Mitglied inaktiv
Liebe Stillberaterin, SOS, ich bin die Mutter eines Anderthalbjährigen Jungen, der gerne und genussvoll isst, aber eben immer noch An die Brust will. Nun ja und ich kann wirklich nicht mehr, ich fühle mich total schlapp und, im wahrsten Sinne des Wortes ausgelaugt. Bis her war das Stillen sehr schön für mich und für meinen Kleinen die Art, ihn zu trösten, in den Schlaf zu wiegen, ihm Nähe zu geben und so weiter. Und das möchte er weiter haben, mit allem Nachdruck, sprich mit Weinen, sich an mich klammern und allem, was einer Mutter so das Herz weich werden lässt. Wenn ich nicht zu Hause bin, scheint er zufrieden, satt wird er ohnehin, da mache ich mir keine Sorgen, aber sobald ich komme, möchte er nur noch an die Brust. Genauso drei bis vier mal nachts, wo ich ihn anders nicht beruhigt kriege.Leider hat er, bzw. möchte er auch keinen Schnuller, kein Kuscheltuch oder ähnliches als Ersatz akzeptieren. Was soll ich tun?? Hilft es, mit homöopathischen Mitteln für Milchausbleiben zu sorgen oder was gibt es für Tricks? Wäre sehr dankbar für ihre Hilfe Birgit
? Liebe Birgit, wohl jede Frau, die etwas länger stillt, kennt das Gefühl stillmüde zu sein. Bei manchen Frauen führt dies zum Abstillen, andere hingegen überwinden diese „Krise" und stillen dann noch lange mit erneuter Freude weiter. Was Sie müde macht und auslaugt ist jedoch nicht das Stillen, sondern die Tatsache, dass Sie Mutter sind. Mutter sein ist ein 24 Stunden Job, sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr, ohne Urlaubsanspruch. Diese Arbeit ist anstrengend, auch wenn nicht gestillt wird. Im Gegenteil, durch das Stillen bekommt die Frau oft die Gelegenheit, sich auch am Tage einmal hinzulegen oder zumindest sich hinzusetzen, die Füße hoch zu legen und ein paar ruhige Minuten mit dem Kind zu verbringen. Es gibt kein Patentrezept in dieser Situation. Vielleicht ist für Sie das vollständige Abstillen eine Lösung, vielleicht das punktuelle Abstillen und möglicherweise ist ein ganz anderer Weg, der keine Einschränkung des Stillens mit einschließt für Sie das Richtige. Versuchen Sie einmal einen ruhigen Moment zu finden (vielleicht bei einem Spaziergang ohne Kind) und überlegen Sie sich, was IHNEN jetzt wichtig ist und was IHRER Meinung nach jetzt helfen würde, damit Sie sich nicht mehr benutzt und genervt fühlen. Ihre Gefühle sind wichtig und deshalb müssen Sie zuerst einmal Ihre Gefühle sortieren. Als nächsten Schritt denken Sie dann darüber nach, was Sie ändern möchten und wie Sie dabei vorgehen wollen. Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie abstillen wollen, dann helfen Ihnen möglicherweise die folgenden Tipps weiter: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern Sie wechseln sich ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er Ihr Baby auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Womöglich wäre „punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie ihr zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Auch von der Curry-Methode halte ich nichts. Die immer wieder vorgeschlagene „Curry-Methode" (auch Senf-Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
...weil das könnte ich geschrieben haben.Und was ich nie gedacht habe ist Wirklichkeit geworden. Lara Mae will sich einfach noch nicht selbst abstillen. Sie ist auch knapp 15 Monate alt. Unser grosses Problem ist, das ich in den nächsten 2-3 Monaten mit einem Tablettenplan für eine weiteres Wunschkind anfangen müßte (ich werde im Sept. 40) und bis dahin muß Lara Mae komplett abgestillt sein. Und das ist eine riesen Hürde... Ratlose Grüsse Gabriele
Mitglied inaktiv
Hallo meine Tante hat bei ihrer 2 jährigen(1) Daumexol auf die Brustwarze geschmiert (gibts in der Apo. und ist ein bittres Zeugs zum Daumen lutschen- oder Fingernägel kauen abgewöhnen), damit hats wunderbar geklappt. Die Kleine sagte Bäh! und Tantchen sagte Huch! Das ist aber Schade! und ab da wollte Mariechen nicht mehr an die Brust!! Vielleicht klappts ja auch bei Euch?? Vielleicht hilfts ja besser wenn das Kind merkt das ihr das nicht unbedingt wollt?? LG Jessine
Ähnliche Fragen
Hallo Biggi, Erstmal vielen Dank für die Möglichkeit dich fragen zu können. Mein Sohn ist nun 14 Monate alt, und leider waren die Nächte schon immer schlecht (1-2hliches aufwachen und nur durch stillen wieder einschlafen) hatten es jedoch zwischendurch mal geschafft ihn ohne großen Protest nur durch meine Entschlossenheit auf 3 Nächtliche Stillma ...
