Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

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Liebe Frau Schuster, ich habe ein Paar Fragen zur Erziehung meiner 14 Monate alten Tochter, und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten. Vielleicht hat aber auch jemand anderes ähnliche Erfahrungen. Die kleine kommt in drei Wochen 3x die Woche in eine Krabbelgruppe. Sie wird dreisprachig aufgezogen und versteht auch schon recht viel (zumindest was Essen angeht :)), wobei Deutsch im Moment noch am wenigsten vorkommt (sie hört es nur, wenn mein Mann und ich miteinander sprechen). Sollten wir in der verbleibnden Zeit mit ihr mehr deutsche Begriffe "einüben", damit es keine zu große Umstellung für sie wird? Oder kommt es von alleine? Ein anderes Problemchen ist, daß sie "etwas" bockt, wenn das Essen aufgegessen ist und immer mehr möchte oder auch einfach zwischendurch, obwohl noch nicht Essenszeit ist. Sie ruft dann immer weiter "mniam mniam!!", und das immer lauter und fordernder. Wen dann immer noch nichts kommt dann legt sie sich auf den Fußboden und schreit und haut mit Armen, Beinen und Kopf gegen den Boden. Ich kann sie doch nicht ständig füttern! Wie reagiert man dann am besten? Kann ich sie einfach schreien lassen und mich entfernen? Wie ist es denn grundsätzlich, wenn Kinder in diesem Alter einen Wutanfall bekommen? Kann man sie einfach ignorieren? Immer wieder lese ich hier, daß Mütter Angst vor einer Schädigung des Kindes haben, aber man kann doch wirklich nicht alles durchgehen lassen. Manchmal verliert man ja auch etwas die Geduld und hebt den Ton. Ist es sehr schlimm? Oder kann ein Kind auch lernen, daß auch Eltern nur Menschen sind und ihre Grenzen haben? (Wichtig: Ich spreche nicht von Brüllen, auf die Finger hauen etc.!!! Lediglich etwas lauter Sprechen!) Die dritte Frage betrifft eher die Zukunft. Ab wann kann man ein Kind aufs Töpfchen setzen. Unsere Tochter ist schon recht fit und hat regelmäßige "Toilettenzeiten". Können wir es schon bald versuchen, oder ist es noch zu früh? Vielen Dank im Voraus! Liebe Grüße Bea


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Hallo Bea Achten Sie die nächsten 3Wochen besonders darauf, dass Ihre Tochter Sie mit Ihrem Mann sprechen hört, damit der Klang der Sprache Ihrer Tochter halbwegs vertraut ist, wenn sie in die Krabbelgruppe aufgenommen wird. Geht sie allein dorthin oder verbringen Sie die Gruppen-Zeit mit ihr gemeinsam? Ähnlich, wie sie sich daran gewöhnt hat zu Hause in bestimmten Situationen eine Sprache zu sprechen, bzw. zu verstehen, wird sie sich auch innerhalb der Gruppe an eine Sprache gewöhnen, obwohl sie evtl. eine längere Eingewöhnungszeit brauchen wird. Erklären Sie Ihrer Tochter, dass sie nicht unentwegt essen kann. Bieten Sie ihr als Nachtisch immer eine Tasse Tee oder verdünnten Saft an, sodass das Sättigungsgefühl eigentlich bald eintreten müßte. Wirft sie sich wütend auf den Boden, erklären Sie ihr wiederum, dass sie keinen Grund hat ärgerlich zu sein und dass ihr forderndes Rufen an dieser Tatsache Nichts ändern wird. Bieten Sie ihr gelassen ein Wutkissen zum Abreagieren an und verrichten Sie Ihre begonnene Tätigkeit, ohne Ihrer Tochter besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Beobachten Sie sie aus den Augenwinkeln um sicher zu gehen, dass sie sich nicht ernsthaft verletzt. Versuchen Sie so gelassen und ruhig wie möglich zu reagieren. Sollten Sie zwischendurch auch mal ein wenig lauter werden, wird Ihre Tochter nicht gleich das Vertrauen zu Ihnen verlieren sondern tatsächlich den Mensch mit eigenen Bedürfnissen in Ihnen erkennen. Überwiegt Ihre Ruhe und Gelassenheit(nach außen hin), wird Ihre Tochter keinen Schaden nehmen. Stellen Sie den Topf doch als zum Inventar gehörend in Ihr Bad. Nehmen Sie Ihre Tochter mit, wenn Sie selbst zur Toilette gehen. Da Kleinkinder sehr viel durch Nachahmung lernen, wird sie sich schon bald mit Windelpopo auf den Topf setzen. Als Nächstes bieten Sie ihr an, die Windel zu diesem Zweck auszuziehen. Gehen Sie bei jedem noch so kleinen Erfolg verschwenderisch mit Lob um, da ein Lob bekanntlich zu selbständigem Tun anregt. Vermeiden Sie in jedem Fall, irgendwelchen Druck auszuüben. Hat Ihre Tochter den entsprechenden Entwicklungsstand erreicht, wird sie von sich aus dem Topf oder dem Kinder-Toilettensitz vor der Windel den Vorzug geben. Sehen Sie diesem Zeitpunkt gelassen entgegen. Liebe Grüße und: bis bald?


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