TinaundLynn
Guten morgen. Ich habe ein paar Fragen bzw weiß nicht was ich machen soll. Meine Tochter 18 Monate, bindungsorientiert erzogen, Tragekind und Familienbett. Ich wollte eigentlich so langsam tagsüber abstillen und hab es jetzt zwei Tage versucht. Das war ein totaler Kampf. Konnte sie kaum beruhigen. Und abends dann im Bett hat sie die Brust bekommen, ist dann aber nicht eingeschlafen sondern wollte wieder aufstehen. Sie hat sich richtig in Rage geschrien. Angefangen zu schwitzen und alles drum und dran. An allen Tagen das gleiche an denen ich tags nicht gestillt habe. Was ist das? Sowas hat sie noch nie getan. Ich habe Angst dass die Bindung da einen Knacks bekommt. Sollte ich noch warten? Ist das abstillen, wenn man schon so lange stillt, zu einem späteren Zeitpunkt besser? Wie sind da Ihre Erfahrungen.
Liebe TinaundLynn, Du musst in dich hinein spüren und überlegen, wie wichtig dir das Abstillen ist oder ob Du Euch allen noch etwas Zeit schenken möchtest und kannst. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Sicher ist ein 18 Monate altes Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deiner Tochter darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Vielleicht ist es aber auch so, dass es gar nicht sooo eilig ist, dass es so noch okay ist für dich. Dein Kind wird diese Phase hinter sich lassen, auch ohne Druck und von ganz alleine immer weniger stillen. Ich wünsche dir, dass Du eine für Euch alle gute Entscheidung treffen kannst! LLLiebe Grüße Biggi Welter
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