Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Kartoffelbrei selbst kochen.

Dipl. oec. troph. Birgit Neumann

Dipl. oec. troph. Birgit Neumann
Diplom Ökotrophologin und Ernährungsberaterin

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Frage: Kartoffelbrei selbst kochen.

Thayet

Hallo Frau Neumann, sollte diese Frage schon ein mal oder sehr ähnlich gestellt worden sein, tut es mir leid, aber als ich danach suchte, habe ich zumindest nichts gefunden, was meine Fragen beantworten könnte. Ich koche den Brei für mein Kind, das Ende des Monats den fünften Lebensmonat vollendet, selbst. Angefangen habe ich auf Raten meiner Hebamme mit Pastinakenbrei, und dann habe ich auch Möhrenbrei ausprobiert. Beides wurde gut vertragen und die Kleine hatte überhaupt keine Probleme damit. Jetzt möchte ich Kartoffeln untermischen. Und wenn sie das gut verträgt wollte ich Fleisch hinzufügen. Aus Kartoffeln Brei zu kochen ist nicht das Ding, aber muss ich dem Kartoffelbrei ebenfalls Öl hinzufügen? Oder reicht das, was im Bsp. Möhrenbrei ist? Sollte ich lieber Saft nehmen? Oder Sollte ich Milch hinzufügen? Wie ist es mit dem Mischungsverhältnis? 1:1 = Möhre:Kartoffel, oder doch besser mehr Möhre? Und wenn ich jetzt schon mit der Kartoffel anfange, muss ich dann, wenn Bsp. im Herbst der Kürbis wieder Saison hat, quasi wieder von vorne anfangen? Sprich: ERST nur das Gemüse, und wenn das gut klappt, mische ich da Kartoffeln unter... Vielen Dank und Grüße, Thayet


