melih
Hallo, ich habe mir vorgenommen mein 22 Monate alten Sohn abzustillen. Er ist ein richtiger Brustkind vor allem wacht er immer wieder auf und mit der brust schläft er wieder ein. Sogar bei seinem tagesschlaf will er zwischendurch gestillt werden. Ich habe gestern morgen angefangen abzustillen. habe ihm den ganzen tag die brust nicht gegeben. Er hat immer wieder nach der Brust gegriffen. Da er sich sonst nicht zum schlafen bringen lässt (will auch nicht im arm) haben wir ihm im Auto zum schlafen gebracht. nach 5 stunden wachte er auf hat geschrieen und war wütend. egal was ich gemacht habe er hat sich nicht anfassen lassen. nach ne weile habe ich ihm in den arm nehmen können und 1,5 stunden bin ich mit ihm rumgelaufen bis er endlich einschlief. Und ich habe die ganze zeit nur geweint weil das trennen für mich auch sehr schwerfällt. heute habe ich ihm beim fernsehen zum schlafen gebracht. er wurde wach (aber mit geschlossen augen) da habe ich ihm seid gestern morgen erstemal die brust gegeben und er ist weider eingeschlafen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen die brust garnicht wieder zu geben aber ich bin so traurig wenn er so leidet deshalb denke ich ihm irgendwie einschlafen zu lassen und die brust nur während dem schlafen wenn er weint zu geben und langsam die Muttermilch vermindern und stoppen. Was würden Sie mir den empfählen. soll ich ihm einfach weinen lassen was ich letzte nacht kaum ertragen könnte. Tagsüber will er ja nicht so aber zum schlafen ist ihm halt die brust sehr wichtig. Was können Sie mir empfenhlen um die Muttermilch zu reduzieren. Danke im voraus
Liebe melih, wenn Sie selbst schon traurig sind, warum lassen Sie Ihr Kind dann nicht einfach weiterstillen? Für Ihr Kind ist es mit Sicherheit besser, wenn es langsam Abschied nehmen kann von der Brust. Stillen ist viel, viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hoch geschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen. Auch für die Brust ist es besser, wenn nicht gleich komplett abgestillt wird, sondern sie Zeit hat, die Milchproduktion langsam zu vermindern. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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