Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, im Stillbuch der LLL habe ich gelesen, dass man so lange stillen könnte, bis das Kind sich zum nächsten Schritt entscheidet. Heute hat mir eine Freundin erzählt, dass ihr Kinderarzt meinte (und sie auch in Ratgebern gelesen habe), dass man spätestens nach 6 Monaten mit dem Abstillen beginnen sollte, da die Mumi nicht mehr genug Nährstoffe habe, insbesondere EISEN. Stimmt das ??? Ich stille voll (4x/Tag) und genieße es jedesmal. Unsere Kleine ist allerdings nicht gerade die Propperste (auf Gewichts- und Längenkurve eher Tendenz zu "leicht" und "klein". Was hälst du vom planmäßigen Abstillen nach 6 Monaten ??? Würde gerne länger VOLL stillen. Bekommen die Kleinen wirklich irgendwann nicht mehr genügend Nährstoffe aus der Mumi ???? Vielen Dank für deine Hilfe, LG, Sister72
? Liebe Sister, wenn es so wäre, dass die Nährstoffe in der Muttermilch weniger würden, dann wäre es ja absolut widersinnig, dass eine Organisation wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Gesamtstillzeit von mindestens zwei Jahren für alle Kinder empfehlen würde. Das Stillen und die Muttermilch haben auch nach den ersten sechs Monaten noch viele bewiesene Vorteile für Mutter und Kind und die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich lediglich in Hinblick auf den Gehalt an Antikörpern (der zu bestimmten Zeiten Zunimmt), nicht jedoch in Hinblick auf die Gehalte an Eiweiß, Fett. Kohlenhydrate, Eisen usw. Der Zeitpunkt, zu dem die Einführung der Beikost beginnen sollte, sollte immer vom Kind abhängig gemacht werden und nicht vom Kalender. Es ist durchaus möglich, ein Baby deutlich länger als sechs Monate ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren, ohne dass es dabei zu Mangelerscheinungen kommt, doch die Initiative sollte immer vom Kind ausgehen. Ein Baby gibt normalerweise deutlich zu erkennen, wann es so weit ist, dass es zusätzlich und ergänzend zur Muttermilch andere Nahrung haben möchte. Die Bereitschaft zur Beikost erkennst Du an den folgenden Anzeichen: • es ist in der Lage alleine aufrecht zu sitzen, • der Zungenstoßreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Wenn alle diese Punkte erfüllt sind, ist der Zeitpunkt für den Beginn der Beikost gekommen (meist ist das Kind dann etwa ein halbes Jahr alt, es kann aber auch eventuell jünger (eher selten) oder älter (nicht ganz so selten) sein) und Du kannst deinem Kind langsam zusätzliche Nahrung ergänzend zur Muttermilch anbieten. Der Beginn der Beikost bedeutet ja nicht, dass das endgültige Abstillen direkt um die Ecke lauert, ihr könnt noch eine lange schöne Stillzeit genießen. Schau dir dein Kind an und lass dich von ihm leiten, es wird dir zeigen, wann es so weit ist, dass es nicht mehr nur Mamamilch haben mag. Nochmals kurz zu den angeblichen Mangelerscheinungen. Die Hauptsorge ist in den meisten Fällen das Eisen. Eine finnische Studie ergab jedoch, dass bei neun Monate alten Kindern, die immer noch ausschließlich gestillt werden, ein Eisenmangel in weniger als 25 % der Fälle auftritt. Ohnehin ist der Zeitpunkt, wann ein Baby Beikost erhalten muss recht willkürlich gewählt und hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert, ohne dass es einen echten Beweis für die absolute Richtigkeit des jeweiligen Zeitpunktes gibt. Muttermilch enthält zwar weniger Eisen als zum Beispiel künstliche Säuglingsnahrung oder Kuhmilch, doch die Verfügbarkeit des Eisens in der Muttermilch ist um ein Vielfaches höher als die des in der künstlichen Säuglingsnahrung enthaltene Eisen (49 % des Eisens in der Muttermilch im Verhältnis zu 4 % des in mit Eisen angereicherter künstlicher Säuglingsnahrung). Das voll ausgetragene, gesunde Neugeborene wird mit Eisenreserven geboren, die ihm zusammen mit dem in der Muttermilch enthaltenen Eisen bis weit ins zweite Lebenshalbjahr reichen. Außerdem verlieren gestillte Babys kein Eisen, was bei vielen Säuglingen vorkommt, da durch Kuhmilch verursachte Darmreizungen zu Blutungen führen können. Eine eventuelle Eisenmangelanämie lässt sich nicht am Aussehen eines Kindes festmachen. Gerade bei den eher hellhäutigen Kindern, kann die Blässe absolut normal sein. Gewissheit kann nur ein Bluttest bringen und keinesfalls der äußere Augenschein. Außerdem ist ein Eisenmangel bei gestillten Kindern eher unwahrscheinlich. Bei der LLL-Europakonferenz in Nottingham im letzten Sommer hat ein spanischer Kinderarzt einen sehr interessanten Vortrag zum Thema „Essen" gehalten. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiss: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Du solltest dich von deinem Kind leiten lassen und ihm die Beikost weder aufdrängen ehe es so weit ist, aber auch nicht verwehren, wenn es mit sechs Monaten danach verlangt. Du schreibst, dass dein Kind eher zierlich ist und dabei nur vier Mal täglich gestillt wird. Vier Stillzeiten innerhalb von 24 Stunden sind wenig. Es kommt vor, dass ein Kind mit so einer geringen Zahl an Stillzeiten gut gedeiht, doch Du solltest einmal probieren, ob dein Kind nicht doch noch einige weitere Stillzeiten annehmen würde. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Liebe Sister, lies doch mal nach, was bei www.uebersstillen.org in den Artikeln des Stillspezialisten Jack Newmand darüber steht, wieviel Ärzte vom Stillen verstehen - nämlich gar nix. Das ist keinerlei Teil ihrer Ausbildung (schockierenderweise auch bei Kinderärzten so), daher beten die auch nur das Zeug runter, das so gemeinhin als Ammenmärchen verkauft wird. Also, lass Dich nicht beirren. Wenn das stimmen würde, müsste die Menschheit ausgestorben sein. Bis Anfang dieses Jahrhunderts war es jedenfalls fast überall völlig natürlich, dass man Kinder mehrere Jahre voll gestillt hat. Viele sog. "Ratgeber" sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind, und bekanntlich ist Papier ja unglaublich geduldig! Außerdem: wenn das so wäre, dann würde die WHO (Weltgesundheitsorganisation, da sitzen ja auch nicht lauter Deppen drin) nicht dringend nahelegen, m i n d e s t e n s und nicht höchstens ein halbes Jahr voll zu stillen... Biggi wird Dir ähnliches raten, aber ich dachte, einer mehr, der Dich bestärkt , kann ja nicht falsch sein :-) Liebe Grüßle von Doro
Mitglied inaktiv
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