Mitglied inaktiv
Ich habe meine Tochter immer gern gestillt und genieße es eigentlich immer noch. Zur Zeit stille ich sie mittags vor dem Schlafengehen, teilweise noch, wenn sie wieder aufwacht (das "fordert" sie manchmal), abends vor dem Schlafengehen und dann noch mindestens einmal nachts. Und genau das ist der Grund, warum ich langsam abstillen möchte, da ich in 2 Monaten wieder voll arbeiten gehe und dann wirklich meinen Schlaf brauche. Wir haben versucht, die abendliche Stillmahlzeit so weit wie möglich vom Schlafengehen zu trennen, aber so viel Zeit ist zwischen Abendessen und Schlafengehen nicht. Inzwischen liegt auch ein Saugbecher mit Wasser im Kinderbett, aus dem Annalena nachts auch trinkt, aber oft schläft sie wirklich erst wieder ein, wenn sie gestillt wurde. Wir haben auch schon überlegt, ob ich eine Weile aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausziehen sollte, aber mein Partner schläft so tief, daß er Annalena nachts einfach nicht hört, wenn sie schreit, da müßte ich dann doch aufstehen und ihn wecken. Annalena ißt sonst eigentlich fast alles und trinkt auch gut aus Tassen und Bechern, aber sie hängt noch mächtig an meiner Brust. Und ich schaffe es nicht, sie ihr total zu verweigern, ich will es ehrlich gesagt auch nicht so brutal. Jetzt habe ich irgendwo gehört, daß bei manchen Völkern die Mütter was auf die Brustwarzen schmieren, das den Kindern nicht schmeckt. Was könnte das sein oder was könnte ich nehmen? Ich habe noch nichts gefunden, was Annalena nicht essen mag. Ich bin für jeden Tip zum sanften Abstillen dankbar.
? Liebe A, ich kann verstehen, dass Sie nach einem Weg suchst, wie Sie nachts schlafen können, ohne geweckt zu werden, aber niemand kann Ihnen garantieren, dass das Abstillen dafür eine Garantie sein wird. Unter Umständen werden Sie dann nämlich genau so oft geweckt, müssen dann aber einen anderen Weg als das - ja doch sehr viel bequemere Stillen - suchen und werden noch weniger Schlaf bekommen. Versuchen Sie einmal einen ruhigen Moment zu finden (vielleicht bei einem Spaziergang ohne Kind) und überlegen Sie sich, was IHNEN jetzt wichtig ist und was IHRER Meinung nach jetzt helfen würde. Ihre Gefühle sind wichtig und deshalb müssen Sie zuerst einmal Ihre Gefühle sortieren. Als nächsten Schritt denken Sie dann darüber nach, was Sie ändern möchten und wie Sie dabei vorgehen wollen. Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie abstillen wollen, dann helfen Ihnen möglicherweise die folgenden Tipps weiter: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern Sie wechseln sich ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er Ihr Baby auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie ihr zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Auch von der Curry-Methode halte ich nichts. Die immer wieder vorgeschlagene „Curry-Methode" (auch Senf-Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
liebe A.... meine tochter ist 17 monate (heute) und haengt auch noch an der brust. kann gut nachvollziehen, dass du einerseits die notwendigkeit siehst, abzustillen, aber andererseits es doch selber noch geniesst. hatte vor einigen monaten auch dieses gefuehl (und es kommt immer wieder hoch) und hatte ueberlegt, ob ich sie mit einem schlecht schmeckenden produkt von der brustwarze wegkriegen kann. biggi hat mit allerdings abgeraten (vielleicht schreibt sie dir ja das gleiche wie mir) und ich habe sie gut verstanden; zu dem zeitpunkt war Celena einfach zu klein, um zu verstehen. allerdings habe ich letztens in einem stillbuch von hannah (nachname faellt mir nicht ein) eine kleine anekdote gelesen: die mutter einer 2jaehrigen MUSSTE auf medikamente gesetzt werden, die das stillen nicht mehr erlaubten. sie erklaerte der tochter, dass mutti jetzt pillen nehmen muss, die die milch schlecht werden laesst, und dasss die beiden das stillen nun aufgeben muessten. die tochter wollte trotzdem an die brust, und die mutter erinnerte sich an das, was du erwaehntest, naemlich dass in einigen voelkern die muetter etwas um die brustwarze schmieren. die mutter tat es (mischung aus senf und pfeffer), ohne das die tochter es sah. als die tochter beim naechsten mal die brust fordert, hat die mutter ihr sie gelassen, allerdings vorher mit LIEBEN worten wiederholt, was sie vorher erklaert hatte (pillen machen milchgeschmack schlecht) die tochter probierte und verstand. angeblich brauchte die mutter nur ein paar mal dieses wiederholen, und die tochter war ohne grosses theater abgestillt. ich glaube, die grundvoraussetzung ist, dass deine (unsere) tochter "alt" genug ist, erklaerung mit etwas nachhilfe zu verstehen und nicht in panik verfaellt, wenn die brust nicht mehr "funktioniert". fuer mich war und ist meine tochter noch nicht so weit, und ich stille durch die naechte und ging morgens zur arbeit (bis "meine" firma die tueren schloss). alles gute, viel kraft und durchhaltevermoegen. christina+celena
Ähnliche Fragen
Liebe Biggi, ich hatte dir bereits Anfang des Jahres geschrieben. Mein Sohn ist inzwischen 15 Monate alt und kam an 33+6 durch eine Not-Sectio zur Welt mit anschließenden Neo-Intensiv Aufenthalt. Trotz Stillberatung sind wir leider nie komplett vom Pumpen weggekommen. Mittlerweile Stille ich gar nicht mehr herkömmlich, sondern Pumpstille nur noch. ...
