Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen, alle Methoden helfen nicht, was nun?

Frage: Abstillen, alle Methoden helfen nicht, was nun?

HappyMum2014

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Hallo! Ich habe einen Sohn, der nun gerade ein Jahr alt ist und noch nahezu voll gestillt wird. Allerdings heißt das bei uns, Einschlafen nur mit Stillen, Nachts alle 1,5 Stunden und Tags wird die Beikost meist verweigert. Besonders die Nächte werden langsam anstrengend, auch weil ich noch eine 3,5 jährige habe, die auch manchmal ruft. Ich habe über das Thema Tipps gelesen, z.B. Stillen zu verkürzen oder das Kind kurz vor dem Einschlafen "abzustöpseln". Nichts geht, er sucht sofort und schreit danach extrem, wenn er nicht wieder angelegt wird. Und extrem ist auch extrem, er steigert sich sehr schnell rein und dann sind alle wach, also sitzt auch eine weinende große Tochter im Zimmer nebenan. Zudem läßt er sich dann auch sehr schlecht beruhigen, zappelt auf dem Arm, drückt sich ab usw. Kuscheln und Nähe ohne stillen ist Nachts nicht möglich. Haben Sie noch eine Idee? Auch evtl zum Tag (Beikostverweigerer)? Herzlichen Dank....


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Liebe HappyMum2014, ich glaube nicht, dass dein Sohn die Beikost VERWEIGERT, sondern dass er sie schlicht noch gar nicht braucht. Was nicht ungewöhnlich ist. Und vor allem häufig vorkommt, wenn die Eltern zur Beikost drängeln. Er wird dann mehr Beikost nehmen, wenn sein Organismus sie braucht und er nicht das Gefühl hat (unbewusst), dass er die geliebte Brust verlieren könnte. Dein Kleiner scheint dich und das Stillen noch dringend zu brauchen. Klar ist das für dich eine sehr starke Belastung, dennoch möchte ich dich ermuntern, die Lösung anderswo zu suchen. Wo schläft dein Baby denn? Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Darum nehmen viele Mütter ihre Babys mit ins Elternbett. Wenn er also nicht bei dir liegt, kannst du ja mal ausprobieren, ob er weniger trinken möchte, wenn er bei dir schlafen darf. Deine körperliche Nähe während der Nacht könnte ihm eine Befriedigung schenken, die er sich ansonsten übers Saugen holt. Und auch deine Große könnte mit ins Elternbett und ihren Platz z.B. neben Papa finden... (Viele Eltern fürchten, dass sie dann überhaupt keine Intimsphäre mehr hätten, aber ehrlich: Seid wann ist die nur aufs Elternbett reduziert??) Außerdem möchte ich dir empfehlen (sofern du nicht privat versichert bist), dich von deinem Hausarzt krank schreiben und dir eine Haushaltshilfe verschreiben zu lassen (dazu musst du erklären, dass dein Mann nicht zuhause bleiben kann und auch sonst niemand in der Familie da ist, der sich um die Versorgung deines Kindes [das ist der erforderliche Wortlaut!] kümmern kann. Wenn du erst einmal Entlastung im Alltag hast, hast du etwas mehr Luft, um durchzuschnaufen. Und um dich jedes Mal, wenn auch dein Kind ruht, selbst (mit) ins Bett zu legen! Ehrlich gesagt ist DIESER Schritt meist auch recht schnell in Angriff genommen, ein Termin beim Hausarzt reicht, dann ein Anruf bei der Nachbarschaftshilfe, Sozialstation oder Kinderbüro (je nachdem, wer sich bei euch um das Thema "Haushaltshilfe im Krankheitsfall" kümmert). Das "Problem Kind" braucht meist mehr Zeit... Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast Du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und Du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Hast du gewusst dass ein junger Elefant eingeht, wenn er in den ersten 2 Lebensjahren nicht die PERMANENTE Anwesenheit seines Hauptbezugs"tieres" hat (kann auch ein Mensch sein...). Wenn ein Elefantenbaby zum Waisenkind wird bekommt es im Zoo selbstverständlich einen Pfleger zur Seite gestellt, der Tag und Nacht Hautkontakt bietet. Kein Mensch würde die Notwendigkeit dafür in Frage stellen. Nur mit unseren eigenen Babys, die viel unreifer geboren werden, erwarten wir so viel mehr. Das ist ein Punkt, der viele Diskussionen auslöst und bei Mutter und Kind zu vielen Tränen führen kann: Das Kind soll "wach" ins Bett gelegt werden und alleine einschlafen können (was eine enorme neurologische Leistung darstellt). Wenn es aber nur an der Brust oder im Körperkontakt mit der Mutter einschlafen kann, dann verurteilen wir dies als schlechte oder gar schädliche Angewohnheit... Aber das ist es gar nicht! Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Ich hoffe, meine Antwort hilft dir weiter, auch wenn sie vielleicht nicht das ist, was du dir gewünscht hast. Ich könnte mir vorstellen, dass dir der Besuch einer Stillgruppe gut tun könnte, denn dort findest du Frauen, die ganz ähnliche Fragen haben wie du, oder schon Antworten darauf gefunden haben. Kompetente Unterstützung und der Austausch von Mutter zu Mutter sind unendlich wertvoll, wenn wir die neue Erfahrung des Mutterseins machen. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß, Kristina


HappyMum2014

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Liebe Kristina, Deine Antwort hat mir sehr geholfen. Unser Kleiner muss nicht alleine schlafen, seit seiner Geburt schläft er in unserem Bett. Die Große findet es seit er da ist zu eng und ist darum jetzt in ihrem Zimmer nachts. Es ist wie so oft das Umfeld, dass mich so unsicher macht. Wir sind die Einzigen, bei denen es so läuft. Alle anderen gleichaltrigen Kinder essen vom Familientisch und schlafen alleine ein um dann auch nur einmal pro Nacht aufzuwachen. Da fängt man an, sich zu fragen, was man selbst falsch macht. Danke also für die aufmunternden Worte und das Gefühl, doch nicht völlig daneben zu sein.... ;-) Herzliche Grüße


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Ach du Liebe, das kennen wir alle so gut... und es ist doch so unfair, wenn man uns versucht, mürbe zu machen! Ein Grund mehr, mal nach einer Stillgruppe und Gleichgesinnten zu schauen. Schon merkt man, dass man nicht allein ist mit seiner Einstellung und seinen "Erziehungsansätzen". Das tut so unendlich gut!! Lieben Gruß, Kristina


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