Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abstillen aber wie

Frage: abstillen aber wie

Abinadi

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Hallo Meine Tochter wird nächsten Monat 2 und ich möchte nun wirklich abstillen. Ich schlafe seit 2 Jahren nicht mehr da sie mehrmals die Nacht kommt und auch am Tag möchte sie noch mehrmals nuckeln und wir haben jedes Mal wieder Kämpfe wenn es Nein heißt. Ich kann einfach nicht mehr kämpfen und es geht auch nicht dass sie so oft kommt. gegen morgens und abends habe ich gar nichts aber seit Monaten versuche ich ihr zu zeigen dass es nachts nichts mehr gibt. Manchmal akzeptiert sie es aber es gibt auch immer wieder Kämpfe nachts bis sie ohne stillen wieder einschläft. Wenn sie dann ab 5 Uhr dran darf ist es oft auch ein dauernuckeln anstatt kurz trinken und dann wieder einschlafen. gestern habe ich mal versucht sie zu stillen und dann erst ins Bett zu bringen. Sie hat 1 h geschrien lässt sich dann auch nicht kuscheln oder so weil sie so wütend ist. Sie hat einen sehr starken Willen (so waren meine anderen Kinder nicht. Sie haben sich alle problemlos abstillen lassen). wo fange ich am besten an und wie schaffe ich ein sanftes Abstillen ohne diese Kämpfe. nochmal eine Frage am Rande. Es heißt doch dass lange gestillte Kinder später auch gute Ernährungsgewohnheiten entwickeln (wenn man es ihnen so vorgibt natürlich) aber die Muttermilch schmeckt doch süß. steigert man damit nicht das Verlangen nach süß? Meine Tochter ist, obwohl ich ihr immer gesunde Sachen anbiete sehr auf süß. Hängt das mit dem Langzeitstillen zusammen?


Biggi Welter

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Liebe Abinadi, nein, dein Baby liebt nicht Süßes, weil es lange gestillt wird.Selbstverständlich können auch Babys bereits verschiedene Geschmacksrichtungen unterscheiden und eindeutig bevorzugen Babys süße Nahrung. Wenn Babys noch nicht in der Lage wären, verschiedene Geschmacksrichtungen zu unterscheiden, dann würden sie ja logischerweise alles essen ohne irgendwelche Unterschiede zu machen, solange es immer die gleiche Konsistenz hat und genau dies tun Babys nicht. Es ist absolut legitim, wenn du nun auch mal wieder etwas länger als eine Stunde am Stück schlafen magst - und schaust, ob sich nicht etwas ändern lässt an euren unruhigen Nächten. Du kannst ja dein Baby tagsüber weiter stillen, und Nachts zur "stillfreien Zeit"erklären. Dazu kann ich dir die Bücher "Schlafen statt Schreien" und auch "Ab ins Bett" von Elizabeth Pantley empfehlen. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Von Pantley stammt auch die Idee zur Einführung einer stillfreie Zeit. Hier fasse ich dir kurz zusammen, wie es geht: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird (sie verstehen es auch dann, wenn wir denken, sie seien noch viel zu klein um zu begreifen, was los ist!), und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du die stillfreie Zeit nicht zu lang ausdehnen solltest pro Nacht, oder vielleicht doch noch ein bisschen warten und durchhalten solltest. Ich hoffe, das hilft! LLLiebe Grüße Biggi


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