Frage im Expertenforum Hebamme an Evi Bodman:

Erneute Frage Pilzinfektion der stillenden Mutter

Frage: Erneute Frage Pilzinfektion der stillenden Mutter

lisa.a

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Guten Morgen Frau Bodman, ich bin total aufgelöst. Ich hatte Ihnen vorgestern bereits geschrieben bzgl. Des Ausschlags unter meiner Brust in Kombination mit Waschzwang. Da mein Hausarzt in Pension gegangen ist, musste ich mir einen neuen suchen, bei der ich soeben war.  Die Ärztin war sehr unfreundlich und sichtlich genervt von jedem Patienten. Nachdem ich ihr gesagt hatte, dass ich einen Ausschlag unter der Brust habe meinte Sie: Dann zeigen sie mal her. Angesehen hat sie sich das aus 2 Meter Entfernung und sagte: "Jo, Pilz". Sie hat es sich gar nicht richtig angeguckt, nicht gefragt wie lange ich das schon habe, ob ich Beschwerden habe o.ä. - Nichts.  Ich habe den Ausschlag/Pilz nun seit etwa 6-7 Tagen. Es juckt nicht, brennt nicht und ist leicht rau. Habe auch nicht das Gefühl, dass es nässt.  Sie hat mir Clotrimazol Salbe verschrieben und meinte nur plump, dass ich abstillen muss.  Für mich bricht gerade eine Welt zusammen. Ich habe ihr erklärt, dass ich Pumpstille und ob es die Möglichkeit gäbe die Milch zu verwerfen und meinem Sohn erst wieder die Milch zu geben, wenn der potentielle Pilz weg ist. Da meinte Sie: Auf eigene Verantwortung, besser abstillen.  was sagen Sie dazu? Mein Sohn kam am 21.02.25 an 33+6 per Not-Sectio zur Welt, da ich eine sehr ausgeprägte Cholestase und zum Ende hin eine Plazentainsuffizienz hatte. 3 Wochen Neo mit Pneumonie, Atemnotsyndrom etc. Machte es uns leider nicht möglich "normal" zu stillen, was mich bis heute sehr stark belastet. Nun der Gedanke, dass ich nicht mal mehr abpumpen kann macht mich total fertig.  Es gibt doch so viele Kinder mit Soor, die beispielsweise die Brust der Mutter anstecken. Es muss doch Mittel und Wege geben den Pilz (wenn es überhaupt einer ist) zu behandeln ohne abstillen zu müssen.  Ich hoffe, sie haben eine erfreulichere Antwort als diese unemphatische Ärztin 😔 liebe Grüße! 


Evi Bodman

Evi Bodman

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Hallo liebe lisa.a, atme bitte erst eimal tief durch. (musst ich nach deiner Nachricht auch - das was du da erlebst macht mich echt wütend.) WICHTIG: Du musst wegen einer Clotrimazol-Salbe unter der Brust NICHT abstillen oder mit dem Pumpen aufhören. Das ist medizinisch nicht notwendig.  Clotrimazol ist ein lokales Antipilzmittel, das auf die Haut aufgetragen wird. Es geht nicht relevant in die Muttermilch über. Und bei dir nochmal entspannter, denn du behandelst ja nicht die Brustwarze, sondern einen anderen Bereich an der Brust. Es wird sogar bei Stillenden angewendet, wenn Mutter oder Baby einen Soor haben. Ein Abstillen ist dafür medizinisch nicht notwendig. Du kannst auch gern bei Embryotox nochmal nachlesen oder anrufen, wenn dich das beruhigt: https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/clotrimazol Und selbst wenn ein Medikament einmal nicht stillverträglich wäre, würde man - genau wie du völlig richtig vermutest - für den Behandlungszeitraum pumpen und verwerfen. Man beendet deshalb keine Stillbeziehung! Und nochmal weniger bei einem Frühchen, wo die Muttermilch wirklich wichtig ist.  Dass dir so pauschal zum Abstillen geraten wurde, ohne Aufklärung oder Gespräch, ist wirklich nicht hilfreich und das entspricht auch nicht den aktuellen Empfehlungen zur Stillverträglichkeit. Ich verstehe gut, dass dich das aufgewühlt hat, gerade mit eurer Vorgeschichte und ehrlich gesagt würde ich dir dringend raten, dir eine andere Ärztin zu suchen. Sowas sollte niemand erleben müssen.  Und zu deinem Befund: Du beschreibst: seit 6–7 Tagen, kein Jucken, kein Brennen, kein Nässen, leicht rau. Das passt genauso gut zu einer Reizdermatitis durch Überwaschen, wie wir es schon besprochen hatten. Ein Pilz unter der Brust wäre meist: gerötet, deutlich begrenzt, kann nässend sein, oft mit Juckreiz Clotrimazol kannst du, wenn du möchtest, problemlos anwenden, das schadet deinem Sohn nicht und hilft bei einem Piz sicher. Du kannst hier im Forum sonst auch nochmal im Expertenforum für Hautprobleme nachfragen. Vielleicht auch ein Foto beifügen.  Ich würde dir empfehlen weiterhin: Versuchen die Waschfrequenz zu reduzieren und die Haut trocken halten, atmungsaktive Kleidung, keine aggressive Pflege. Wenn du eine Rotlichtlampe hast oder leihen kannst: gerne nutzen.  Und wie eben schon gesagt: Wenn du dich bei dieser Ärztin nicht gut aufgehoben fühlst, such dir bitte jemand anders. Eine Behandlung sollte immer mit Ruhe und Erklärung erfolgen. Und gerade wenn es bei dir mit einem Waschzwang einhergeht ist besondere Ruhe und Verständis wichtig. So wie du es beschreibst ist da so etwa alles falsch gelaufen.  Und bitte: Nach allem, was ihr schon gemeinsam gemeistert habt - Frühgeburt, Neo-Zeit, Pumpstillen - sei nachsichtig mit dir. Pump Stillen ist total anstrengend und braucht viel Nerven. Du kannst wirklcih stolz auf dich sein, dass du das weiter auf dich nimmst.  Meld dich jederzeit, wenn du noch Fragen hast! Ganz lieben Gruß, Hebamme Evi Bodman 💛


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