Liebe Biggi, Meine Tochter wird nächste Woche eins und stillt noch seeeehr viel. Sie sollte ja bereits mehr essen, bevorzugt die Milch. Daran müssen wir weiter arbeiten. Nun ist es so, dass bei mir eine Op bevorsteht, wofür ich abgestillt haben muss (Nabelbruch, dafür müssen die Hormone wieder "normal" sein). Nun wollte ich erst nachts abstillen, ...
Guten Tag, Ich bräuchte gern ein paar Ratschläge und Tipps zwecks Abstillen. Meine Tochter wird demnächst 17 Monate alt und ich habe sehr unsere gemeinsame Stillzeit genossen. Doch mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr Stillen möchte. Meine Tochter stillt noch häufig. Mindestens 2 mal an einem Kitatag, am Wochenende ...
Hallo, mein Baby ist 8 Monate und isst 4 Mahlzeiten am Tag (Brei). Zwischenzeitlich trinkt er schon Pre statt dem stillen seit cirka 3 Tagen. Ich habe nur mehr in der Früh, Abends und nachts gestillt. Allerdings ist nach einigen Stunden leichter Druck in der Brust. Ausstreichen geht nicht, da keine Milch austritt. Hilft vielleicht Salbeitee? Soll ...
Hallo 😊 ich hoffe, Sie können mir vielleicht helfen. Ich leide gerade sehr darunter, dass meine Tochter (20 Monate) vor einer Woche plötzlich abgestillt hat, weil ich definitiv noch nicht bereit war diese Ebene der Beziehung zu verlassen. Meine Tochter hatte am Montag einen kleinen Unfall, bei dem sie sich auf die Zunge gebissen hat, was sehr geblu ...
Hallo! Mein Sohn ist nun 19 Monate alt und ich würde gerne bald abstillen. Momentan wird er nur noch zum Mittagsschlaf und nachts gestillt. Mein Mann und ich sind uns sehr unsicher, wie wir das abstillen gestalten können ohne, dass es mit nächtelangen exzessiven schreien endet. Wir haben versucht tagsüber ohne Stillen mit ihm schlafen zu gehen, a ...
Hallo! Mein Sohn ist nun 19 Monate alt und ich würde gerne bald abstillen. Momentan wird er nur noch zum Mittagsschlaf und nachts gestillt. Mein Mann und ich sind uns sehr unsicher, wie wir das abstillen gestalten können ohne, dass es mit nächtelangen exzessiven schreien endet. Wir haben versucht tagsüber ohne Stillen mit ihm schlafen zu gehen, a ...
Liebe Biggi, mein Kind ist aktuell knapp über zwei Jahre alt und wird noch gestillt. Nach Trennung von meinem Expartner hat das Stillen sogar noch zugenommen und mein Kind will am Tage und nachts noch verhältnismäßig häufig gestillt werden (viel Unruhe und Spannungen). Jetzt war mein Expartner beim Kinderarzt und hat sich zum Abstillen beraten las ...
Versehentlich doppelter Beitrag
Liebe Biggi, zuerst vielen Dank, dass es hier die Möglichkeit zur Beratung gibt und du dir immer so ausführlich Zeit nimmst! Ich möchte dir gerne von unserem Thema erzählen und deine Meinung dazu erbeten: Meine Kleine ist 15 Monate alt und wird ausschließlich gestillt, keine Flasche, kein Schnuller. Sie ist ein sehr zartes Kind und isst mal mehr u ...