Birgit Neumann

Birgit Neumann

Hallo Thayet Stillst du eigentlich oder bekommt dein Baby Säuglingsmilch? Bei der Breieinführung werden Die verschiedenen Zutaten nacheinander, jeweils ergänzend zur aktuell gefütterten Gemüsesorte, angeboten: Zuerst gibt es eine Sorte Gemüse, etwa 4-7 Tage hintereinander. Zuerst 1 TL, dann zwei TL und am dritten Tag vielleicht schon 3 TL. Am 4. Breitag sollte Öl dazu kommen, ein ganz klein wenig. So geht das immer weiter. Es wird die Menge peu und peu, langsam aber stetig erhöht. Wenn ein Baby den Brei gut verträgt und gerne isst, gerne gefüttert wird, kann man die Zutaten und Mengen erweitern. Man kann entweder die Gemüsesorten wechseln oder die bereits eingeführte Gemüsesorte mit einer weiteren Sorte ergänzen. Dann sollten recht bald Kartoffeln dazu kommen, damit der Brei mehr sättigt. Die Breimenge kann weiter gesteigert werden und mit der Breimenge wird auch die Ölmenge erhöht. Bei etwa 100g Brei kommt ein TL Öl zum Brei dazu. Bei 200g Brei sind es 1 EL (= etwa 2 TL). Es können noch mehr Gemüsesorten gegeben werden oder wenn gewollt, kann bald auch schon Fleisch den Brei egänzen. Als Orientierung kannst du nehmen: halb so viel Kartoffeln wie Gemüse: 2 Teile Gemüse : 1 Teil Kartoffel = 100g Gemüse + 50g Kartoffel, oder 120 Gemüse + 60g Kartoffel dazu kommen noch 20 (-30) g Fleisch oder Fisch (je nach Alter) 1 EL Öl (ca 8 g) 2 EL Obstsaft (Vit C-reich) Diese Mengenverhältnisse der Zutaten solltest du einhalten - so kann und darf dein Baby vom Brei so viel (oder so wenig) essen, wie es schafft. Manche Babys essen größere Mengen (bis ca 220g) und manche Babys essen eher kleinere Portionen (ca 140g). Im Durchschnitt i(s)st ein Baby etwa eine Menge um ca 200 g. Wenn die Zielgröße beim zubereiteten Brei in etwa bei 200g sein soll, dann verwende die entsprechende Menge an Gemüse/Kartoffel (= zum Beispiel ca 120g Gemüse / 60g Kartoffel + Wasser zum Garen und pürieren) und ergänze die übrigen Zutaten: 1 EL Öl und ca 2 EL Saft, ggf Fleisch, Fisch oder vegetarische Zutaten. Hier ist nochmal das Grundrezept GK-Brei: 130g Gemüse 70g Kartoffeln in wenig Wasser garen. Mit dem Garwasser pürieren und 8g Öl (ca 1 EL) darunter rühren. optional 2 EL Obstsaft (Vit C-reich) zugeben Grundrezept GKF-Brei:** 120g Gemüse 60g Kartoffeln 20g Fleisch (30g ab 8. Lm) in wenig Wasser weich dünsten pürieren 2 EL Obstsaft (Vit C-reich) 8g Öl zufügen und umrühren **Es gibt unzählige Rezepte, die du beliebig variieren und zusammenstellen kannst. Das Prinzip ist immer gleich: etwa doppelt so viel Gemüse wie Kartoffeln, ca 100-120g Fleisch die Woche, bzw ca 15-20 g pro Breiportion. Fisch ab etwa dem 8. Lm, ca 20 (-25g) die Woche, wenn gewollt. Statt Fleisch können Haferflocken (später auch Hülsenfrüchte) hineingemischt werden = ein vegetarischer Brei und jetzt nochmal konkret zu deinen Fragen: "Aus Kartoffeln Brei zu kochen ist nicht das Ding, aber muss ich dem Kartoffelbrei ebenfalls Öl hinzufügen?" Kartoffeln gibt man eher nicht separat als Brei. Es ist empfehlenswert, die Kartoffeln mit dem Gemüse zusammen zu kochen und gemeinsam zu pürieren. Kartoffeln sind, die Konsistenz betreffend, etwas eigen. Die Konsistenz wird besser, wenn du Gemüse und Kartoffeln zusammen dünstest und zusammen pürierst. Gib das Öl dazu und fertig. Das Öl ist auch wichtig, weil es satter macht als nur Gemüse mit Kartoffeln. Breiessen ist auf Dauer für ein Baby nur attraktiv, wenn der Brei satt macht. "Oder reicht das, was im Bsp. Möhrenbrei ist?" s.o. Sollte ich lieber Saft nehmen? s.o. den Saft kannst du vorerst noch weglassen. Oder du kannst den Saft schon dazu geben. "Oder Sollte ich Milch hinzufügen?" Du kannst, wenn du stillst, etwas Muttermilch in den Brei geben. Wenn dein Baby den Brei gut und gerne isst, brauchst du das nicht zu machen. Ansonsten wird der Mittagsbrei milchfrei zubereitet. "Und wenn ich jetzt schon mit der Kartoffel anfange, muss ich dann, wenn Bsp. im Herbst der Kürbis wieder Saison hat, quasi wieder von vorne anfangen?" Nein, dein Baby wird im Herbst viel (weil älter) robuster sein und anfangen Familienkost zu essen. Das bedeutet weniger oder kaum Brei und du musst auch nicht mehr so vorsichtig sein, wenn neue Lebensmittel gegessen werden. Grüße Birgit N. P.S. stelle deine Fragen hier im Forum bzw in den verschiedenen Foren hier bei "rund ums Baby" genau so, wie du eine Antwort darauf suchst. Obwohl ich i.d.R. nur sehr allgemein geltende Antworten geben und schreiben kann, bin ich bemüht meine Antworten trotzdem so individuell und passend wie möglich zu formulieren.


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