Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

War ich zu hart???

Frage: War ich zu hart???

Mitglied inaktiv

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Hallöchen, vor kurzem habe ich von Ihnen die Empfehlung bekommen meinen Sohn überall mithinzunehmen und ihm viel Liebe und Verständnis für seine neue Zahnsituation entgegenzubringen Simon hat gleich 4 Zahne auf einmal oben bekommen was sicherlich auch eine ganz neue Situation für ihn ist. Nun ist es aber so das er immer noch ganz quengelig ist und sich überhaupt nicht alleine beschäftigen will trotz des attraktivsten und auch abwechslungsreichsten Spielzeug ! Er robbt sofort auf mich oder meinem Mann zu und quengelt.Nun habe ich ihn anfangs immer wieder hochgenommen gestreichelt geküßt und wieder auf die Decke gelegt. 5min. beschäftigt er sich und dann kommt er wieder hinter uns her, ich habe auch schon versucht ihn einfach nicht zu beachten und er findet nach kurzer Zeit wieder ins Spiel, aber immer nur für einen kurzen Augenblick,dann geht die Quengelei weiter. Heute war ich dann nach einer Weile so sauer daß ihn genommen habe und ins Bett legte. Ich habe ihm gesagt daß er dort schreien kann und wenn er wieder ruhig ist hole ich ihn wieder. Ich habe ihm auch was zu spelen ins Bett gelegt und Das Bettzeug rausgenommen. WAR DAS ZU HART??? Er war ja schon ruhig als er auf meinem Arm war und als ich ihn hinlegte interssierte er sich plötzlich für sein Spielzeug im Bett. Ich bin trotzdem gegangen und habe 10min. gewartet und er war immer noch ruhig. Dann habe ich ihn wieder zu uns geholt und er spielte ohne quengeln!?? Soll ich mich beim nächsten mal wieder so Verhalten oder haben sie einen besseren Rat??? DANKE


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Hallo Lydia Benutzen Sie das Bett möglichst nicht als einen Ort der Strafe. Sie könnten es Simon verleiden; auf die Folgen brauche ich sicherlich nicht näher einzugehen.- Bieten Sie Ihrem Sohn in dem Zimmer, in dem auch Sie sich aufhalten, eine Spielmöglichkeit mit Gegenständen aus dem Alltag. Sie sind meist viel interessanter als das abwechslungsreichste Spielzeug, da sich die Mama/der Papa mit den gleichen Dingen beschäftigt. Kleinkinder orientieren sich stark an ihren Bezugspersonen und versuchen sie nachzuahmen. Informieren Sie ihn stets über die Tätigkeiten, mit Denen Sie sich beschäftigen (müssen). Er fühlt sich so in Alles mit einbezogen und wird Ihnen interessiert lauschen, wenn er nicht gerade den Holz-Kochlöffel schwingt, die Geschirr-Tücher auffaltet, die Kissen aufschüttelt oder den Fußboden "putzt".- Bis Simon sich allein und ausdauernd mit einem Spielzeug beschäftigen kann, wird es noch eine ganze Weile dauern. Versuchen Sie, ihn in Ihren Tagesablauf zu integrieren und die bisherige Haushaltsplanung Ihrem Kind und sich selbst zuliebe ein wenig umzustellen. Liebe Grüße und: bis bald?


