Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen der Nachtmahlzeiten

Frage: Abstillen der Nachtmahlzeiten

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Liebe Frau Welter, Ferdinand ist nun fast 7 Monate alt und wird nur noch nachts gestillt. Tagsueber erhaelt er Brei (nimmt die Flasche nicht), Obst, Gemuese, wieder Obst und abends wieder Brei. Die Abendmahlzeit bekommt er zwischen 19 und 20 Uhr. Danach schlaeft er meist brav ein, so bis 23 oder 24 Uhr. Dann moechte er gestillt werden, und meist nochmals so um 3 oder 4 Uhr nachts. Wie kann ich denn diese Nachtmahlzeiten ersetzen bzw. streichen? Tee anbieten? Milchflasche nimmt er ja leider nicht. Danke fuer Ihre Antwort! Isabell


Biggi Welter

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? Liebe Isabell, ich weiß, dass es in allen möglichen Büchern steht, dass ein Kind mit sechs Monaten nachts angeblich keine Mahlzeit mehr braucht. Doch Papier ist geduldig und es ist absolut nicht so, dass jedes Kind mit sechs Monaten so weit ist, dass es ohne Essen und Trinken (bzw. Stillen) in der Nacht auskommt. Ein sieben Monate altes Baby, das nachts nur zweimal aufwacht, vollbringt schon eine sehr reife Leistung. Wenn ein Baby noch dazu mit sieben Monaten tagsüber überhaupt nicht mehr gestillt wird, ist es absolut normal, dass es nachts das nachholt, was am Tag versäumt wurde, denn ein so kleines Baby hat noch ein Saugbedürfnis und auch noch ein sehr starkes Stillbedürfnis. Stillen bedeutet ja sehr viel mehr als nur Ernährung. Ich weiß ja nicht warum Sie komplett abstillen wollen. Doch es ist mit Sicherheit sehr viel aufwändiger nachts aufzustehen und dem Kind eine Flasche mit Tee oder künstlicher Säuglingsnahrung zu machen (oder eins von beiden mit dem Becher anzubieten) als das Kind einfach anzulegen und kurz darauf weiterzuschlafen. Außerdem profitieren sowohl Sie als auch das Kind davon, wenn noch weiterhin gestillt wird. Falls Sie fest entschlossen sind, jetzt endgültig abzustillen, werden Sie sich in der Nacht andere Wege suchen müssen, um die Bedürfnisse Ihres Kindes zu stillen. Das kann die allmähliche Gewöhnung an die Flasche sein, das kann enger Körperkontakt zum Trösten und Beruhigen sein und manch einer wird Ihnen zur Durchführung eines sogenannten „Schlaftrainings" raten, was jedoch von Stillberaterinnen und vielen anderen Experten abgelehnt wird. Sie können die nächtlichen Stillzeiten immer weiter verkürzen und auch z.B. Ihren Partner für die Nachtschicht einteilen. Da ein Mann keine Brust hat, muss er zwangsläufig andere Strategien entwickeln. Ein Patentrezept, wie Sie Ihr Kind dazu bringen nachts nicht mehr aufzuwachen, ich kann Ihnen lediglich versichern, dass jedes Kind irgendwann so weit sein wird, dass es die nötige Reife besitzt, die Nacht ohne Aufwachen und Suchen nach der Mutter zu verbringen. Wann dieser Punkt kommt, ist von Kind zu Kind verschieden. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens „Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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