Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen - Arbeitsbeginn

Frage: Abstillen - Arbeitsbeginn

Helena778

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Guten Tag, ich lese hier sehr oft, dass man die Kinder bis zu einem Jahr stillen sollte. Mein Sohn ist jetzt fast 8 Monate alt, bekommt 3 mal am Tag Beikost, wird ca 3-4 mal tagsüber gestillt und seit ein paar Tagen bekommt er abends eine zusätzliche Flasche mit Bio Folgemilch 2 von Hipp. Denn ich bin momentan echt am Ende meiner Kräfte und dreh fast durch vor Schlafmangel :-( . Nachts will der Kleine ständig gestillt werden! Es hilft zwar nur ein wenig mit der Folgemilch, er wird immer noch oft wach, aber ich möchte halt langsam abstillen und deshalb möchte ich wenigstens die Milchproduktion nicht noch mehr stimulieren. Leider muss ich bald wieder beruflich einsteigen, es geht finanziell nicht anders. Zwar fange ich ab nächster Woche erst mit einem halben Tag die Woche an (dann steigere ich langsam auf 2 halbe Tage usw), doch das bereitet mir schon Kopfschmerzen: ich muss eine halbe Stunde hin und eine halbe zurückfahren, dann arbeite ich 4 Stunden, heißt also mind. 5 Stunden bin ich weg, wenn kein Stau etc ist. Auf meiner Arbeit hab ich definitiv nicht die Zeit zum Abpumpen oder Abstreifen. In der Zeit muss mein Sohn Folgemilch bekommen. Meine Milchproduktion ist nämlich auch nicht so übermäßig viel; wenn ich vorher gestillt hab, ist nicht viel übrig. Allerdings spannt die rechte Brust öfter, weil er da in letzter Zeit nicht so viel trinken mag. Habe aber bisher noch nicht abgepumpt. Sollte ich das dann mal probieren? Was kann ich sonst tun? Ist es okay, 5 Stunden mal nicht zu stillen, auch wenn die Brüste spannen? Gibt es irgendwas Homöopathisches zum Abtillen, das ich ab dieser Woche nehmen könnte? Ich halte es bis zum 1. Geburtstag sowieso nicht durch, weil ich für die Arbeit fit sein muss, so gerne ich würde.. Vielen Dank vorab!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Helena778, die Brust ist ein eher träges Organ, das sich nur langsam auf Veränderungen einstellen mag, aber es ist tatsächlich möglich, dass sie sich auf unterschiedlich lange Stillintervalle einstellt. In der ersten Zeit werden Sie wohl um das Ausstreichen nicht ganz drumherumkommen, aber langfristig werden Sie ohne auskommen können. Wie lange es dauert, bis sich das bei einer einzelnen Frau eingependelt hat, ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich. Sie können ein wenig unterstützend eingreifen, indem Sie die Brust anfangs immer dann, wenn sie unangenehm voll wird, gerade so weit ausstreichen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Aber nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Beim Abstillen gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche können Sie dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Sie beginnen, bleibt Ihnen überlassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/arzt welche künstliche Säuglingsnahrung Sie verwenden sollten. Pre Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Für das komplette Abstillen sollten Sie in etwa sechs bis achte Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Sie Probleme mit der Brust vermeiden wollen und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Helena778

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort!


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