MJohnscher
Hallo, ich stille meine Tochter (10 1/2Monate alt) derzeit noch morgens und Abends vor dem Schlafen. Das Abstillen der anderen Mahlzeiten hat recht gut funktioniert. Bei den letzten beiden Mahlzeiten tue ich mich aber schwer. 1) Ich stille meine Tochter morgens um 6 Uhr, bevor ich zur Arbeit gehe. Meistens muss ich sie dafür wecken, was ihr aber nichts auszumachen scheint. Sie trinkt dann und schläft danach meistens wieder seelenruhig ein. Wenn ich zuhause bin und sie nicht schon um sechs zum Stillen wecke, schläft sie manchmal bis 7.30 Uhr und will danach auch nicht einschlafen. Dann ist sie aber auch fast den ganzen Zag über knatschig. Wie kann ich die morgendliche Stillmahlzeit ersetzen oder ausfallen, ohne den ganzen Tag ein übellauniges Kind zu haben? 2) Meine Tochter wird dann um 20 Uhr noch einmal gestillt. Sie trinkt dann zwar noch gut, aber ich denke mal, dass dann hauptsächlich ums einschlafen geht. Sie hat davor schon um 18 Uhr mit uns zu Abend gegessen. Allerdings meistens nur Stück Brot oder ähnliches. Abendbrei will sie nicht. Die Stillmahlzrit kann dann doch eigentlich wegfallen, oder? Oder reicht ihr das dann nicht - ohne Essen von 20 bis 6 Uhr oder später? Für eine Antwort zu beiden Mahlzeiten wäre ich Ihnen sehr dankbar!
Kristina Wrede
Liebe MJohnscher, es ist eine schwer zu beantwortende Frage, denn jede Situation ist so individuell und es gibt kein generelles "richtig" oder "falsch". Die Sache ist ja die: Wie oft kommt es vor, dass du zuhause bist und wie schwer fällt es dir dann, deine Maus zum Stillen zu wecken? Es scheint ja gut zu klappen so, wie du es beschreibst. Was nicht ganz klar ist: Wenn du sie NICHT weckst, stillt sie dann um halb 8 oder gar nicht? Dass sie um diese Zeit nicht wieder einschlafen möchte ist nachvollziehbar. Hier wäre also höchstens die Frage, ob es Sinn macht, sie um halb 8 zu stillen bzw. ihr dann eine Flasche anzubieten. Ich persönlich meine: Wenn ihr das Stillen um die frühe Stunde offensichtlich noch so gut tut, dass es den weiteren Verlauf des Tages beeinflusst, dann lass es doch noch ein Weilchen so weiterlaufen. Gegebenenfalls legst du dich einfach um 6 Uhr zu ihr (oder nimmst sie zu dir ins Bett) und ihr Still-Schlaft zusammen noch bis zum Aufstehen. Was die Abendstillzeit betrifft: Es geht dabei meist gar nicht mehr nur um die Frage des Hungers. Vielmehr hilft das Stillen in diesem Alter beim "Herunterfahren", beim Sicherheit-Tanken, also ganz allgemein auch beim Entspannen und Loslassen. Darum ist dies meist die Stillmahlzeit, die am längsten beibehalten wird - weil sie so unendlich gut tut! Und zwar nicht nur mental, sondern auch für die körperliche Entwicklung, denn es ist nachgewiesen worden, dass sich das Gehirn abhängig vom Stresslevel eines Säuglings unterschiedlich entwickelt. Darum mein Fazit: Wenn es für dich machbar ist, dann lass es noch so laufen wie bisher... Schaden tut es nicht, im Gegenteil! Lieben Gruß, Kristina
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