kk2000
Hallo, meine Mutter ist ein sehr egoistischer Mensch. Es muss sich alles um sie drehen, sie sieht sich als Mittelpunkt. Nach außen spielt sie eine aufrechte Fassade und hinter verschlossenen Türen sieht es ganz anders aus. Mittlerweile ist es so, dass sie die ganz Familie zerstört hat. Bei ihr gibt es ein "goldenes Kind" was nie was falsch macht. Es ist ihr Liebling. Dagegen kommt man nicht an. Der Liebling kann noch so schlecht sein, sie verteidigt alles. Selbst Straftaten etc. Ich dagegen kann nichts richtig machen. Egal welche Leistungen ich erbringe, sie sind nie gut genug. Ich werde abgewertet und zurückgewiesen. Teilweise fällt mir auch auf, dass meine Mutter sich sogar freut, wenn bei mir irgendwas schief geht. Sie nimmt Einfluss auf Freunde und andere Familienmitglieder. Dort erzählt sie Lügen und wertet mich ab, gleichzeitig wertet sie das "goldene Kind" auf, auch wenn es gar keine Leistung erbracht hat. Ich habe den Fehler gemacht, dass ich es bei ihr angesprochen habe. Daraufhin hat sie mir gesagt, dass es nicht stimmt, dass es alles von mir eingebildet ist. Ich hatte versucht mich bei anderen Familiemitglieder auszusprechen, dort wird die Wahrheit auch geleugnet und ich werde gemieden. Als ich auch bei Freunden ihre Lügen richtig stellen wollte, hat man mir nicht geglaubt und Ich stehe jetzt als Lügnerin da. Vom Grund muss man sagen, hat sie alles zerstört. Die, die ihre Lieblinge sind, die machen das Spiel mit, so dass man mir als Einzelperson nicht glaubt. Ich habe das Gefühl ich habe kein Leben mehr. Rufmord- und Verleumdnungskampagnen eilen mir voraus. Ich habe nirgends noch eine Chance Fuß zu fassen. Gleichzeitig verlangt meine Mutter, dass ich mich für sie aufopfere, obwohl sie mir das alles antut. Wenn sie Probleme hat, muss ich sie für sie lösen. Wenn ich das Gefühl habe, es wird mir zuviel und ich melde mich nicht, dann bekomme ich ständige Anrufe und mir wird mit Vorwürfen auf die Mailbox gesprochen. Dadurch werde ich manipuliert. Ich habe mich schon an eine Beratungsstelle gewandt, aber auch da konnte man mir nicht helfen. Ich hatte den Eindruck, dass die Beratung es so sieht "das Mutter ja sowas nicht macht" und meine Probleme nicht wahrgenommen werden dadurch. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass man mir unterstellt ich übertreibe oder ich wäre ja nur neidisch auf den "Liebling". Mir geht es durch diese ganzen Sachen schlecht. Ich habe Schlafstörungen, fühle mich deprimiert und isoliert, habe teilweise auch andere körperliche Symptome, wie Magenbeschwerden, Nackenschmerzen etc. Ich hatte versucht nichts Privates mehr von mir bei ihr zu erzählen. Auch habe ich versucht auf Abstand zu gehen. Damit habe ich erreicht, dass sie weiter wie eine Furie wütet und immer mehr "gegen mich vorgeht". Sie wird richtig hysterisch. Vielleicht kann das auch hier keiner glauben, dass eine Mutter dazu fähig ist, aber es ist alles wahr, was ich schreibe. Wie kann ich einfach wieder ein normales Leben bekommen und wie kann ich mich von ihr distanzieren bzw. wie kann ich diese Reaktionen auf meine Versuche Distanz zu bekommen ertragen. Sie holt ja dann mit einem Rundumschlag aus....?
