Frage im Expertenforum Hebamme an Evi Bodman:

Stillen an nur einer Brust

Frage: Stillen an nur einer Brust

Jillis

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Hallo! Mein Sohn ist jetzt 3 Monate alt. Ich hatte gleich nach der Schwangerschaft an der linken Brust eine Entzündung. Mein Sohn hat lieber an der rechten Brust getrunken und wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte er Blockaden und sich deshalb mit der anderen Seite schwer getan. Nun ist es so, dass ich links fast keine Milch mehr habe und der Kleine nur rechts trinkt. Dadurch ist diese Brust natürlich auch größer als die rechte. Ich habe schon versucht links abzupumpen, aber es kommt fast keine Milch. Kann die Milchproduktion links nochmal mehr werden? Ist es ein Problem wenn er nur an einer Brust trinkt oder wird er irgendwann zu wenig bekommen?


Evi Bodman

Evi Bodman

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Hallo liebe Jillis, vielen Dank für deine Frage. Schauen wir uns das mal an: Dass dein Sohn vorübergehend nur eine Brust bevorzugt, ist eine sehr häufige Situation, besonders wenn es Anfangs Schwierigkeiten wie eine Entzündung oder Blockaden gab. Hier ist wichtig, die Ursachen zu beheben: Entzündung ist wieder weg, der Brust geht es gut. Beim Kind ist bei so sachen manchmal ein Termin bei Osteopathen sehr hilfreich. Denn ja: Stillprobleme, oder dass die Kinder eine Positon oder Seite sehr deutlich bevorzugen, kann durch Blockaden beim Kind kommen - die man aber in der Regel lösen kann und dann entspannt sich auch das ganze beim Stillen.  Zu deiner Sorge, ob er zu wenig bekommt: Solange dein Junge gut zunimmt, genug nasse Windeln hat (mindestens 5-6 schwere pro Tag) und zufrieden wirkt, ist es kein Problem, wenn er nur an einer Brust trinkt. Eine einzelne, gut funktionierende Brust kann die Milchmenge für ein Baby oft erstaunlich gut regulieren und produzieren. Sie passt sich dem Bedarf an. Dass die Brustseiten unterschiedlich groß aussehen, ist in dieser Phase ganz normal und gleicht sich nach der Stillzeit meist wieder an. Kann die Produktion links nochmal anziehen? Ja, das Prinzip „Angebot und Nachfrage“ gilt immer. Da links durch die Entzündung und die Vorliebe des Babys weniger Nachfrage war, hat sich die Produktion dort zurückgefahren. Es ist grundsätzlich möglich, die Menge links wieder zu steigern, aber es braucht Geduld und vor allem Druckfreiheit. Also nicht gestresst es erzwingen wollen, sondern mit viel Geduld und Zeit angehen. Dein Kind wird sich hier vermutlich erstmal querstellen, denn wenn die andere Brust mehr Milch hat, ist es da für ihn leichter und er wird da einfach lieber trinken und die andere Seite vermtulich etwas genervt ablehnen. Biete die linke Brust entspannt an, wenn dein Baby sehr müde oder besonders entspannt ist (z.B. im Halbschlaf oder wenn er rechts schon den größten Hunger weggetrunken hat). Vielleicht hilft es, vorher kurz die rechte Brust anzutrinken, damit der heftige erste Milchspendereflex schon weg ist, und dann sanft auf die linke zu wechseln.  Ansonsten kannst du die Milchmenge auch mit Pumpen steigern (und wenn dann dort wieder mehr Milch ist, wird ihm der Wechsel vielleicht auch leichter fallen und er die Seite wieder besser annehmen) Wenn du eine Pumpe hast, am besten direkt im Anschluss an die Stillmahlzeit (oder wenn du eine Hands-free-Pumpe hast sogar gleichzeitig) und dann bruacht es hier vermutlich einige Tage, an denen die wirklich häufig die linke Seite pumpst. Gleichzeitig gilt bei Erhöhung der Milchmenge (das verlangt dem Körper ja einiges ab) Entlastung an anderer Stelle: Mehr Ruhepausen und gut Schlafen, gut, ausreichend und wirklich nährstoffreich essen damit der Körper überhaupt eine Grundlage für die Milchproduktion hat. Kein emotionaler Stress (das hemmt die Milchbildung hormonell). Super Zeitfenster für Massage und viel Kuscheln - alles was Oxytocin fördert und Stresshormone senkt.  Wichtig ist jetzt vor allem, dass du dich beim Stillen wohlfühlst und dein Baby satt wird. Versuchen ist super, ich kann dich da auch sehr bestärken - das ist für eine gewissen Zeit anstrengend aber lohnt sich vermutlich auf lange Sicht. Und gleichzeitig gibt es viele Wege und es ist wichtig, dass du nichts erzwingst, sondern etwas findest, was für dich gut funktioniert.  Meld dich gerne, wenn du noch Fragen hast.  Lieben Gruß, Hebamme Evi Bodman 💛


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