Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen - aber wie ?

Frage: Abstillen - aber wie ?

Mitglied inaktiv

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Hallo, mein Sohn ist 17 Monate und wird in den Schlaf (und Nachts zur Beruhigung) gestillt. Auch Mittags kommt er nicht anders in den Schlaf (außer beim Autofahren.... ;-)) Ich würde gerne so langsam abstillen, weiß aber nicht so genau wie. Er läßt sich nämlich auf andere Weise gar nicht beruhigen. Nimmt auch keinen Schnuller. Zumal wenn er Nachts weint ich ihn schnell beruhigen möchte damit mein ältester Sohn (4) nicht davon wach wird.... Dazu kommt noch das mein Kleiner einen leichten Schlaf hat. Er wird schnell wach (manche Kinder kann man ja im Schlaf umziehen, umbetten etc. - das ist bei meinen Beiden niemals möglich) Zur Zeit muß ich ihn Nachts ungefähr 5 x mal wieder in den Schlaf stillen. Und das ist keine Phase ! Wenn Zähne kommen er sich sonst irgendwie unwohl fühlt (Krankheit ausgenommen) kann sich die Zahl auf ca 8 x pro Nacht erhöhen. Den Schlafmangel stecke ich ganz gut weg, es macht mir nicht so viel aus. Trotzdem möchte ich so langsam gerne abstillen. Gibts einen Tipp für hartnäckige Nuckler ? :-) LG Carina


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Liebe Carina, es ganz wichtig, dass Sie den Kuschelfaktor des Stillens auch irgendwie ersetzen. Am Anfang ist das schwer, weil die Kleinen dann gleich an die Brust möchten, doch mit liebevoller Konsequenz geht das nach kurzer Zeit sehr gut. Kinder sind unglaublich anpassungsfähig! Wenn Sie Ihr Kind jetzt radikal abstillen wollen, wird das sicher nicht ohne Tränen gehen, langsames und allmähliches Abstillen ist für Sie und das Kind besser. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Das Abstillen in der Nacht ist meist das Schwierigste. Vielleicht hilft es, wenn Sie zunächst einmal die Tage "stillfrei" bekommen, und dann, wenn sich das gut eingespielt hat, an die Nächte gehen. Könnten Sie sich das vorstellen? Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern“ von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt. Sie entziehen Ihm die Brust, aber nicht die Mutter. Übrigens: Durchschlafen wird Ihr Kind nicht unbedingt, auch wenn es nicht mehr stillt. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft! Alleine sein bedeutet für ein Baby oder Kleinkind aus seiner Sicht Lebensgefahr. Sie wissen nicht, dass es heute und in unserer Gesellschaft unwahrscheinlich ist, dass sie von einem wilden Tier gefressen werden, wenn sie alleine sind. Wir können einfach nicht erwarten, dass unsere Babys und Kleinkinder„begreifen“, dass ihnen doch alleine nichts passieren kann und wir können sie auch nicht dazu bringen, dass sie in diesem jungen Alter ein Gefühl dafür entwickeln, dass es doch „nur fünf Minuten“ oder welche Zeitspanne auch immer ist, die sie warten müssen bis wieder jemand kommt. Herzlichen Gruß, Kristina Heindel


Mitglied inaktiv

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Habe gerade weiter unten gelesen das die Kinder die Mutter riechen wenn sie im Familienbett schlafen und somit evtl. öfter nach der Brust verlangen. Sollte ich vielleicht mal versuchen nicht mit im Bett zu schlafen ? Also Einschlafstillen ist OK, aber selber dann woanders schlafen ? LG


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Einen Versuch kann es wert sein. Wichtig ist dann, dass die Person, die beim Kind ist in der Nacht (z.B. Papa) liebevoll trösten kann, wenn das Kind nach der Mama verlangt... Also auf keinen Fall das Baby dann ganz allein lassen, wenn es in der Nacht aufwachen sollte. Irgend jemand muss sich darum kümmern, dass es keine Angst bekommt und wieder in den Schlaf findet. Viel Glück! Kristina


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