Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen nachts Kleinkind

Frage: Abstillen nachts Kleinkind

Mitglied inaktiv

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Hallo, mein Sohn (23 Monate) wurde bislang nach Bedarf gestillt. Ich wollte ihm die Gelegenheit geben, sich selbst abzustillen. Es gab unterschiedliche Phasen, im Moment würde ich sagen, er bezieht so gut 2/3 seine Kalorien aus der Muttermilch. Was er tagsüber isst, schwankt stark. Eher aber wenig. Ich bin Alleinerziehend und teilweise auch berufstätig. Ich bin sehr erschöpft und merke, dass ich etwas ändern muss, da ich zunehmend gereizt bin. Also möchte ich nachts abstillen in der hoffnung, dass mein Sohn dann mehr schläft. Jetzt sieht es etwa so aus: Stillen zum Einschlafen gegen 19.30/20 Uhr. erstes Erwachen und Stillen gegen 0 Uhr. Zweites Erwachen 2.30 Uhr. nächstes Erwachen 4.00 Uhr, mit viel Glück 5 Uhr. Mein Sohn schläft längstens bis 7 Uhr, oft nur bis 5.30 Uhr/ 6 Uhr. Leider scheint auch er chronisch übermüdet. Die Frage: Wie stille ich ihn nachts ab, wo der doch tagsüber so wenig isst? Er "darf" natürlich essen, aber die Methode "dann gib ihm doch abends nen dicken Brei" hilft nicht, da er ja nichts isst wenn er nicht will. Könnt Ihr uns helfen? Ich möchte ihn nicht ganz abstillen, aber doch zumindest erreichen, dass er bis auf einmal Erwachen vielleicht nicht stillt. Beste Grüße Lisa


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Lisa, ich kann dich gut verstehen, dass Du ein wenig Ruhe brauchst. Gerade wenn man alleine ist und nicht mal ein paar Minuten durchschnaufen kann, ist es klar, dass man nach Lösungen sucht. Versuche doch einmal in den nächsten Tagen, deinen Sohn zu beruhigen, wenn er nachts weint. Du kannst anfangs mit ihm aufstehen und ihn tragen, Du kannst ihm etwas vorsingen oder lesen - wichtig ist einfach, dass dein Kleiner spürt, dass er zwar keine Brust bekommt, aber nicht, weil Du ihm böse bist. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Ich hoffe, die Tipps helfen dir weiter! LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Liebe Bianca, vielen Dank für Deine schnelle Antwort! Ich weiss noch nicht, ob ich es richtig verstanden habe. Soll ich ihn quasi nur stillen, wenn ich einen Wecker stelle? Ich meine, soll ich beispielsweise den Wecker auf 5 uhr morgens stellen und ihn vorher alternativ beruhigen? Oder soll ich ihm einmal nachts "genehmigen" und ihm dann beim Wecker klingeln erst wieder was geben? LG Lisa


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Lisa, ich würde das Kind beim ersten Aufwachen stillen und dann sagen, dass es erst dann wieder die Brust bekommt, wenn der Wecker klingelt. Die Abstände sollten anfangs wirklich nicht zu lange sein, man kann sie mit der Zeit immer wieder verlängern. LLLiebe Grüße, Biggi


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