Mitglied inaktiv
Liebe Frau Schuster, Vielleicht erinnern Sie sich noch an Roman, der vor einem Jahr kleine Kinder angriff und seinen kleinen Bruder nicht in Ruhe lassen konnte. Inzwischen hat sich sein Verhalten deutlich gebessert, er kümmert sich sehr lieb um seinen Bruder (ab und an wird der auch mal geärgert, aber das ist wohl normal) und lässt kleinere Kinder in Ruhe. Zuhause akzeptiert er Bestrafungen besser und gehorcht auch besser. Nur in der Ecole Maternelle, in die er seit September geht, ist er weiterhin das Enfant terrible. Er haut und schubst, zieht mal eben in den Haaren, hört nicht auf die Maîtresse und stört bei der obligaten Mittagspause alle anderen Kinder, da er nicht mehr schläft. Seine Maîtresse war im Oktober noch total begeistert von ihm, inzwischen verfinstert sich ihr Blick, wenn die Sprache auf ihn kommt. Sie meint, er kenne keine Regeln, mache viel Unfug, sei ungehorsam und stände sich mit seinem Benehmen selbst im Wege. Nur, wie kann ich ihm helfen? Bestrafen (zum Beispiel haben wir mal einen Tag Schlittenfahren gestrichen, weil er sich so unmöglich benommen hatte), Reden, Reden und nochmals Reden bringen bislang gar nichts (ich muss das natürlich immer im Nachhinein machen, da ich natürlich nicht vor Ort bin, wenn es passiert).Ich sehe, dass mein Kleiner unglücklich ist, dass er inzwischen beim Abschied weint (früher ging er freudestrahlend), er leidet und tut mir furchtbar leid. Jetzt habe ich die Möglichkeit, ihn nachmittags zu mir zu nehmen, nur frage ich mich, ob es sinnvoll ist. Er macht jetzt die Erfahrung ungeliebt zu sein (sonst wurde er meist sehr geliebt, da er viel Charme hat). Soll ich ihn jetzt die Suppe auslöffeln lassen, die er sich ja eingebrockt hat (vielleicht ist das ja heilsam?) oder soll ich ihn zu mir nehmen ? Wie soll ich ihm beibringen, dass er sich in der Schule genauso an Regeln halten muss, da ich ja immer erst nach der Schule informiert werde ? Vielen, vielen Dank für Ihre Antwort (und die von anderen Müttern)
Christiane Schuster
Hallo Elke Haben Sie die Maîtresse schon mal in Ihre Sorgen miteinbezogen und sie gefragt, wie Sie am sinnvollsten erreichen können, dass Roman gerne in die Einrichtung geht und sich auch dort an die vorgegebenen Richtlinien weitestgehend hält? Meist freuen sich die Betreuer, von den Eltern zu erfahren, dass auch ihnen das Verhalten Ihres Kindes aufgefallen ist, bzw. dass Sie nicht gleichgültig dem Verhalten gegenüberstehen.- Erreichen Sie auf diese Weise Nichts, geben Sie Ihrem Sohn das Gefühl, sein "Verbündeter" zu sein, indem Sie ihm sagen, dass auch Sie nicht mit Allem einverstanden sind, was in der Ecole so geschieht, dass es aber wichtig ist dorthin zu gehen, damit man viel lernen kann (o.Ä.). Vereinbaren Sie mit ihm, dass Sie dann umso mehr in der gemeinsamen Freizeit auf seine und auch Ihre Wünsche eingehen werden. Unternehmen Sie die erste Zeit viele Dinge, die er besonders gern hat und erklären Sie ihm, dass Dies ein kleiner Ausgleich für den anstrengenden Tag in der Ecole sein soll. Bitten Sie ihn verschwörerisch, lieber auf die Wünsche der Maîtresse einzugehen, damit sie zufrieden ist und ihn nicht ständig zurechtweisen muß. Lassen Sie sich jeden Tag erzählen, was er dort gespielt und gelernt hat. Kurz: Stärken Sie sein Selbstwertgefühl und verdeutlichen Sie ihm, dass er sich auf Ihre Hilfe und auf Ihre Liebe verlassen kann. So wird es ihm sicherlich leichter fallen, die Grenzen in der Ecole anzuerkennen und einzuhalten, wenn er genau weiß, dass zu Hause "ein anderer Wind" weht. Vereinbaren Sie mit ihm partnerschaftlich und auch mit der Betreuerin, dass Sie es erst noch mal gemeinsam auf diese Weise versuchen werden, Ihren Sohn aber nachmittags zu sich nehmen werden, wenn Eine(r) von ihnen Drei auch weiterhin unzufrieden ist. Vereinbaren Sie eine "Probezeit" von ca. 4 Wochen. Teilen Sie uns mit, wie die Maîtresse und auch Roman auf Ihr "Entgegenkommen" reagieren?- Viel Erfolg, liebe Grüße und: bis bald?
