Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen eines echten Busenjunkies

Frage: Abstillen eines echten Busenjunkies

Mitglied inaktiv

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hallo kristina! jetzt brauch ich auch mal deinen rat! mein sohn ist mittlerweile fast 20 monate alt und ich stille in noch immer relativ viel (am tag 3-5x und in der nacht ebenso). nun bin ich aber an einem punkt angekommen, wo ich sage, ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr und vom gefühl her ist es für mich der beste zeitpunkt aufzuhören... ich hab schon mal probiert zumindest tagsüber das stillen einzuschränken bis gar nicht mehr stillen. das ging auch 3 wochen gut, aber dann schritt für schritt fing mein sohn auch tagsüber wieder an "sein busi" einzufordern. also hab ich mich jetzt dazu entschlossen an dem einen langen mai-WE (da ist dann auch mein mann immer da) komplett aufzuhören. was meinst du dazu, dass ich das so radikal durchziehen will? ich weiß, wie schmerzhaft es für meinen sohn werden wird und ich werde alles für ihn tun, dass er so gut es geht mit der neuen situation klarkommt, dennoch hab ich angst, dass das für ihn traumatisch sein wird. er ist nämlich wirklich sehr busen-fixiert. er reagiert sofort aggressiv oder mit trauer wenn ich ihn mal mit einer flasche oder was anderem (essen, trinken, spielen...) ablenken will. glaubst du, dass mein sohn nach diesem WE wenn ichs wirklich geschafft habe, standhaft zu bleiben, dann einsieht, dass es nichts mehr gibt oder wird das länger dauern bis er es quasi vergessen hat, was stillen ist? hast du sonst vlt. noch irgendwelche tipps? danke und lg! eli


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Liebe Eli, ich lese aus deinen Zeilen, dass du gern abstillen würdest, aber meinst, dass das deinem Kind schaden könnte. Abstillen an sich schadet keinem Kind, doch es spürt ganz genau, wenn Mama gemischte Gefühle hat, oder vielleicht sogar Gewissensbisse. Diese Unsicherheit überträgt sich auf das Kind, es klammert umso mehr. Nicht, weil es brustfixiert wäre (das sind manche Erwachsene, aber keinesfalls ein kleines Kind!), sondern weil seine Instinkte ihm immer noch signalisieren, dass Mutters Brust = Sicherheit bedeutet. Er hat nicht viele Alternativen, und ganz klar fehlt ihm die intellektuelle Reife zu begreifen, was Abstillen bedeutet. Mach es deinem Sohn leichter und glaub daran, dass es ok ist, ein Kind abzustillen, wenn man nicht weiter stillen MAG. Ja, es ist wirklich ok! Es heißt ja nicht, man MUSS so oder so lange stillen, um eine gute Mutter zu sein. Sondern nur: Wenn Mutter und Kind es genießen, dann KÖNNEN sie weiter stillen ohne Angst davor, dass es einem von ihnen schaden könnte. Konkret: Entscheide, was du WILLST. Teile das mit, akzeptiere die Reaktionen deines Kindes als das, was sie sind: Ausdruck davon, dass er anderer Meinung ist, und halte an deiner Entscheidung fest in der Überzeugung, dass es ok ist. Allein die Veränderung der zu Grunde liegenden Einstellung bewirkt Wunder, glaub mir! Abstillen IST NICHT DRAMATISCH. Wir machen es nur dazu, wenn wir unsicher sind und uns vor den Gefühlsäußerungen unserer Kinder fürchten (vielleicht, weil mit unseren eigenen in diesem Alter lieblos umgegangen wurde?). Sonst würde ich wirklich jeder Mutter empfehlen, so früh abzustillen, dass ihr Kind das noch nicht "mitbekommt" - was ich ja nicht tue... Tatsache ist aber auch, dass du nicht von heute auf morgen abstillen solltest, da das für dich und dein Kind negative Auswirkungen haben kann. Allmähliches Abstillen ist da wirklich die beste Lösung, in dem du z.B. erst tagsüber abstillst und dann nachts. Mit der "nicht anbieten, nicht ablehnen"-Methode oder der Ablenk-Methode kommst du tagsüber sicher schon ein gutes Stück voran. Ein radikaler Brustentzug wird für dein Kind sicher sehr schwierig sein und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Lieben Gruß und nur Mut! Kristina


Mitglied inaktiv

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Du wirst doch wohl nicht kneifen oder dich von Selbstzweifeln plagen lassen? Das ist der erste Punkt zum Scheitern. Also stsndhaft bleiben, dran glauben und durchziehen. Eigentlich ist es unvorteilhaft sich Termine in so weiter Zukunft zu legen. Aber von 100 auf Null wird schon heftig. Nicht nur für ihn!!! Auch für dich, körperlich wie seelisch. Bedenke dies. Kannst ja jetzt beginnen erst mal nur die Tagesstillzeit abzuschaffen. Nachts kannst du noch stillen, um das dann in einigen Wochen auch abzuschaffen, wenn dein Mann nicht arbeiten muss. Suse.


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