Frage: Abpumpen und Milchfußreflex

Hallo Biggi, meine Tochter ist 13 Wochen alt, 60cm und wiegt 5800 gr.. Ich versuche sie voll zu stillen. Ich habe das Gefühl, daß die Milch nicht mehr reicht, da sie abens immer öfter trinken will. Tagsüber sind dia Abstände ca 3-4 Std. Ab ca 18.00Uhr alle 1-2std. Sie ist dann teilweise ganz ungeduldig und wütend an der Brust und schüttelt den Kopf hin +her. wenn ich ihr dann die flasche gebe trinkt sie ganz gierig.Ich versuche nun tagsüber Mumi. abzupumpen,habe die elektr. Pumpe von Nuk.Leider klappt es nie richtig.Kommt nur ca 50 ml. pro Brust und ist eine Quälerei. Ich spüre auch das Kribbeln in der Brust nicht. Möchte aber nicht soviel Fertignahrung füttern.Was kann ich tun ? Haben Sie einen Tipp? Meine PLZ 38112 Viele Dank für Ihre Mühe . Mfg. Rolli

Mitglied inaktiv - 10.12.2001, 13:59



Antwort auf: Abpumpen und Milchfußreflex

? Liebe Rolli, es ist vollkommen normal, dass ein Baby am Abend häufiger trinken will und Stillabstände von ein bis zwei Stunden sind kein Hinweis, dass die Milch nicht ausreicht, sondern gerade bei einem Kind in diesem Alter zu erwarten, denn mit 13 Wochen ist das Kind im klassischen Alter für einen Wachstumsschub. Wachstumsschübe sind Zeiten erhöhter Nachfrage, in denen das Baby sehr oft gestillt werden möchte. Wird das Baby dann auch häufig angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal „mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Sie haben dann nicht zu wenig Milch, sondern der Bedarf Ihres Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren.Durch die häufigere Stimulation wird die Brust dazu angeregt mehr Milch zu bilden und nach ein paar Tagen ist der Spuk meist wieder vorbei. Wird in dieser Situation zugefüttert, so wird in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingegriffen und das kann der Beginn des unfreiwilligen, vorzeitigen Abstillens sein. Außerdem kann die Fütterung mit der Flasche zu Problemen beim Trinken an der Brust führen, da das Saugen an einem künstlichen Sauger eine ganz andere Technik verlangt als das Trinken an der Brust. Abpumpen ist etwas, was gelernt und geübt werden muss und dann kommt es auch noch auf die Pumpe an, die verwendet wird. Leider kenne ich kaum Frauen, die mit dem von Ihnen genannten Modell wirklich gute Pumpergebnisse erzielen konnten. Der Schlüssel zum erfolgreichen Abpumpen ist das Auslösen des Milchspendereflexes. Um den Milchspendereflex anzuregen hilft es, wenn die Frau sich in eine angenehme Umgebung zurückziehen kann, in der sie so wenig wie möglich gestört wird und sich entspannen kann. Das Einhalten eines Rituals beim Abpumpen und Konzentration auf das Baby (vor einem Foto des Babys oder neben dem Kind abpumpen) tragen dazu bei, den Milchspendereflex auszulösen. Wärmeanwendungen und Massage der Brust stimulieren den Milchspendereflex ebenfalls. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen - unterbrechen zum Massieren der Brust - 5 Minuten pumpen - massieren der Brust - 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. DEN idealen Zeitpunkt für das Abpumpen für jede Frau gibt es nicht. Sie müssen einfach ausprobieren, wann es bei Ihnen am besten geht. Manche Frauen pumpen unmittelbar nach dem Stillen noch etwas ab, andere etwa in der Mitte zwischen zwei Stillzeiten oder aber auch während des Stillens an der anderen Seite. Am besten lassen Sie sich von einer Stillberaterin vor Ort in einem direkten Gespräch beraten, nicht nur was das Pumpen betrifft. Die nächstgelegene LLL-Stillberaterin für Sie dürfte Frau Catherine Burckhardt Tel.: 0531-71901 sein. Rufen Sie einfach einmal bei ihr an. LLLiebe Grüße Biggi Welter

von Biggi Welter am 11.12.2001



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