Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abstillen!? aber wie fängt man's an?

Frage: abstillen!? aber wie fängt man's an?

mama-nika

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hallo liebe Stillberaterin, vielen Dankk erstmal für die tolle Arbeit, die Sie hier leisten und vielen Dank auch für die hilfreiche Antwort zum Thema Dauerstillen, die Sie mir vor ein paar Monaten gegeben haben. es hat, mit Hilfe Ihrer Tipps, schon mal super geklappt meinen Sohn zum Einschlafen ohne stundenlanges Nuckeln an der Brust zu kriegen. nun möchte ich, nach langem Überlegen, doch ganz abstillen. unser Sohn ist nun 2Jahre und 2Monate alt, hat im September die KiGa Eingewöhnung gemeistert, ist aber im allgemeinen ein eher sensibles Kind. ich möchte nicht, dass er unter dem "Brustentzug" leidet, denn auch jetzt gibt es ab und an ein bisschen (ab und zu auch ein bisschen mehr) Gegenwehr mit Tränen, wenn die ausgemachte Zeit um ist und nur gekuschelt werden soll. zur Erklärung: wir handhaben es jetzt so, dass ausschließlich zum Einschlafen mittags und abends kurz gestillt wird. ich biete ihm nach ca 5min an, die Seite zu wechseln und sage ihm nach einer Weile "2min noch nuckeln, dann kuscheln wir" (klar, er weiss noch nicht, wie lang 2min sind, es istmehr ein Ankündigen dessen, was gleich kommt-oder sollte ich das lieber anders handhaben?) ich sage ihm dann auch Bescheid, dass ich jetzt mit ihm kuscheln möchte. mal dreht er sich gleich um und rutscht mit seinem Rücken zu mir ran, mal fängt er an zu weinen. ich bin meist konsequent, abgemacht ist abgemacht, aber manchmal gebe ich auch nach. was genau da nun richtig ist, weiss ich auch nicht :-/ nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen: denken Sie mein Sohn ist schon so weit, dass er komplett auf die Brust verzichten kann? wie fange ich das an? wenn ich ankündige, dass wir nur kuscheln und den Pulli anlasse, wenn ich mich zu ihm lege, ist er alles andere als begeistert und weint und schimpft.er beruhigt sich auch nicht eher, bis ich ihn entweder mit ins Wohnzimmer nehme, um ihn auf meinem Bauch schlafen zu lassen oder er hat, was er möchte, nämlich die Brust. nur ist gerade 1.Variante ziemlich blöd für unseren Großen, der dann allein im Bett liegen muss-zumindest, wenn Papa arbeiten ist. ich hoffe Sie haben ein paar Tipps für uns. Danke im Vorraus liebe Grüße Nika


Biggi Welter

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Liebe Nika, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Eine Möglichkeit ist, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, dass Du das Stillen als unangenehm empfindest und dass Du denkst, dass es nun an der Zeit ist, eure gemeinsame Stillzeit zu beenden. Überlegt gemeinsam, wie ihr nun zu einem harmonischen Ende finden könnt. Vielleicht indem ihr auf ein bestimmtes Datum hinarbeitet oder aber auch durch ganz klare Regeln, die auch lauten können „Es wird nur noch gestillt, wenn es dunkel ist“ oder „wir stillen nur noch am Morgen“. Und so lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du nicht mehr so oft und viel stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Baby spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein teilweises Abstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt deine Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass dein Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass dein Baby sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil es auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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