich meine Kleine wg der Blähungen immer sehr tragen mußte (9kg), kam ich kaum zum Essen und bin extrem dünn geworden. Inzwischen esse ich in der Firma immer sehr viel und kann mich sicher auch erholen ohne ganz abzustillen. Aber wenn der Brei mit 50C° warmem Wasser angerührt werden muß (weiter darunter wird er sehr klumpig, löst sich nicht) kann ich ja die Mumi nicht heißer als 37C° machen, weil die Inhaltsstoffe kaputtgehen - oder doch? Ich habe sonst mal weniger Wasser genommen und danach erst die Mumi eingerührt, wurde aber sehr dünnflüssig und schlecht zu füttern. Oder ich/mein Mann muß einfach weiter am Mischverhältnis probieren. Vielen Dank auch für die Tipps bzgl. Abpumpen. Vielleicht war ich einfach zu verzweifelt, aber es tun sich ja gute Lösungsmöglichkeiten auf. LG Ayshe


Biggi Welter

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Liebe Ayshe, versuchen Sie doch einfach einmal ein anderes Breipulver, Gries und Reisflocken lassen sich recht gut mit Muttermilch mischen. Muttermilchbrei wird immer dünnflüssiger sein, aber Ihrem Kind schadet die „Suppe“ nicht. LLLiebe Grüße Biggi


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(o.T.)


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