Mitglied inaktiv
Lieber Herr Nassar, wir bräuchten dringend Ihren Rat, deshalb schildere ich Ihnen mal unsere Situation: Mein Mann und ich (beide 36) hatten im August unsere 4. negative ICSI hier in Deutschland. Gestern war nun wieder ein Gespräch in unserer Klinik, wo unser Arzt uns auch auf die Möglichkeit der Eizellspende ansprach. Wir haben uns zwar vorher schon einige Gedanken dazu gemacht, jedoch hat uns unser gestriges Gespräch noch mehr Grund dazu gegeben, darüber intensiv nachzudenken. Zu unserer Geschichte: Pille abgesetzt im August 2005 spontane Schwangerschaft im März 2006, leider FG in der 10. SSW (MA) seitdem keine SS mehr seit Februar 2009 in KiWu-Behandlung Untersuchungen: Spermiogramm anfangs sehr schlecht (A-Beweglichkeit 0 - 5 %, Menge jedoch in Ordnung; seit Einnahme von Zink-Tabletten und Klinikwechsel jedoch fast im Normbereich, A-Beweglichkeit 20 - 35 %, Menge 30 - 60 Mio./ml) Hormonanalysen - alle im Normbereich (außer AMH 0,76 im November 2009) Gebärmutterspiegelung ohne Befund Genetik bei mir und meinem Mann ohne Befund Schilddrüse in Ordnung Gerinnung: beide Elternteile hatten schonmal Thrombose, ich jedoch nicht. Jedoch bin ich PAI 1 homozygot (4G/4G) und habe erhöhte D-Dimer. Dies wurde erst jetzt vor der 4. ICSI festgestellt. Deshalb bekam ich für den 4. Versuch zusätzlich Clexane20 seit Stimubeginn bis zum SS-Test. 1. ICSI: Antagonistenprotokoll Pillenvorzyklus 11 Tage 225 ie Gonal PU von 6 EZ, 5 reif, 4 befruchtet, 2 schlechte Qualität TF 3 Tage nach PU (Qualität: 4C und 6C) Schleimhaut 7,5 mm 2. ICSI: Langes Protokoll Pillenvorzyklus Depot-Spritze zur DR 13 Tage 225 ie Gonal + 150 ie MenogonHP PU von 5 EZ, 4 reif, alle befruchtet, 2 schlechte Qualität TF 3 Tage nach PU (Qualität: 8B und 10B) Schleimhaut 7 mm 3. ICSI: Langes Protokoll Pillenvorzyklus DR mit Synarela 11 Tage 225 ie Gonal + 150 ie Menopur zusätzliche Progynova PU von 6 EZ, 3 reif, 2 befruchtet TF 3 Tage nach PU (Qualität: 7C und 8B) Schleimhaut 7 mm Wechsel der KiWu-Klinik 4. ICSI: Antagonistenprotokoll kein Pillenvorzyklus 11 Tage 375 ie Merional zusätzlich Heparin (Clexane20) nach TF zusätzlich Gynokadin PU von 8 EZ, 4 reif, alle befruchtet, 1 sehr schlechte Qualität, 1 in Entwicklung an Tag 4 stehen geblieben TF 5 Tage nach PU (Qualität 2 Morulas) Schleimhaut 7 mm Jetzt stellt sich eben für uns die Frage, ob wir es nochmal mit eigenen Eizellen versuchen sollen oder lieber gleich zur Eizellspende übergehen sollen. Die Entwicklung war ja nie wirklich toll, jedoch meine Schleimhaut auch nicht. Allerdings war ich ja schonmal schwanger. Also klappt es ja generell. Mein Arzt gab uns für kommende Versuche in Deutschland etwa 15 % Wahrscheinlichkeit, dass es klappt. Er meinte, die Wahrscheinlichkeit mit EZP wäre deutlich höher. Wie sehen Sie das? Würden Sie uns gleich zur Eizellspende raten? Eine Bauchspiegelung wurde noch nicht gemacht, jedoch haben mittlerweile 5 Ärzte anhand Ultraschalluntersuchungen und Gebärmutterspiegelung Endometriose oder Myome nahezu ausgeschlossen. Würden Sie dennoch dazu raten? Wie ist das bei einer EZP mit der Schleimhaut? Kann man diese dann besser aufbauen, wenn ich selbst keine Stimulation machen muss? Lohnt sich EZP überhaupt bei 7 mm Schleimhauthöhe? Dreischichtig war sie immer... Entschuldigen Sie bitte den langen Beitrag und die vielen Fragen! Ich danke Ihnen vielmals und wünsche Ihnen einen schönen Tag! Äffchen
Mitglied inaktiv
Hallo, vielen Dank für die präzise Umschreibung, dadurch kann ich mir ein gutes Bild von Ihrer Situation machen. Es fällt auf, dass die Eierstockreserve noch nicht erschöpft ist und dass sich zwar unterschiedliche Qualitäten und Entwicklungen zeigen, jedoch insgesamt eine SS durchaus möglich erscheint. Nach den Zahlen des deutschen IVF-Registers (DIR) von 2009, sind SS-Raten von durchschnittlich etwa 20% bei dem 4. Behandlungszyklus zu erwarten. Die Einschätzung Ihres Arztes liegt auch etwa in dem Bereich. Es stimmt, dass die Chancen zur Erzielung eine SS bei der Eizellspende höher liegen (bis zu 60%/ Embryo-Transfer). Der Grund dafür ist das junge Alter und gute Qualität der verwendeten Eizellen. Allerdings sollte dies die letzte Möglichkeit darstellen, wenn ´der Weg mit den eigenen Eizellen nicht mehr offen steht. Das ist derzeit nach meiner EInschätzung nicht der Fall. Augenscheinlich ist das Stimulationsergebnis im Antagontisten-Protokoll vielversprechender ausgefallen. Ich würde den nächsten Zyklus ähnlich gestalten. Eine Schleimhauthöhe von 7mm ist ausreichend. Ich gehe davon aus, dass bereits vor der ersten Behandlung eine genetische Berartung mit Erbgutanaylyse und eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) erfolgten. Falls nicht, dann sollte dies vor einem erneuten Embryo-Transfer erfolgen. Eine Endometriose lässt sich im Ultraschall nicht sicher nachweisen. Dennoch sollte die Indikation zu einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) mangels einer therapeutischen Konsequenz zurückhaltend gestellt werden. Ich hoffe Ihnen mit dieen Anaben weíterhelfen zu können, mfG N. Nassar
Mitglied inaktiv
Lieber Herr Nassar, vielen lieben Dank für Ihre ausführliche Antwort! Diese hat uns sehr geholfen... Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag! Äffchen
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