Bubi1403
Liebe Stillberaterin Mein Sohn ist jetzt 10 Monate jung und wir Stillen noch zum Abend und in der Nacht... Abend verlangt er sich seine Milch egal ob er ein Abedbrei oder eine Stulle gegessen hat... Wenn er in der Nacht kommt Nuckelt er meinst nur noch und trinkt richtig vielleicht zweimal..Pulvermilch trinkt er nicht, er spuckt sie aus und schubst die Flasche weg..Ein Nuckel nimmt er auch nicht mehr.. Wir haben ein Familienbett... Tagsüber stille ich ihn einmal früh ansonsten gibt er sich auch mit Fencheltee zufrieden... Ich muss zu geben das mich das stillen irgendwie nur noch Stresst, ich bin ausgelaugt und wirklich wohl fühle ich mich dabei auch nicht mehr... Dazu kommt das er drei Zähne hat und ordentlich zu beißt.. Der kleine Mann ist sehr fordernt.... Und beschwert sich auch lautstark bei nicht gefallen was ich nur 10 Min ertrage und dann klein bei gebe... Vielleicht auch nicht schlau aber ich kann ihn nicht brüllen bzw so schrecklich weinen lassen.. Wie kann ich es für ihn so angenehm wie möglich gestalten... Ich geh auch ab Ende März wieder in Schichten arbeiten und das setzt mich irgendwie noch zusätzlich unter Druck.. Verstehen Sie mich nicht falsch ich liebe ihn von ganzem Herzen und ich habe diese innige Zeit genossen aber für mich reicht es jetzt mit der Stillerei... Ich freu mich über eine hilfreiche Antwort... Entschuldigen Sie den langen Text ich hoffe Sie verstehen mich... LG Bubi1403
Liebe Bubi1403, auch mit zehn Monaten ist ein Baby noch ein SÄUGling und braucht Milch. Wenn Du jetzt nicht mehr stillen möchtest (was dein gutes Recht ist!) solltest Du entweder zur Flasche hin abstillen oder aber einen Ersatz anbieten. Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses „natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit „Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" Du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Du machst nichts falsch! Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Auch die Beikost "verbessert" das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten (und zwar auch von den Profis!) nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt dir in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Bitte hab Geduld mit deinem Baby und biete ihm die Flasche immer wieder an, wenn Du gar nicht mehr stillen magst. Ich gebe dir jetzt noch Tipps, wie dein Baby die Flasche nimmt. Lass immer JEMANDEN ANDEREN die Flasche anbieten, mach es nie du selbst (vielleicht kannst du den nächsten Versuch ja auf ein Wochenende legen?). Es gibt einige Tricks, die helfen können: - versucht die Flasche anzubieten, wenn das Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird es keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lass die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, die Unterlippe damit kitzeln, damit das Kind selbst ihn nimmt; - dein Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach dir riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmen Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - probiert verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - versuche, verschiedene Trinkpositionen ausprobieren zu lassen; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probiere, die Flasche zu geben, wenn dein Baby schläft; - gib nicht sofort auf, wenn es nicht klappt, probiert es weiter - aber bedenke auch, dein Baby kann auch (tagsüber) aus einer Tasse, vom Löffel, mit der (Kunststoff-) Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden - es muss nicht zwangsläufig eine Flasche sein. Ich hoffe, dir weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi
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