lobsterjon
Liebe Biggi, ich habe mich schon einmal an Sie gewendet und konnte mit Ihrer Antwort viel anfangen. Nun brauche ich wieder Ihren Rat. Ich habe meine Tochter 8 Monate voll gestillt, dann begann sie zu essen. Nun ist sie 1 Jahr alt. Bis heute stille ich sie am Abend zum einschlafen, in der Nacht wann immer sie aufwacht (1 bis 2 mal) und am frühen Morgen (so gegen 5.00 bis 6.00). Sie schläft dann bis 8.00 weiter. Im Moment bin ich kurz davor, abzustillen. Meine Kleine will am Tag auch noch an die Brust und das möchte ich nicht mehr. Es stört mich, wenn sie bei der Krabbelgruppe oder beim Treffen mit Freunden an meinem Pullover zieht und gestillt werden möchte.Am Tag lenke ich sie also ab, kuschel mit ihr, stille sie aber nicht. Ich weiß nicht, ob man ihr in dem zarten Alter deutlich machen kann, dass sie wirklich NUR noch zum Einschlafen gestillt wird. Alle anderen Stillzeiten möchte ich weglassen. Oder ist es für sie besser und eindeutiger, dann gar nicht zu stillen? Da sie keinen Schnuller nimmt, hat sie nichts, um ihren Saugdrang anders zu befriedigen. Am Abend habe ich ihr nach dem Stillen manchmal noch eine Flasche gemacht, weil sie noch Hunger hatte. Sie trinkt dann ca. 100 ml Kuhmilch. Die nimmt sie aber nur, wenn ich vorher gestillt habe. Kann man ihr zumuten, nur noch am Abend zu stillen? Und wie mache ich das am besten? Ist 3,5% Kuhmilch ok? Und wieviel braucht sie davon am Tag? Die beiden Bücher, die sie oft empfehlen habe ich, aber in dem konkreten Fall helfen sie mir nicht weiter. Ich bedanke mich schon im Voraus für Ihre Antwort!
Liebe lobsterjon, Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte Ihnen absolut bewusst sein, wenn Sie Ihr Kind abstillen: Sie ersetzen nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Ich werden Ihnen jetzt ein paar weniger drastische Methoden beschreiben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben, vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen weiterhilft: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre "punktuelles Abstillen" tatsächlich eine gute Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Ihr Kind wird sich anfangs sicherlich sträuben, aber in diesem Alter kann es lernen, dass es nur noch zum Einschlafen an die Brust darf. Im zweiten Lebensjahr braucht ein Kind etwa 350 ml Milch und 20 g Käse pro Tag, um seinen "Milchbedarf" zu decken. Diese Mengen können zum Beispiel mit einer Scheibe Käse, einem kleinen Joghurt und einer Tasse Milch erreicht werden. Sobald das Baby begonnen hat, Kuhmilch zu trinken, sollte die Mutter Vollmilch (keine Magermilch oder Milch mit nur 1,5 % Fettgehalt) anbieten, bis das Kind zwei Jahre alt ist. Kleine Kinder brauchen für ein optimales Wachstum natürliche Fette. Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhlfen!? LLLiebe Grüße, Biggi
lobsterjon
Liebe Biggi, vielen Dank für Ihre Tipps. "Biete nicht an, lehne nicht ab" mache ich schon seit zwei Monaten :) Ich würde meine Kleine als Brustjunkie beschreiben. Sie liebt es, zu stillen. Daher kann ich ihr das Stillen auch noch nicht ganz nehmen.Aber tagsüber mag ich einfach nicht mehr. Da klappt es mit dem Ablenken auch meist ganz gut. Nur, wenn sie müde ist, weint sie dann. Ich hoffe, dass ich es richtig mache und mein Baby damit leben kann. Viele Grüße - Sie leisten unersetzbare Arbeit!
Danke :-) Biggi
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