Mein Ziel ist es mit einem Jahr abgestillt zu haben aus diversen Gründen. Ich bin aber total unsicher, ob es das Beste für mein Kind ist. Meine Tochter ist jetzt 9 Monate alt und ich stille noch 2x tagsüber und 2x nachts. Sie isst recht gut und scheint mit dem Abstillen klarzukommen. Ich gebe keine zusätzliche Pre-Milch, aber sie isst mittlerwe ...
Hallo Biggi, vor ca. einem Jahr hatte ich bereits eine Frage zum Abstillen gestellt. Ich habe meine Tochter, nun drei Jahre alt, mit zwei Jahren recht abrupt leider abgestillt. Seitdem spielt sie gerne Baby, diese Phase hält immer noch an, insbesondere in Situationen wenn sie überwältigt oder müde ist. Wenn sie meine Brust sieht möchte sie auch im ...
Hallo Biggi, mein Baby ist 9 Monate alt und tagsüber bereits vollständig abgestillt. Es bekommt tagsüber Beikost und PRE nach Bedarf. Abends zum Einschlafen und nachts wird noch gestillt. Wir schlafen im Familienbett, und nachts dockt sich mein Baby teilweise selbst an. Ich möchte definitiv bis zum 1. Geburtstag vollständig abgestillt sein; PRE w ...
Hallo, mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und wurde ausschließlich gestillt. Also er hat nie die Flasche bekommen auch kein Schnuller zur Beruhigung. Da er nachts sehr häufig aufwacht um an der Brust zu trinken habe ich vorgestern beschlossen nachts abzustillen. Er ist sprachlich schon sehr weit und hat auch den Tag über immer wieder gesagt: heute A ...
Liebe Biggi, eigentlich ist meine Stillreise vorerst vorbei. Ich habe seit November 2021 im Prinzip über 4,5 Jahre durchgängig gestillt - erst ein Kind, dann ein paar Tage Tandem bis das erste keine Lust mehr hatte und dann das zweite Kind. Junior 2 hat das Stillen über zweieinhalb Jahre durchgezogen, das letzte halbe Jahr davon in erster Linie ab ...
Hallo, mein Sohn ist etwas über 2 Jahre und wurde bisher voll gestillt. Das nächtliche Dauernuckeln hat mir jegliche Energie geraubt, so dass ich nach einem Kurs zum bedürfnisorientierten Abstillen, das Stillen auf das Einschlafstillen Abends und am Wochenende zum Mittagsschlaf reduziert habe. Die ersten Tage hat das auch prima geklappt, habe ihm ...
Hallo Biggi, Meine Tochter ist schon knapp über 2 Jahre alt und stillt noch sehr viel. Ich schätze so 70% ihrer Nahrung besteht aus Muttermilch. Ich biete es nur zum Einschlafen an, ansonsten kommt sie immer zu mir und fordert es ein. Trinkt dann ca. alle 1-2 Stunden für jeweils 3 Minuten an beiden Brüsten. Sie isst fast nur knusprige Sachen und ...
Liebe Frau Welter, Mein Sohn ist 10,5 Monate alt und ich möchte ihn nun gerne zunächst einmal nur nachts abstillen. Ich habe es bereits seit einigen Wochen etabliert, dass ich ihn statt durch die Brust durch Tragen zum Einschlafen bringe. Mittlerweile kann ich mich nach einer kurzen Tragezeit gemeinsam mit ihm ins Bett legen, er auf meiner Brus ...
Liebe Biggi, ich habe ein 7-monatiges Baby und leider haben wir eine schwierige Kombi aus Milch-Überproduktion meinerseits und sehr unregelmäßigem Stillwunsch ihrerseits, was bei mir zu ständigen Milchstaus (seit Beginn ca. alle 2 Wochen, immer wieder auch mit Fieber) führt. Ich habe schon mehrere Stillberatungen in Anspruch genommen und habe wirk ...
Die letzten 10 Beiträge
- Einschlafstillen lösen
- Stillkind verweigert Flasche
- Kind 14 Monate Stillstreik oder abgestillt?
- Immer wieder Milchstau
- Amazonasnüsse in der Stillzeiz
- Abstillen aufgrund häufiger Milchstaus
- Zu viel stillen / zu hohes Gewicht
- Zu viel Milch
- Einschlafstillen klappt nicht – starker Milchspendereflex bei 7 Wochen altem Baby
- Unruhiges Stillverhalten beim Kleinkind (18 Monate)