Mitglied inaktiv
Roman ist 3,5 (o.T.)
Mitglied inaktiv
hallo elke, meine schwester war vor 1000 ;-) jahren zum schüleraustausch in frankreich. in der schule ging (und geht?) es dort wesentlich strenger zu, als bei uns in deutschland. sie empfand es teilweise regelrecht als drill. wer nicht spurte, wurde bestraft. fertig! in der kita ist es vielleicht ähnlich? so wie du es schilderst, würde ich ihn nachmittags zu mir nehmen (vielleicht ist er immer noch eifersüchtig und verlegt sein "kampfgebiet" in die kita?), zusammen mit ihm was schönes unternehmen, ihn spüren lassen, du liebst ihn sehr und wenn er sich dessen wieder richtig bewusst ist, wird er bestimmt selbstbewusster sein und sich in die gemeinschaft wieder eingliedern. 3.5 jahre, ich hab selber so einen kleinen 3-käse-hoch. nö, warum soll er die suppe auslöffeln? ich würde ihn vor den bösen drachen ;-) beschützen. maxi findet: kita bis 2 uhr - das reicht ;-) alles gute lg e.
Mitglied inaktiv
Liebe Frau Schuster und liebe Eulalie, Ja, leider habe ich schon mit der Maîtresse gesprochen, ich bin regelrecht zu einem Gespräch eingeladen worden. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich mal kennenlernen wollte und wissen wollte, ob ich bei Roman alles zuhause durchgehen lasse oder was ich für einen Erziehungsstil habe. Offensichtlich ist das grösste Problem der Mittagsschlaf und das Kantinenessen (natürlich unmittelbar vor dem Mittagsschlaf). Mir wurde mehr oder weniger angekündigt, dass ich ihn aus der Kantine nehmen muss, wenn es sich nicht bessert. Alle Vorschläge von meiner Seite wurden als zu "hart" empfunden (Schulkarenz von einigen Tagen, kein Nachtisch wenn er bei Tisch nicht sitzenbleibt etc.). Auf meine Frage, was ich denn tun sollte, gab es auch keine Antwort. Ich habe vorgeschlagen, dass wir ein Heft einführen, in das sie alle Schandtaten schreibt, damit ich abends informiert bin und aufarbeiten kann, aber die Begeisterung lies zu wünschen übrig (obwohl ich die Frau sonst eigentlich ziemlich toll finde, war ich etwas entäuscht über das Gespräch, erst recht, als ich es nochmals gestern probiert habe mit ihr zu reden). Trotzdem werde ich dieses Heft jetzt einführen, denn beim Abholen der Kinder hat man kaum Zeit mit der Maîtresse zu reden, da 15 Kinder innerhalb von 25min abgeholt werden müssen. Ich werde es mal mit der Verschwörer-Technik probieren, das habe ich noch nicht probiert und ich glaube, dass könnte Roman gefallen, da wir seit Anfang des Jahres (seit seiner "Besserung") ein sehr inniges Verhältnis haben. Auch die 4 Wochen Probezeit werde ich noch machen, dann sehe ich weiter. Ich halt sie auf jeden Fall auf dem Laufenden und nochmals vielen Dank
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