InnaAlina
Hallo, meine Tochter ist 10,5 Monate alt und ich würde sie gern bis zum ersten Geburtstag vollständig abstillen. Tagsüber habe ich bereits abgestillt, sie isst super gut vom Tisch und ihren Brei. Nur nachts hängt sie dann gefühlt die ganze Nacht an der Brust. Da sie bestimmt nachts auch tatsächlich noch Hunger hat, würde ich sie ungern hungern lassen, sondern ihr stattdessen Fläschchen anbieten. Aber leider wohnt sie diese komplett ab, egal ob ich sie ihr nachts oder tagsüber anbiete. Mein Mann kann ihr keine Fläschchen geben, bei ihm macht sie nicht einmal den Mund auf. Bei mir nimmt sie das Fläschchen in den Mund und sobald da die pre rauskommt war’s das… ich will abstillen, weil ich ehrlich gesagt einfach genug davon hab. Zwei Monate würde ich noch durchziehen aber dann ist auch gut. Ich kann einfach nicht mehr, ich will meinen Körper zurück und will abends auch mal ein Wein trinken. Und nein jetzt gehts gar nicht, weil die kleine Maus jede halbe Stunde an die Brust will (nimmt auch keinen Schnuller) Hast du vllt einen Tipp für mich, wie ich ihr die pre schmackhaft machen könnte oder was ich auf Brust schmieren könnte, damit sie vllt von selbst nicht da dran will? LG Inna
Liebe Inna, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte Ihnen absolut bewusst sein, wenn Sie Ihr Kind abstillen: Sie ersetzen nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Die immer wieder vorgeschlagene „Curry Methode" (auch Senf- Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihre kleine Tochter kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Wenn Sie jetzt für sich beschlossen haben, dass Sie Ihre Kleine abstillen wollen, so kann ich Ihnen nur davon abraten es auf durch „kalten Entzug" zu tun (z.B. ein Wochenende verreisen). Erstens kann dies zu einem schweren Bruch in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind führen und zweitens gibt es keine Garantie, dass Ihr Kind nach einem Wochenende oder einer Woche, die Sie verschwunden waren, nicht doch weiter an die Brust will. Kennen Sie Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu können Sie wie folgt vorgehen: Erklären Sie Ihrem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuchen Sie, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich Ihr Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann trösten Sie es und sprechen Sie liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehen es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleiben Sie konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch sollten Sie auch von sich aus Ihrem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf Ihr Wort verlassen kann. Weiterhin können Sie versuchen, die Flasche schmackhaft zu machen. Versuchen Sie einmal , zunächst abgepumpte Muttermilch zu geben, dann können Sie Muttermilch mit Säuglingsmilch mischen und dann immer weiter strecken, das klappt meist ganz gut. Lassen Sie IMMER JEMANDEN ANDERS die Flasche anbieten, nie Sie selbst. Es gibt einige Tricks, die Sie probieren können: - versuchen Sie, die Flasche anzubieten, wenn Ihr Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird er keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lassen Sie die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, lassen Sie die Betreuung die Unterlippe damit kitzeln, damit sie selbst ihn nimmt; - Ihr Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach Ihnen riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmen Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - versuchen Sie verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - versuchen Sie, verschiedene Positionen ausprobieren zu lassen; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probieren Sie, die Flasche zu geben, wenn Ihr Baby schläft; - versuchen Sie es weiter - aber bedenken Sie auch, er kann auch aus einer Tasse, vom Löffel, mit der Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden; Versuchen Sie verschiedene Sorten der Säuglingsmilch aus und wie gesagt, oft klappt es mit abgepumpter Muttermilch am besten! Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. Liebe Grüße Biggi
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