Mitglied inaktiv
Hallo Frau Schuster, meine Tochter Viviane (10 1/2 Monate alt) ist eigentlich ein sehr aufgewecktes Kind, das sich auch sehr gut alleine beschäftigen kann und noch nie besonders am "Rockzipfel" klebte. Sie läuft jetzt seit ca. 3 Wochen 2-3m alleine ohne festhalten, babbelt die ganze Zeit, räumt ihren Wickeltisch aus (Windeln, Waschlappen etc. liegen jeden Tag aufs Neue im ganzen Zimmer verstreut :-), aber sie hört überhaupt nicht. Wir sagen ihr immer "Nein", wenn sie was nicht darf, aber das interessiert sie gar, sie schaut nicht mal nach einem. Und rumbrüllen bringt ja auch nichts. Ist es o.k. wenn ich sie dann immer in die andere Ecke des Zimmers trage (sie brüllt dann natürlich vor Zorn) und ihr erkläre, daß sie das eben nicht haben kann? Wie kann ich ihr begreiflich machen, daß es mir weh tut, wenn sie beim Wickeln immer ihre Beine in meinen Bauch boxt? Oder mich an den Haaren zieht? Das regt mich allmählich richtig auf :-( Warum schubst sie oft meine Hand weg, wenn ich sie am Kopf streicheln will (ich streichle sie beim Wickeln/Umziehen oft an den Beinen, das gefällt ihr auch, sie lacht dann immer)? Ich komme mir dann oft so vor, als ob sie sagen will: "Mama, du nervst, laß mich in Ruhe!" Und noch eine letzte Frage: in letzter Zeit macht sie immer ein Riesen-Gebrüll, wenn ich kurz aus dem Zimmer gehe (um auf Toilette zu gehen etc. also wirklich nicht lange). Ich kann sie ja schlecht jedesmal aus Toilette mitnehmen. Sie brüllt auch wenn sie bei ihrem Papa ist (er beschäftigt sich immer ab 19.00 abends mit ihr, dann habe ich "Feierabend"), und will immer zu mir. SAchen, die sie früher beim Papa toll fand, sind nur noch toll, wenn Mama sie macht. Wir haben sie immer wenn sie geweint hat, hochgenommen, und getröstet, also nie schreien lassen, also denke ich nicht daß es Verlassensängste sind. Was kann da nur mit ihr los sein? Für meinen Mann ist das natürlich auch sehr frustrierend, wenn sie bei ihm nur schreit und bei mir wieder lacht. Danke für die Beantwortung meiner Fragen und ein schönes Wochenende Esther
Christiane Schuster
Hallo Esther Möchten Sie Ihrer Tochter ein NEIN sagen, gehen Sie direkt zu ihr und erklären Sie ihr das Warum des NEINS, während Sie sich in Augenhöhe zu ihr hinunterbeugen. Setzen Sie sie dann ggf. auf ein Schaffell oder bieten Sie ihr ein Schmusetier mit kuscheligem Fell an, sodass sie ihren Ärger über das NEIN abreagieren kann. Auf diese Weise können Sie ebenfalls reagieren, wenn sie mit Ihren Haaren herumspielt, deren Eigenschaften für Kleinkinder etwas ganz Besonderes sind. Da Ihre Tochter schon längere Zeit allein stehen und laufen kann, wird sie es nicht mögen, hilf- und tatenlos vor Ihnen auf dem Wickeltisch zu liegen. Wickeln Sie sie deshalb nach Möglichkeit im Stehen und lassen Sie sich von ihr "helfen". So kann sie Toiletten-Papier oder einen Waschlappen festhalten, die nasse Windel selber lösen, usw. Lenken Sie sie während des Wickelvorgangs zusätzlich mit einer Geschichte, einem Lied oder einem Mobile ab. Das Streicheln am Kopf mögen viele Kinder in diesem Alter nicht so gern. Sie sind dort noch sehr empfindlich und mögen oft auch keine Kopfbedeckung tragen. Respektieren Sie den Wunsch Ihrer Tochter und streicheln Sie sie lieber an den Beinen, da diese Liebkosung ein Vergnügen für Beide sein sollte. Fühlt sie sich im Moment besonders stark zu Ihnen hingezogen, sollten Sie auch diesem Wunsch so weit wie möglich nachkommen. Lassen Sie den Papa häufig als Statist daneben stehen. Das Bedürfnis, auch von ihm Zuwendung zu erhalten wird sich ganz von selbst einstellen, wenn Sie Ihre Tochter nicht unter Druck setzen. Irgendwann werden dann Sie in die Statisten-Rolle schlüpfen (müssen), was nicht heißt, dass Ihre Tochter Sie weniger mag.- Liebe Grüße und: bis bald?
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