Mitglied inaktiv

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Hallo Lydia, die meisten Babies beschäftigen sich nicht gern längere Zeit allein mit totem Spielzeug. Etwas mit der Mama (oder dem Papa) gemeinsam zu machen ist und bleibt für ein Baby das Spannendste und das Hauptinteresse. Spielzeug ist da für sehr lange Zeit eher Nebensache. Ein Kind lernt im Umgang mit Menschen ja unendlich viel mehr, als beim Rasseln mit buntem Spielzeug. Ich würde nicht versuchen, Deinen Sohnemann dazu zu zwingen, sich allein zu beschäftigen. Das widerspricht seinem natürlichen und angeborenen Verhalten. Viele Kinder lernen erst im Kleinkindalter, sich längere Zeit mit ihrem Spielzeug zu befassen und eine Weile allein zu spielen. Mir ging es, als unsere Tochter ein Baby war, anfangs ähnlich wie Dir. Nachdem ich mich mühsam von der Illusion verabschiedet hatte, dass unsere Tochter schön allein spielt und mich in Ruhe im Haushalt werkeln lässt, habe ich meinen Alltag einfach umgestaltet: Ich habe meine Kleine überall "mitmachen" lassen: Wenn ich Wäsche sortiert habe, lag sie mittendrin und fand all die bunten Tücher oder Kleidungsstücke total klasse. Beim Kochen lag sie in ihrer Wippe gleich neben dem Arbeitstisch und bekam Kochlöffel u.ä. aus Holz oder Plastik. Ich habe zudem - egal ob beim Kochen oder anderen Tätigkeiten - andauernd mit ihr gesprochen und ihr immer erzählt, was ich gerade mache. Auch wenn sie es nicht verstanden hat, hat sie gespürt, dass ich sie in meinen Alltag integriere und sie teilhaben lassen - am richtigen Leben, das doch viel spannender ist, als jedes Spielzeug. Übrigens kostete das ganze nicht viel mehr Zeit, als wenn ich alles ungestört gemacht hätte, es hat sogar mehr Spaß gemacht. Ich bin Journalistin und arbeite von zu Hause aus. Sogar, während ich meine Artikel am PC schrieb, saß meine Kleine mit auf dem Tisch und durfte Sachen angucken, durcheinanderschmeißen oder (später) einfach etwas malen. Sie ist inzwischen 3 und das Ganze läuft eigentlich im Großen und Ganzen immer noch so (außer beim Schreiben, dass langsam schwierig wird, weswegen ich froh bin, dass sie bald in den Kiga geht). Vielleicht solltest Du Deinen Sohnemann auch einfach in alles integrieren, was Du tust. Man gewöhnt sich schnell daran. Viele Frauen, die ich kenne, schnallen sich ihre Babies sogar um, wenn sie staubsaugen (natürlich nur solange sie ihnen nicht zu schwer werden...). Liebe Grüße :-) Astrid


Mitglied inaktiv

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ich hab meine auch überall hin mitgeschleppt und sie zugequatscht mit dem was ich gerade mache. im bad lag sie auf ner losen wickelunterlage am boden mit handtüchern drauf, damit ich duschen konnte, in der küche im maxicosi, und ansonsten immer wo ich gerade war. sie wollte nicht richtig krabbeln, sondern gleich fast laufen. da war ein gehfrei (trotz aller negativen beschreibungen) echt klasse! sie ist mir immer nachgerollt im EG und konnte dann da was spielen. in dem alter scheinen sie unselbständig, aber später gibt es auch genug worüber man sich aufregen kann. ;-) nimm ihn einfach mit. ich hab den haushalt am ende auch einarmig gemacht :-) jetzt "hilft" mir meine dabei. socken verstecken, boden wischen, etc. richte einfach überall spielecken ein. das mit dem bett hat bestimmt nur geklappt, weil es ein neuer "raum" war, der ihn noch nicht gelangweilt hat. ;-) also viel spaß


Mitglied inaktiv

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Liebe Lydia, Ich finde, dass Du wirklich nicht zu hart mit Deinem Kind umgegangen bist (ich habe halt auch Dein vorheriges Mail gelesen). Ich stimme zwar mit Frau Schuster überein, dass das Bett kein Ort der Strafe sein sollte (besser ist sicher ein Laufstall, wenn Du den hast), aber letztendlich hast Du Dein Kind ja nicht eine Ewigkeit dort gelassen und offensichtlich hat Dein Kleiner es ja auch nicht so aufgefasst, denn sonst hätte er ja wohl lauthals protestiert. Schliesslich hat Dein Kind vorher auch nicht ständig rumgequengelt, wahrscheinlich hat er sich gerne an die verstärkte Aufmerksamkeit in der Zahnphase gewöhnt und möchte gerne, dass es so weiter geht. Dein Kind hat vielleicht gemerkt, dass auch Du Deine Grenzen hast, darum hat er friedlich gespielt, nachdem Du ihn wieder aus dem Bett geholt hast. Sag Dir einfach, das der Erfolg Dir Recht gibt, Dein Kind hat schliesslich nicht geweint, sondern genau das getan, was Du wünschtest. Wenn etwas so problemlos verläuft, würde ich mir wirklich keine Gedanken machen. Ausserdem habe ich aus Deinem Mail gelesen, dass Du ja schliesslich ohne Erfolg versucht hattest ihn in Deinen Alltag zu integrieren, er aber trotzdem quengelte. Ein Kind sollte in der Tat viel in den Alltag integriert werden, aber bei manchen Aktivitäten ist es einfach schwierig, die Kinder zu integrieren (Beispiel Kochen : Ich glaube, dass ein Kochlöffel in der Hand meinen Kleinen auf Dauer weniger interessiert, als ein Spielzeug, das seinem Alter angepasst ist. Das ist nur beim ersten Mal spannend, und ausserdem ist die Nähe zur Kochplatte auch ganz schön riskant). Liebe Grüsse


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