trinity_81
Liebes Stillteam, ich habe mich aus mehreren Gründen entschlossen, meine 13 Monate alte Tochter demnächst abzustillen. Zum einen habe ich gerade innerhalb eines Monats schon die zweite Brustentzündung mit hohem Fieber, die auf Grund von Keimen ( die Kleine war beide Male krank) entstanden ist und mit Antibiotikum behandelt werden muss. Außerdem trinkt sie nach dem ins Bett gehen sehr häufig, teilweise stündlich bis dauernuckeln, so dass ich abends und nachts total unabkömmlich bin. Nun stellt sich mir allerdings die Frage, wie ich das ganze am besten angehe (natürlich warte ich ersteinmal ab, bis sie und ich wieder gesund sind, denn krank schaffen wir das beide nicht): Sie wird zur Zeit mittags zum einschlafen, abends zum einschlafen und ab dann immer wieder zum weiterschlafen ( wie oft genau, kann ich gar nicht sagen) gestillt. Fange ich dann am besten tagsüber und abends mit dem einschlafstillen an und lasse das weg oder stille ich noch zum einschlafen, aber nachts nicht mehr oder lasse ich alles auf einmal weg, damit ich konsequent bleibe? Meine Idee war eigentlich, sie anstatt des Stillens zu kuscheln. Sie ist allerdings sehr temperamentvoll und schreit sich schnell in Rage und ich habe etwas Angst, dass sie dann ihre große Schwester weckt, mit der sie in einem Zimmer schläft, bis ich auch ins Bett gehe und sie dann zu mur hole, wenn sie wach wird. Eine andere Idee war, den Papa das übernehmen zu lassen, aber ich möchte mich ihr ja nicht ganz entziehen, sondern nur die Brust. Was ich auch nicht möchte, ist ihr noch Fertigmilch in der Flasche zu geben. Einen Schnuller nimmt sie übrigens auch nicht. Ihr seht, Fragen über Fragen, aber vielleicht könnt ihr mir etwas weiterhelfen. Im übrigen will ich noch sagen, dass ich sehr gerne gestillt habe und eigentlich auch abwarten wollte, bis sie sich von alleine abstillt, aber für mich passen die Umstände inzwischen einfach nicht mehr. Vielen lieben Dank und viele grüße!
Liebe trinity_81, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Du nun abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes Mal deinem Kind zu, sondern Ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann deinem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin Ideine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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