Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, mein Sohn David ist jetzt 5 1/2 Monate alt und wird voll gestillt. Er trinkt etwa im 3-Stunden-Rhythmus. Wir genießen beide das Stillen noch sehr, so langsam möchte ich aber, parallel zur Einführung der Beikost in ca. 14 Tagen, ans Abstillen gehen. Mein Ziel ist, dass wir in etwa 6 Wochen so weit sind, dass ich nur noch nachts stille (er kommt regelmäßig 1- bis 2mal) und das nächtliche Stillen dann so etwa mit 9-10 Monaten ausschleiche. Meine Frage: meine linke Brust produziert sehr viel mehr Milch als die rechte, obwohl ich sehr darauf achte, dass ich David an beide Seiten gleichmäßig anlege. 4 Stunden ist das äußerste, was sie aushält, ohne dass sich Knoten bilden und die Brust hart wird und weh tut (die rechte Seite ist o.k.). Es hat deshalb auch nie funktioniert, pro Stillmahlzeit nur eine Seite zu geben. Nun habe ich etwas Angst vor einem Milchstau und den damit verbundenen Schmerzen, wenn ich die Stillmahlzeiten tagsüber allmählich reduziere. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass Abstillen schmerzfrei möglich ist? Auf synthetische Hormone durch die Frauenärztin möchte ich aber ungern zurückgreifen. Hast du Tipps? In welchem Rhythmus könnte ich die Stillmahlzeiten tagsüber ersetzen? Welchen Zeitraum sollte ich dafür einplanen? David ist die Flasche gewöhnt, weil ich ab und zu Milch abpumpe, insofern sollte es also keine Probleme geben. Vielen Dank für deine Hilfe! Liebe Grüße, Anna
? Liebe Anna, Abstillen ist ein natürlicher Prozess, der ohne Medikamente auskommt und nach der unmittelbaren Neugeborenenzeit sind die Wirkung solcher Medikamente ohnehin nicht erwiesen, wohl aber die nicht unerheblichen Nebenwirkungen. Beim Abstillen gehst Du am besten so vor, dass Du dein Kind zunächst anlegst, aber es sich nicht vollständig satt trinken lässt, sondern anschließend noch die Flasche bzw. Beikost anbietest. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Beikost oder Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das musst Du ausprobieren. Allmählich steigerst Du die Menge der Beikost bzw. Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche kannst Du dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung oder Beikost beginnen, empfehlenswert ist allerdings ein längerer Abstand von etwa vier Wochen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpst Du gerade so viel Milch ab oder streichst von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Wenn Du langsam genug vorgehst, muss es nicht zu Stauungen kommen und es ist auch keine Milchpumpe notwendig, um abzustillen. Abstillen ist ein natürlicher Prozess und braucht im Normalfall weder mechanische noch medikamentöse Unterstützung. Stauungen sind ein Anzeichen dafür, dass zu schnell abgestillt wird. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch solltest Du keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi
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