MeliMina
Liebe Stillberaterinnen, meine Tochter ist 21 Monate alt und ich stille sie noch gerne. Stillen ist für uns eine ganz besondere Zeit. Schon seit der Geburt meiner Tochter habe ich sie in den Schlaf gestillt weil sie das wollte. Einen Schnuller hat sie nie akzeptiert. Ich habe sie jedoch gerne an meiner Brust nuckeln lassen. Auch jetzt schläft sie oft mit nuckeln ein. Manchmal stille ich sie kurz und lege sie wach neben mich hin und dann umarmt sie ihren schmusetuch und schläft dann so ein. Es fasziniert mich immer wieder wie beruhigend das Stillen für sie ist. Leider ist das anstrengendste vom Stillen ist, dass sie nachts seit der Geburt nie durchschläft und oft an die Brust möchte. Ich kämpfe deshalb sehr mit der Müdigkeit! Zusätzlich habe ich die leichte Form von Thalassämie (dies ist ein genetischer Eisenmangel was Müdigkeit automatisch verursacht). Ich hätte mir sehr gewünscht das meine Tochter durchschläft. Vielleicht wäre ich nicht so verzweifelt. Die Bücher wie "Jedes Kind kann schlafen lernen" finde ich pädagogisch nicht hilfreich. Ich kann meine Tochter nicht schreien und lange weinen lassen. Zurzeit merke ich das die Muttermilch weniger wird. Meine Tochter merkt dies auch und sagt dann selber "Milch alle alle" möchte aber dennoch manchmal weiternuckeln. Vor ein paar Tagen hatte ich beschlossen "abzustillen". Aus meinem Bekanntenkreis hat jemand ihre Tochter mit der Methode: "Essig an die Brustwarze tun und Brust so dem Kind anbieten, das Kind soll merken die Brust ist schmutzig also mag ich die nicht mehr"... Ausprobiert und es hat bei denen geklappt. Nun berichtet sie auch dass das Kind durchschläft und sie nix bereut. Aber ihre Tochter hat auch seit der Geburt einen Schnuller bekommen. Ich wollte diese Methode heute ausprobieren. Ich habe mich jedoch einfach nur schlecht gefühlt, sehr geweint und es nicht ausprobiert. Ich kann diese schöne lange zeit nicht von heut auf morgen abbrechen! Momentan bin ich sehr verzweifelt und weiss nicht was sinnvoll wäre bzw. Ob ich abstillen soll ob es für meine tochter und für mich das richtig wäre abzustillen damit sie lernt durchzuschlafen usw. Hier bei uns gibt es Stillberaterinnen im Klinikum. Leider geben die nur ein Tipp: "Stillen mit Beikost" ersetzen. Aber das habe ich ja schon gemacht als sie 8 Monate alt wurde. Sie isst alles und trinkt gerne Wasser. Unsere Stillphase ist was anderes als nur eine kleine Nahrungsaufnahme. Deshalb bin ich der Meinung das Stillen nicht von heut auf morgen abzubrechen sondern langsam. Ich weiss nicht ob meine Meinung richtig ist. Ich brauche aber unbedingt eine pädagogische Stillberatung, wie ich unsere Situation lösen kann. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Sie mir helfen können! Liebe grüsse Meli
Kristina Wrede
Liebe Meli, ich kann dein Dilemma gut nachvollziehen!! Und denke auch, dass es einen Mittelweg gibt, nämlich dass ihr in der Nacht eine "stillfreie Zeit" einführt. Dazu empfehle ich dir die Pantley-Methode. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich deine Maus dann in der Nacht beschwert, dass sie nicht trinken darf (und das kann sie natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste sie und sprich liebevoll-beruhigend mit ihr, und gestehe es ihr auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden, ganz ohne Aufregung geht solch eine Umstellung meist eben doch nicht. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich deine Kleine über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Wichtig ist, dass du dir bewusst bist, dass du selbst ganz klar sein solltest. Denn du musst konsequent sein: Wenn du nein sagst, ist es nein, egal ob deine Maus weint oder gar tobt. Dass sie so reagiert ist ja natürlich, und nichts bedrohliches! Lieben Gruß, Kristina
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