Hallo Du, Schön, dass du hier schreibst und dich öffnest. Aus deiner Nachricht ist herauszulesen, dass du viel aushältst und Schmerz erfahren musstest. Deine Wahrnehmung dieser Situation klingt nach deinen Beschreibungen sehr nachvollziehbar. Was du beschreibst, kann auf typische Muster emotionaler Gewalt und narzisstischer Manipulation hindeuten. Wichtig ist, dass du dir nicht einreden lässt, dass du übertreibst und verrückt bist. Wenn dir deine Gefühle abgesprochen werden, ist das Gaslighting. Gaslighting beschreibt das systematische Absprechen der Wahrnehmung, um die Person kleinzumachen und zu manipulieren. Körperliche und psychische Reaktionen sind als Folge von Manipulation keine Seltenheit. Du beschreibst auch, dass dein Umfeld sich das nicht vorstellen kann: das ist bei Personen, denen wir narzisstische Züge zuschreiben, genau das Ziel. Wie sie sich präsentieren und tatsächlich zeigen, geht weit auseinander. Hinzu kommt, dass in unserer Gesellschaft Mütter idealisiert werden, was es schwer macht, mütterliche Gewalt zu erkennen. Von Müttern wird bedingungslose Liebe und Hingabe erwartet – so fällt es vielen schwer, zu erkennen, dass sich nicht alle Mütter fair verhalten. Das "goldene Kind" als Ideal hinzustellen, kann auch eine Form der Machtausübung sein. Dadurch werden (gezielt) unerfüllbare Erwartungen geschaffen, die sich auf den Selbstwert der Personen auswirken, die mit dem Ideal verglichen werden und konkurrieren müssen. Andere Personen, die von manipulierendem Verhalten betroffen sind, beschreiben es als hilfreich, belastende Situationen genau zu dokumentieren und verletzende Aussagen, Verhaltensweisen und ihre Gefühle dazu festzuhalten. Vielleicht ist es hilfreich, diese in einem Tagebuch zu dokumentieren oder Screenshots von Nachrichten zu sammeln? So kannst du, wenn du an deiner Wahrnehmung zweifelst, nochmal schauen, wie es dir in der Situation ging. Das kann dabei helfen, die eigene Wahrnehmung zu validieren und dich rückzuversichern, dass du nicht verrückt bist. Das sind ernstzunehmende gesundheitliche Auswirkungen, die du zeigst! Es ist wichtig, dass du dir Unterstützung suchst und damit nicht allein bleibst. Gerade wenn du aus deinem unterstützenden Umfeld isoliert wurdest. Um erstmal die akute Belastung zu reduzieren, kannst du beispielsweise zunächst eine kleine Mauer zum Selbstschutz aufbauen und erste Grenzen ziehen. Du kannst höflich aber emotional unerreichbar bleiben, indem du persönliche Informationen reduzierst und den Kontakt nach deinen Bedingungen strukturierst. In deinem Fall ist das nicht einfach, da deine Mutter stark auf Abgrenzungsversuche reagiert. Aber vielleicht kannst du mit kleinen Situationen anfangen und nach und nach deinen emotionalen Abstand ausbauen. Ein erster Schritt könnte beispielsweise sein, nicht immer für sie erreichbar zu sein und Zeiten festzulegen, die du dir für Kontakt mit ihr nimmst. Du könntest zum Beispiel immer zwischen 16 und 17 Uhr ihre Nachrichten lesen und darauf antworten und den Rest des Tages nicht in anderen Kontakt mit ihr gehen. Diese Grenze kannst du auch als generelle Grenze formulieren, um die Abwehrreaktion deiner Mutter kleiner zu halten. Vielleicht kannst du ihr sowas sagen wie: “Ich brauche etwas mehr Abstand von meinem Handy und nehme mir in Zukunft gezielt nachmittags eine Stunde Zeit, meine Nachrichten zu lesen, bin aber ansonsten nur in Notfällen erreichbar.” Manchmal kann es dafür hilfreich sein, kleine Übungen zu machen, die dich auf emotional aufwühlende Situationen vorbereiten. Hier findest du eine Übung, die dich in deinem Selbstgefühl stärken und dir Mut machen kann: https://www.be-here-now.eu/selbstfursorge/ich-kann-das Hier findest du eine Übung, die dein Sicherheitsgefühl verbessern und deine inneren Grenzen schützen kann: https://youtu.be/GrySl-x1DXc. Eingefahrene Systeme und andere Personen ändern sich nicht immer. Unser einziger Handlungsspielraum ist dann, wie wir in diesem System reagieren. Nicht jedes System muss erhalten werden - wenn es auf Abwertung basiert, ist (vorübergehende) Trennung oft die beste Option. Für eine weiterführende Behandlung der Symptome, solltest du bei deiner Hausärzt*in vorstellig werden und schildern, dass du emotional bereits über deine Grenzen gekommen bist. Professionelle Hilfe ist in dieser Situation ratsam und auch eine Psychotherapie kann dich unterstützen. Dort kannst du sowohl die Dynamiken besser verstehen als auch über Grenzziehung und Aufarbeitung sprechen. Du kannst über 116 117 oder Therapeut*innen unter https://www.116117.de/de/psychotherapie.php suchen. Heilung braucht Zeit, aber du bist stark und verdienst ein Leben ohne emotionale Gewalt. Du bist nicht allein mit dieser Erfahrung, vielen Personen geht es ähnlich. Es kann sehr entlastend sein, sich mit anderen auszutauschen, die diese Situation kennen. So könnt ihr euch gegenseitig stärken und Handlungstipps austauschen. An einigen Standorten gibt es Selbsthilfegruppen: https://narzissmus-selbsthilfe.de/selbsthilfegruppe-narzissmus/ Wir hoffen, dass du insbesondere durch eine Selbsthilfegruppe Unterstützung finden und die schlechte Erfahrung mit der anderen Beratungsstelle überschreiben kannst. Vertraue dir und deiner Wahrnehmung! Wir wünschen dir auf deinem Weg viel Erfolg und Kraft! Liebe Grüße Leonie und Xenia
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